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Altersarmut: Jeder dritte Arbeitnehmer hat erhöhtes Armutsrisiko

Im Kampf um die Einführung der sogenannten Zuschussrente präsentiert CDU-Arbeitsministerin Ursula von der Leyen alarmierende Zahlen: So wird laut Auskunft des Ministeriums etwa jeder dritte Arbeitnehmer eine Rente erhalten, die unter dem Grundsicherungsbetrag von 688 Euro liegt.

Veröffentlicht am 2. September 2012
Wie die “Bild am Sonntag” berichtet, ergeben die Berechnungen des Arbeitsministeriums, dass das Rentenniveau bis zum Jahr 2030 soweit absinken wird, dass Arbeitnehmer, die bei einem Bruttoverdienst von 2.500 Euro pro Monat 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, im Alter nur die Grundsicherung zur Verfügung haben werden. Das Rentenniveau soll dann bei gerade einmal 43 Prozent des Nettolohns liegen. Selbst bei einer Arbeitszeit von fünf Jahren mehr, müsse man als Arbeitnehmer einen Durchschnittsverdienst von mindestens 2.200 Euro erzielt haben, um auf den Grundsicherungsbetrag zu kommen. Einem großen Teil der heutigen Arbeitnehmer drohe daher im Alter der Gang zum Sozialamt. Ministerin von der Leyen sieht dies als Bestätigung für die Notwendigkeit einer Zuschussrente.

Inhalte der Zuschussrente

Die Zuschussrente ist ab dem Jahr 2013 geplant. Sie sieht eine Aufstockung von Niedrigrenten vor. So soll die Rente bis zu einem Betrag von maximal 850 Euro dann aufgestockt werden, wenn der Arbeitnehmer mindestens 45 Jahre gesetzlich rentenversichert war und davon 35 Jahre Pflichtbeiträge geleistet bzw. für Kindererziehung oder Pflege verwendet hat. Vor allem Menschen, die im Niedriglohnsektor gearbeitet, aber auch Frauen, die nach Phasen der Kindererziehung vorwiegend in Teilzeit gearbeitet haben, sollen davon profitieren.

Heftige Kritik aus der Koalition

Die Pläne sind allerdings umstritten. So hat sich die FDP bisher gegen die Gesetzesänderung ausgesprochen und wird vermutlich nur darauf eingehen, wenn der Koalitionspartner der Abschaffung  der Praxisgebühr zustimmt. Aber auch innerhalb der Unionsfraktion stößt von der Leyens Vorschlag nicht durchweg auf Begeisterung. So wirft laut Angaben von Spiegel Online die Junge Gruppe der Ministerin vor, mit dem geplanten Gesetz die Kosten für die erweiterten Sozialleistungen auf die jüngere Generation abzuwälzen. Am Mittwoch ist daher ein Treffen zwischen Ministerin und Junger Gruppe geplant.