Bausparkassen ecken bei Kunden an: Neue Gebühren und Kündigungen

Debeka, Signal Iduna und LBS Bayern verärgern aktuell viele Kunden: Die drei Bausparkassen erheben neue Gebühren. Ob als Servicepauschale oder Kontogebühren ausgewiesen – Bausparer sollten schnell reagieren. Denn für einen Widerspruch bleibt nur eine begrenzte Zeit. Ganz andere Sorgen haben einige Sparer der Aachener Bausparkasse. Ihnen wird das Bausparkonto gekündigt.

Veröffentlicht am 27. Januar 2017



Schlechte Neuigkeiten für zahlreiche Bausparer: Mehrere Bausparkassen erheben neue Gebühren und reagieren damit auf die Belastungen durch die aktuelle Niedrigzinsphase. Allerdings nehmen es nicht alle Anbieter so genau damit, ihre Kunden ausführlich über die zusätzlichen Kosten zu informieren. Während die Debeka Bausparkasse und die Signal Iduna in gesonderten Schreiben über eine Änderung der Geschäftsbedingungen informieren, ist die neue Kontogebühr bei der LBS Bayern, nur dem Jahreskontoauszug zu entnehmen, berichtet Stiftung Warentest. Wie die Verbraucherorganisation weiter erläutert, scheinen die Kassen darauf zu spekulieren, dass ihren Kunden die neuen Gebühren nicht auffallen. Denn wer nicht zügig widerspricht, muss zahlen.

Neue Gebühren für den Bausparvertrag: So viel müssen Bausparkunden zusätzlich zahlen

Einige Debeka Bausparer zahlen rückwirkend zum 1. Januar 2017 eine Servicepauschale von bis zu 24 Euro pro Jahr. Kunden mit einem neueren Bausparvertrag, der einen Guthabenzins von 1,25 Prozent vereinbart hat, zahlen hingegen die Hälfte. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung begründet ein Sprecher den Schritt mit „steigenden, regulatorischen Anforderung sowie den Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase“.

Bausparer, die bei der Signal Iduna den Tarif Freiraum gewählt haben, müssen eine Pauschale von 15 Euro jährlich einplanen. Die neue Gebühr fürs Bausparen bei der LBS Bayern beträgt hingegen „nur“ 9,60 Euro. Dafür ist es hier wahrscheinlicher, dass die zusätzlichen Kosten vorerst nicht auffallen.

Wie sollten sich Bausparer jetzt verhalten?

Wenn Bausparkassen neue Gebühren im Kleingedruckten verstecken oder die Ankündigung mit einem großen Stapel anderer Unterlagen verschicken, ist das für Bausparer problematisch. Denn wollen sie sich mit den Extra-Kosten nicht abfinden, haben sie nicht unendlich Zeit, um dagegen vorzugehen. Die Frist für einen formlosen Widerspruch verstreicht zwei Monate nach Erhalt des Schreibens. Reagieren Betroffene in dieser Zeit nicht, stimmen sie der Änderung automatisch zu.

Unliebsame Verträge gekündigt: Bausparen ist keine Geldanlage

Die Aachener Bausparkasse reagiert jetzt auf die Niedrigzinsphase ähnlich wie zahlreiche andere Bausparkassen auch: Sie kündigt alte, hochverzinste und noch nicht zuteilungsreife Bausparverträge. Den entsprechenden Kunden wurde im ersten Schritt eine Vertragsanpassung zugunsten der Bausparkasse angeboten. Diejenigen, die sich darauf nicht eingelassen haben, müssen sich jetzt auf eine Kündigung einstellen. Dabei ist längst nicht endgültig geklärt, ob die Bausparkassen dabei das Recht auf ihrer Seite haben.

Deshalb ist es ratsam, sofort schriftlichen Widerspruch gegen die Kündigung einzulegen. Danach kann beispielsweise der Ombudsmann für private Bausparkassen helfen. Für betroffene Sparer einer Landesbausparkasse gibt es verschiedene Schlichter. Hier erfahren Kunden auf der Internetseite der Bausparkasse oder in Vertragsunterlagen, an wen sie sich wenden können.

Richtigstellung: In einer früheren Version berichteten wir, dass die AachenMünchener Bausparkonten kündigt. Dies war leider falsch dargestellt. Es handelt sich dabei um die Aachener Bausparkasse.