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finanzen.de Kfz-Versicherung News

2007

finanzen.de Nachrichten

Rund 70 Prozent der 18.000 Fahrzeugmodelle, die auf deutschen Straßen unterwegs sind, fahren in der Kfz-Versicherung ab sofort in einer neuen Typklasse. Das Typenklassensystem wurde von den Autoversicherern entwickelt, um eine höhere Beitragsgerechtigkeit zu gewährleisten. Mithilfe der Schadenstatistik berechnen die Versicherer die durchschnittliche Schadenhäufigkeit und Schadenhöhe jedes Automodells, getrennt nach Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung.

Wenn Sie jenseits deutscher Grenzen mit dem Auto unterwegs sind, sollten Sie unbedingt Ihre Grüne Versicherungskarte dabei haben. Die Grüne Karte ist zwar innerhalb der Europäischen Union und in vielen anderen Ländern nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben – bei einem Unfall kann sie die Schadensabwicklung aber wesentlich erleichtern. Erfahrungen zeigen außerdem, dass die Grüne Versicherungskarte in manchen Ländern Europas bei Unfällen von der örtlichen Polizei nach wie vor verlangt wird.

Die Beiträge in der Kfz-Versicherung sind so niedrig, wie zuletzt vor 25 Jahren. Grund dafür ist der anhaltende Preiswettbewerb der Kfz-Versicherer. Durchschnittlich 234 Euro gibt der deutsche Autofahrer im laufenden Jahr 2007 für die Kfz-Haftpflichtversicherung aus, 89 Euro für die Teilkasko und 278 Euro für die Vollkaskoversicherung. Das teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin jetzt mit. Bei neu abgeschlossenen Verträgen sei allerdings wieder eine leichte Preiserhöhung zu beobachten.

Wer Kfz-Schein und Autoschlüssel im Handschuhfach aufbewahrt, handelt grob fahrlässig und bekommt kein Geld vom Kaskoversicherer, wenn der Wagen gestohlen wird. Das zeigt ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Celle (Az. 8 U 62/07). Der Dienstwagen eines Geschäftsführers, ein Audi Avant Quattro, war Nachts gestohlen worden. Als er den Diebstahl bei der Polizei meldete, fehlte der Kfz-Schein. Den hatte der Benutzer zusammen mit der Servicemappe im Handschuhfach des Wagens aufbewahrt, so dass der Kfz-Schein mit dem Auto abhanden kam.

Ärgerlich, wenn Unbekannte ihre Aggressionen an geparkten Autos auslassen. Mutwillige Beschädigungen bezeichnen die Kfz-Versicherer als Vandalismusschäden. Natürlich kann man als Besitzer eines eingedellten Autoersatz vom demjenigen verlangen, der den Schaden verursacht hat. Oft ist es aber nicht möglich, den Schuldigen zu ermitteln.

Wer auf Autobahnen die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h deutlich überschreitet, muss nach einem Unfall einen Teil seines Schadens selbst tragen – auch wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer den Unfall verursacht hat. Das bestätigt ein Urteil des Landgerichts Coburg (Az. 12 O 421/05). Der Fahrer eines BMW 540i war mit einem Tempo von rund 200 Stundenkilometern auf der Autobahn unterwegs, als vor ihm plötzlich ein anderer Autofahrer ausscherte, um selbst ein langsameres Fahrzeug zu überholen. Der BMW-Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte auf den überholenden Wagen auf.

Durch Tuningmaßnahmen am eigenen Auto kann man den Versicherungsschutz verlieren – diese Erfahrung musste ein Motorsportfan und Vater aus Rheinland-Pfalz machen (Oberlandesgericht Koblenz, Az. 10 U 56/06). Sein Sohn war mit einem Freund nach reichlich Alkoholgenuss mit dem getunten Wagen seines Vaters unterwegs. Das Fahrzeug war tiefergelegt und spurverbreitert, die Bereifung war größer als zulässig, der Motor leistete 15 kW mehr, als die Papiere auswiesen. Das ergab ein späteres Gutachten.

Das Schadenformular muss vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden, auch wenn der Versicherer die benötigten Informationen zusätzlich auf anderem Wege einholt. Andernfalls kann der Versicherer die Leistung verweigern. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs hervor (Az. IV ZR 106/06).