Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

ARD Plusminus: Krankenkassenbeitrag für viele Selbstständige zu hoch

In der aktuellen Ausgabe von ARD Plusminus macht das Magazin auf ein Problem vieler Selbstständiger aufmerksam: die finanzielle Belastung durch zu hohe Krankenkassenbeiträge. Gerade geringverdienende Solo-Selbstständige überfordern die Kosten, viele häufen Schulden an. Grund hierfür ist der Mindestbeitrag, der sich an einem zu hohen fiktiven Einkommen orientiert.

  • Viele Selbstständige empfinden den Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung als finanzielle Überforderung.
  • Sie müssen die Krankenkassenkosten nicht nur komplett selbst zahlen, sondern es wird auch ein Mindesteinkommen veranschlagt.
  • Wann die Regierung den Mindestbeitrag wie geplant senken will, ist aktuell offen.

Rund 2,1 Millionen Selbstständige sind hierzulande gesetzlich krankenversichert. Manche von ihnen verdienen nicht einmal 1.000 Euro im Monat, müssen aber mindestens 320 Euro an ihre Krankenkasse zahlen. Kommen Zusatzbeitrag, Krankengeldanspruch und Pflegebeitrag hinzu, werden jeden Monat rund 436 Euro fällig. Aufgrund dieser immensen finanziellen Belastung können viele Selbstständige ihre Krankenkassenbeiträge nicht bezahlen und machen Schulden bei ihrer Kasse. Grund genug für ARD Plusminus, in der aktuellen Sendung einen Blick auf die Situation der Betroffenen zu werfen.

Selbstständige scheitern an der Annahme, dass sie gut verdienen

Das Problem, dass der Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung bei geringverdienenden Selbstständigen in keinem Verhältnis zum Einkommen steht, ist seit Jahren bekannt. Ursächlich für die hohen Kosten ist das Mindesteinkommen, das die Kassen für selbstständig tätige Versicherte ansetzen. Dieses liegt bei rund 2.284 Euro pro Monat. Solange Selbstständige weniger verdienen, belastet sie der Krankenkassenbeitrag überproportional.

Verdienen sie mehr, richtet sich der Beitrag nach dem Einkommen. Im Unterschied zu Arbeitnehmern müssen Selbstständige allerdings die gesamten Kosten für die Krankenversicherung selbst zahlen. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es nicht.

Bundesregierung plant Entlastung

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag zwar angekündigt, die Mindestbemessungsgrundlage auf 1.150 Euro herabzusetzen. Viele Kritiker sehen in der Regelung jedoch weiterhin einen Nachteil, vor allem im Vergleich zu Angestellten. So kritisierte der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland in der Vergangenheit, dass Selbstständige, die zwischen 435 Euro und 1.150 Euro verdienen, einen Mindestbeitrag zahlen würden, der über dem für Angestellte mit gleichem Einkommen liegt. Zudem ist bislang ungewiss, wann genau die Große Koalition das Vorhaben in die Tat umsetzen will.

Wie können Selbstständige ihre Kosten für die Krankenversicherung senken?

Je nach Einkommen zahlen Selbstständige zusammen mit dem Zusatzbeitrag, Krankengeldanspruch und Pflegebeitrag monatlich bis zu 845 Euro an ihre Krankenkasse. Angesichts dieser hohen Kosten kann es für sie sinnvoll sein, einen Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) zu prüfen. Hier richten sich die Kosten nicht nach der Höhe des Einkommens, wodurch sich ein großes Sparpotenzial ergibt. Darüber hinaus können Privatversicherte ihren Gesundheitsschutz individuell nach ihren Wünschen zusammenstellen. So viel Flexibilität bietet die gesetzliche Krankenversicherung nicht.

Ein weiterer Vorteil der PKV ist die oftmals schnellere Facharztterminvergabe. Dies ist für Selbstständige besonders wichtig. Denn je eher ihre Beschwerden vom Arzt abgeklärt sind, desto schneller können sie gesund werden und mit ihrer Arbeit wieder Geld verdienen. Das Wichtigste ist jedoch, dass Selbstständige ihre Ausgaben für die Krankenversicherung mit einem PKV-Tarif senken können. Welche Versicherer den besten Mix aus Preis, Leistung und Service bieten, finden Interessierte mit einem unverbindlichen Tarifvergleich heraus.