Betriebliche Altersvorsorge: Nachteile oft erst im Alter erkennbar

Die betriebliche Altersvorsorge gilt vielen Arbeitnehmern als das einzig wahre Mittel zur privaten Vorsorge. Doch birgt die betriebliche Altersvorsorge Nachteile. Durch die nachgelagerte Besteuerung und fehlende Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung kann die Betriebsrente sehr schnell zum Minusgeschäft werden.

Viele Arbeitnehmer bauen auf die betriebliche Altersvorsorge. Nachteile schmälern die Auszahlung im Alter aber teilweise erheblich. Für manche Sparer entwickelt sich diese Form der Altersvorsorge sogar zum Minusgeschäft. Schuld daran sind mehrere Faktoren. So sind sich viele Menschen gar nicht bewusst, dass die Auszahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) nachgelagert versteuert werden. Das Hauptproblem liegt jedoch bei der sogenannten Entgeltumwandlung – also genau dem Aspekt, der oft positiv hervorgehoben wird.

Betriebliche Altersvorsorge: Nachteile reduzieren den Ertrag

Die Entgeltumwandlung der betrieblichen Altersvorsorge wird meist nicht als Nachteil wahrgenommen. Denn während der Einzahlungsphase hat diese vorrangig positive Auswirkungen. Da die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge aus dem Bruttogehalt des Arbeitnehmers gezahlt werden, bleibt einerseits mehr vom Nettoeinkommen übrig als wenn die Einzahlung erst nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge vorgenommen wird. Andererseits verringern sich diese Sozialversicherungsbeiträge durch den effektiv geringeren Bruttolohn. Hier spart man also vorerst.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 2.500 Euro monatlich zahlt zirka 519 Euro an Sozialabgaben. Zahlt dieser Angestellte jedoch monatlich 200 Euro in die Betriebsrente ein, reduzieren sich die Abgaben um mehr als 40 Euro – er zahlt so nur noch 478 Euro für Pflege-, Renten, Kranken- und Arbeitslosenversicherung (Stand 2017).

Doch gerade dies hat bei der betrieblichen Altersvorsorge einen Nachteil. Durch die geringeren Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt diese bei Renteneintritt auch entsprechend weniger Rente. Diese Differenz muss durch die Betriebsrente erst einmal ausgeglichen werden.

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Einmalauszahlung verstärkt die betriebliche Altersvorsorge Nachteile

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) zeigt in einem Beispiel, dass sich die Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge noch verstärken, wenn auf eine Rentenzahlung verzichtet und stattdessen eine Kapitalauszahlung gewählt wird. Denn bei der einmaligen Auszahlung des gesparten Kapitals wird der volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag fällig – zumindest dann, wenn man gesetzlich krankenversichert ist. Dieser Beitrag wird für die Dauer von 120 Monaten anteilig vom Renteneinkommen abgezogen. In dem Beispiel der SZ müssen so bei einer Einmalauszahlung von rund 24.374 Euro für die nächsten 10 Jahre 35,64 Euro zusätzlich für die Pflege- und Krankenversicherung aufgebracht werden – und zwar jeden Monat.

Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge trotz Nachteile?

Nachgelagerte Besteuerung, geringere gesetzliche Rente, zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge – bei diesen betriebliche Altersvorsorge Nachteilen müssen Verbraucher sich fragen, ob sich die sonst so gelobte Form der eigenständigen Vorsorge wirklich lohnt. Insbesondere wenn der Arbeitgeber nichts zur Betriebsrente zuschießt, sollten Arbeitnehmer genau nachrechnen, ob es nicht Alternativen gibt, die sich mehr lohnen. Im schlimmsten Fall zahlen Sparer bei der betrieblichen Altersvorsorge mehr Beiträge ein, als sie am Ende der Laufzeit ausgezahlt bekommen. Deshalb sollten Interessierte vor Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge mit einem kostenlosen Altersvorsorge Angebot prüfen lassen, welche Vorsorge sich wirklich rentiert.