Person liegt im Krankenhausbett
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Leitung Newsredaktion

Bei diesen privaten Unfallversicherungen stimmen Preis und Leistung

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts kommt es jährlich zu mehr als sieben Millionen Unfällen im Haushalt und der Freizeit. Anders als bei Unglücken auf der Arbeit sind Betroffene nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke. Welche Tarife das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, zeigt ein neuer Test.

  • Anhand von zwei Modellkunden hat die WirtschaftsWoche die besten Unfallversicherungen ermittelt.
  • Vier Versicherer erzielen sich dabei in beiden Vergleichen eine sehr gute Bewertung.

Ein Stolpern über die Teppichkante, ein übersehenes Staubsaugerkabel oder ein schmerzhafter Zusammenstoß beim Fußballspielen im Park – statistisch gesehen ereignen sich pro Tag mehr als 19.000 Haushalts- und Freizeitunfälle. Manche davon führen dazu, dass Betroffene dauerhaft gesundheitliche Probleme haben, etwa wenn sie die Schulter nach einem Sturz nicht mehr im vollen Umfang bewegen können.



Mitunter ist der Alltag derart eingeschränkt, dass die Wohnung durch Umbauten wie einen Treppenlift an die neue Situation angepasst werden muss. Auf Unterstützung durch die gesetzliche Unfallversicherung brauchen Betroffene dabei nicht zu hoffen, da diese nur Arbeitsunfälle absichert.

Um die finanziellen Konsequenzen eines Unfalls abzudecken, empfiehlt sich daher eine private Unfallversicherung. In Abhängigkeit zum Grad der gesundheitlichen Einschränkung durch den Unfall zahlt sie eine Einmalsumme aus, mit der Versicherte beispielsweise Umbaumaßnahmen bezahlen können. Bei Bedarf erhalten sie zudem eine monatliche Unfallrente.

So wurde getestet

Bei welchen Anbietern es empfehlenswerte Unfallversicherungen mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis gibt, zeigt ein aktueller Vergleich der WirtschaftsWoche zusammen mit dem Analysehaus Morgen & Morgen. Dieses bewertete die Leistungen, die Verständlichkeit der Vertragsunterlagen und die Kundenfreundlichkeit von 21 Versicherern für zwei Musterfälle:

  • 22-jährige Studentin, Versicherungssumme von 100.000 Euro bei einer Progression von 225 Prozent
  • 45-jähriger Manager, Versicherungssumme von 100.000 Euro bei einer Progression von 500 Prozent sowie Unfallrente von 1.500 Euro

Durch die Progression erhöht sich die Auszahlung der privaten Unfallversicherung, umso schwerer die Gesundheit des Versicherten durch den Unfall eingeschränkt ist. Bei Vollinvalidität werden aus den vereinbarten 100.000 Euro so 225.000 Euro (Studentin) beziehungsweise 500.000 Euro (Manager).

Sehr guter Unfallschutz ab 77 Euro im Jahr

Für die Studentin erreichen sechs private Unfallversicherungen eine sehr gute Bewertung. Sie kosten zwischen 77 Euro und 134 Euro im Jahr. Die Musterkundin verzichtet dabei auf eine Unfallrente, da sie noch günstig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann.

Die Top-Tarife sind:

  • „Gold“ von Basler
  • „Flex Top“ von HanseMerkur
  • „Unfall Besser+“ von LBN
  • „Best Selection Trend“ von Janitos
  • „UnfallPremium 4.0“ von NV-Versicherungen
  • „Unfall XL + Standard-Taxe“ von InterRisk

Beim Manager empfehlen sich dem Unfallversicherung Test zufolge fünf Angebote. Sie sind mit 204 Euro bis 297 Euro im Jahr deutlich teurer. Das liegt an den Leistungen, etwa der gewünschten monatlichen Rente, und am Alter. Neben Basler und HanseMerkur erreichen auch NV-Versicherungen und InterRisk erneut eine sehr gute Bewertung. Hinzu kommt „Einfach Besser“ von Die Haftpflichtkasse.

Tipp:

Die genauen Kosten der Testsieger sowie weitere aktuelle Vergleiche zur privaten Unfallversicherung finden Interessierte auf „Unfallversicherung im Test“.