Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Berufsunfähigkeitsversicherung droht 2017 teurer zu werden

Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung könnten 2017 merklich steigen. Wer sich erst im kommenden Jahr für den Schutz entscheidet, droht bis zu fünf Prozent mehr zu zahlen. Doch auch wenn jetzt die Zeit drängt, sollten Interessierte nicht den erstbesten Tarif wählen. Schließlich gibt es nicht nur einige Stolperfallen. Auch sind viele Angebote schwach aufgestellt.

Veröffentlicht am 24. Oktober 2016

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung drohen die Beiträge 2017 zu steigen. Wie der Finanzdienstleister MLP berechnet hat, erhöhen sich die Prämien monatlich um bis zu fünf Prozent. Vor allem jungen Menschen ist es zu empfehlen, noch 2016 eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen. Denn gerade für sie wird es teurer.

Den Kalkulationen von MLP zufolge steigen die Beiträge für einen 25-jährigen Versicherungsnehmer bei einer Berufsunfähigkeitsrente von 1.000 Euro im Monat und einer Vertragslaufzeit bis zum 67. Geburtstag um bis zu fünf Prozent. Bei einem Eintrittsalter von 35 Jahren sind es noch drei Prozent, bei 45 Jahren zwei Prozent. Aus diesem Grund sollten Interessierte noch in diesem Jahr handeln. Doch auch unabhängig von den prognostizierten Beitragssteigerungen ist es ratsam, sich so früh wie möglich um den existenziellen Versicherungsschutz zu kümmern. Denn je älter Versicherte bei Vertragsabschluss sind, umso höher sind in der Regel die monatlichen Prämien.

Von steigenden BU-Beiträgen nicht unter Druck setzen lassen

Verbraucher, die sich jetzt mit dem Abschluss ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung auseinandersetzen, sollten trotz des Zeitdrucks keine übereilten Entscheidungen treffen. Denn sie können bei ihrer Wahl einiges falsch machen, etwa durch unkorrekte Angaben ihrer Vorerkrankungen. Das kann im schlimmsten Fall den Versicherungsschutz kosten. Zudem gibt es „jede Menge schwach aufgestellte BU-Policen, man kann da völlig daneben greifen“, mahnt Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern auf Welt online. Entsprechend ist es nicht nur wichtig, mithilfe von Berufsunfähigkeitsversicherung Tests Tarife zu vergleichen, sondern sich auch fachlich beraten zu lassen.

Service: Fordern Sie jetzt ein unverbindliches Angebot zur Berufsunfähigkeitsversicherung an, damit Sie noch in diesem Jahr Ihren finanziellen Schutz bei Berufsunfähigkeit in trockenen Tüchern haben.

Nicht nur auf einen Berufsunfähigkeitsversicherung Test verlassen

Tests zur Berufsunfähigkeitsversicherung geben Interessierten zwar einen guten ersten Überblick, haben jedoch meist einen großen Nachteil: Die Ergebnisse sind nur bedingt aussagekräftig. Da die Beiträge dieser Versicherung sehr stark von individuellen Faktoren wie Alter und Beruf abhängen, können die Testsieger für eine Person eine sehr gute Wahl darstellen, für eine andere hingegen nicht die beste Absicherung sein. Hier empfiehlt sich zusätzlich die Beratung durch einen Fachmann. Mit ihm lassen sich einerseits passende Angebote finden. Andererseits weist er Interessierte auf mögliche Stolperstellen wie die sogenannte abstrakte Verweisung, die Nachversicherungsgarantie oder den Unterschied zwischen Brutto- und Nettoprämie hin.

Berufsunfähigkeitsversicherung besser mithilfe eines Experten abschließen

Die Beratung durch einen Experten hat einen weiteren Vorteil: Er kann anonymisierte Anfragen stellen. Dies ist besonders für Verbraucher interessant, die es aufgrund von Vorerkrankungen, ihres Alters oder ihres Berufs schwer haben, einen Versicherer zu finden. Lehnt ein Anbieter den Antrag an, wird dies in der Regel im Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherungswirtschaft hinterlegt. Aufgrund dieser Daten können die Chancen sinken, bei einem anderen Versicherer einen Vertrag zu bekommen. Mit einer anonymen Risikoanfrage gibt der Interessent allerdings keine wichtigen Informationen preis, die gespeichert werden können.

Wieso steigen die Beiträge bei der Berufsunfähigkeitsversicherung 2017?

Hintergrund der Beitragsanpassung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Garantiezins, der 2017 auf 0,9 Prozent sinkt. Dadurch fällt die Verzinsung der Rückstellungen, welche die Versicherer aufbauen, um die Beiträge mit steigendem Alter stabil zu halten. Versicherte müssen daher höhere Beiträge zahlen, sodass die Reserven auf gleichem Niveau verbleiben. Aus ähnlichem Grund kommt es auch in der privaten Krankenversicherung zu deutlichen Beitragsanpassungen 2017. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sind allerdings nur Neukunden betroffen, die erst im kommenden Jahr einen Vertrag vereinbaren.