Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Betreuungsgeld ab 2014 für private Altersvorsorge nutzen

Das Betreuungsgeld gibt es ab dem 1. August 2013. Familien, die ihre Kinder zu Hause erziehen, bekommen dann monatlich 100 Euro. 15 Euro zusätzlich sollen sie ab dem 1. Januar 2014 erhalten, wenn sie die sogenannte Herdprämie für die private Altersvorsorge oder für das Bildungssparen verwenden. Dieser Bonus sorgt für heftige Kritik.

Auf das Betreuungsgeld haben ab dem 1. August 2013 die Personen Anspruch, die ihre Kinder zu Hause erziehen. Kurz vor der Sommerpause hat der Bundestag zudem grünes Licht für das Bildungssparen und die private Altersvorsorge beim Betreuungsgeld gegeben. Durch den Beschluss des Betreuungsgeldergänzungsgesetzes soll Eltern künftig ein Bonus ausgezahlt werden, wenn sie die sogenannte Herdprämie für die private Altersvorsorge oder für die Ausbildung ihres Kindes nutzen. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) kritisiert diese Möglichkeit. Damit werde „das Fernhalten der Kinder aus der Bildungseinrichtung Kita noch höher prämiert“, sagt der Bundesvorsitzende der AWO, Wolfgang Stadler. Das Bildungssparen nütze zudem nur wohlhabenden Familien.

Bonus für private Altersvorsorge macht Betreuungsgeld attraktiv

Dorothee Bär, stellvertretende CSU-Generalsekretärin, verteidigt den Bonus für die private Altersvorsorge oder zum Bildungssparen: „Damit wird das Betreuungsgeld für Familien noch attraktiver“ – Vor allem für die Personen, die „zugunsten der Betreuung ihrer Kinder ihre Erwerbsarbeit reduzieren oder unterbrechen und somit geringere Rentenanwartschaften erwerben.“ Wer das Betreuungsgeld für die private Altersvorsorge verwendet, erhält ab dem 1. Januar 2014 einen Bonus von monatlich 15 Euro. Maximal können Eltern so 330 Euro für das Bildungssparen oder die private Altersvorsorge verwenden.

Kritik: Bildungssparen kommt nur wenigen zugute

Da die Auszahlung des Betreuungsgeldes auf zwei Jahre begrenzt ist, bezweifelt die AWO, dass insbesondere Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger „nach Auslaufen der Förderungsdauer [… die] Versicherung für ihre Kinder weiter“ finanzieren können. Wird das Betreuungsgeld für die private Altersvorsorge verwendet, liegt der Vertrag für die kommenden Jahre im schlimmsten Fall brach. Davon profitiert nur die Versicherungswirtschaft, so die Kritik der AWO am Betreuungsgeldergänzungsgesetz. Die SPD bemängelt zudem, dass mit dem Bildungssparen nur diejenigen profitieren, „die es sich ohnehin leisten können.“ Ohnehin nützt das Betreuungsgeld Arbeitslosengeld-II-Empfängern kaum, da die Leistung beim Hartz IV angerechnet wird.

Noch muss das Gesetz vom Bundesrat beschlossen werden. Aufgrund der Mehrheit der SPD-regierten Länder im Bundesrat droht das Gesetz zu scheitern. Der SPD zufolge setzt das Betreuungsgeld völlig falsche Anreize. Auch Bündnis 90/Die Grünen vertreten diese Meinung.

Betreuungsgeld: Bonus von monatlich 15 Euro für Altersvorsorge

Um den Bonus für das Bildungssparen zu erhalten, muss mit einer Bank oder einem Versicherungsunternehmen ein entsprechender Vertrag bis zum vollendeten 14. Lebensjahr des Kindes abgeschlossen werden. Die angesparte Summe muss dann „für die Schulbildung, die Hochschulbildung, die berufliche Aus- und Fortbildung, für sonstige Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen oder angeleitete Aktivitäten der kulturellen Bildung des Kindes“ verwendet werden. Der Bund rechnet mit einer finanziellen Mehrbelastung von fünf Millionen Euro im Jahr.

Betreuungsgeld ab 1. August 2013

Das Betreuungsgeld kann von Eltern ab dem 1. August 2013 beantragt werden. Anspruch auf die Herdprämie haben Familien, die ihre Kinder nicht in einer Kita, Kindergrippe oder von einer Tagesmutter betreuen lassen. Das Betreuungsgeld wird frühestens für Kinder ab dem 13. Lebensmonat und für maximal 22 Monate gezahlt. Die staatliche Leistung beträgt zunächst 100 Euro im Monat pro Kind. Ab 1. August 2014 wird es auf 150 Euro erhöht.