Bausparvertrag: Kündigung von 26000 Altverträgen bei LBS

Die LBS Bayern verschickt aktuell für 26.000 Bausparverträge Kündigungen und verärgert damit ihre Kunden. Für die alten Verträge erhalten Bausparer einen vergleichsweise hohen Zinssatz von 3,5 Prozent auf ihr Guthaben. Heute liegt die Verzinsung bei 0,25 Prozent. Da die Rechtslage unklar ist, raten Verbraucherschützer Betroffenen juristischen Beistand zu suchen.

Die Bausparkasse LBS Bayern kündigt mit Wirkung zum Mai kommenden Jahres 26.000 Bausparverträge. Die LBS zahlt den betroffenen Kunden entweder ihr Guthaben aus oder legt es in einen neuen Bausparvertrag zu deutlich schlechteren Zinskonditionen an. Mit diesem Schritt befreit sich die Bausparkasse von Bausparern mit gut verzinsten Altverträgen, die dem Geldinstitut in der aktuellen Niedrigzinsphase teuer zu stehen kommen. Die LBS Bayern ist dabei nicht die erste Bausparkasse, die übersparte oder zuteilungsreife Bausparverträge kündigt.

Fraglich ist jedoch, welches Recht Bausparkassen haben, ihren Kunden eine Kündigung auszusprechen, berichtet der Münchener Merkur. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bezeichnet die Lage als juristische Grauzone. Gerade weil die Rechtslage unklar ist, sollten Betroffene nicht klein beigeben, sondern sich von Verbraucherzentralen beraten lassen oder sich juristischen Beistand suchen.

Update 27.11.2014: Einigen Berichten zufolge kann die Kündigung umgangen werden, wenn Betroffene ihre Bausparsumme erhöhen – also die Übersparung beseitigen. So fiel beispielsweise bereits ein Schiedsspruch des Ombudsmanns der öffentlichen Banken zugunsten von Klägern aus.

Update 8.12.2014: Die BaFin wirbt dafür, das Bausparkassengesetz ändern lassen, sodass es Bausparkassen erleichtert werden soll, teure Altverträge zu kündigen.

Update 10.12.2014: Auch die LBS Hessen-Thüringen hat nun der Frankfurter Neuen Presse zufolge 4.500 Bausparverträge zum 31. Mai 2015 gekündigt. Hier handelt es sich um Verträge, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind.

Bausparvertrag: Kündigung nicht einfach akzeptieren

Die LBS Bayern sieht sich mit der Kündigung zahlreicher Bausparverträge rechtlich auf der sicheren Seite. Davon betroffen sind sowohl übersparte Verträge als auch Verträge, die seit zehn Jahren ausgezahlt werden könnten, das Bauspardarlehen von den Kunden aber nicht in Anspruch genommen wird. Wer die Kündigung nicht akzeptieren will, kann Rat bei unterschiedlichen Stellen suchen. Betroffene können sich beispielsweise an Schlichtungsstellen oder den Ombudsmann der jeweiligen Bausparkasse wenden. Bereits vor einem Jahr gerieten teure Bausparverträge ins Visier der Bausparkassen, doch die rechtlichen Grundlagen haben sich seitdem nicht geklärt. Umso wichtiger ist die Beratung von verantwortlichen Stellen.

Bausparvertrag gekündigt: Was können Betroffene tun?

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) weist darauf hin, dass Kunden, deren Altverträge die volle Bausparsumme noch nicht erreicht haben, einer Kündigung widersprechen sollten. Das betrifft beispielsweise Bausparer, die zwar den Plan hatten eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen, ihn schließlich aber verworfen haben. Das angesparte Guthaben auf dem Bausparvertrag wird dann vielmehr als Kapitalanlage betrachtet und die regelmäßige Einzahlung verringert.

Bausparvertrag: Kündigung vermeiden mit Tricks von Experten

Wenn die Bausparsumme noch nicht erreicht ist, rät die Verbraucherzentrale NRW Bausparern mit Altverträgen die Einzahlung bei 85 Prozent zu beenden und den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Unklar ist die Reaktion der Bausparkassen auf dieses Vorgehen. Betroffene sollten sich jedoch nicht durch eine Bausparvertrag Kündigung verunsichern lassen. Vorsicht ist auch bei Angeboten seitens der Anbieter geboten. Kunden sollten nicht voreilig neue Verträge abschließen und sich nur unter Absprache auf Prämien oder Sonderzahlungen einlassen.