Rentner sitzt vor großem Fernseher
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

CDU-Wahlprogramm: Laschet plant höhere Zuschläge bei Frührente

Bis zur Bundestagswahl sind es nur noch etwas mehr als drei Monate – höchste Zeit, dass die Union ihr Wahlprogramm vorstellt. Erste Auszüge aus dem Entwurf zeigen, dass die CDU/CSU das Arbeiten im Alter attraktiver und die Frührente unattraktiver machen will. Zudem soll die Betriebsrente für Geringverdiener als Altersvorsorge in den Fokus rücken.

  • Das CDU/CSU-Wahlprogramm soll am Montag offiziell vorgestellt werden.
  • Demnach plant der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet (CDU), eine Rentenreform.
  • Wer früher in Rente gehen will, muss mit höheren Abschlägen rechnen.

Seit fünf Wochen ist das Wahlprogramm der SPD veröffentlicht, Bündnis 90/Die Grünen haben vergangenes Wochenende ihr Programm festgezurrt. Und die Union? Hier gab es bisher nicht einmal einen öffentlich diskutierten Entwurf. Erste Ideen liegen zwar vor, doch ein abgestimmtes Wahlprogramm der CDU/CSU will ihr Kanzlerkandidat Armin Laschet zusammen mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erst am Montag vorstellen, nach einer Klausurtagung der beiden Parteien.

Höhere Zuschläge bei Frührente

Was die Union bezüglich der Rente vorhat, zeigt ein Entwurf, auf den sich die Bild-Zeitung beruft. Demnach plant die Union eine kleine Rentenreform. Mit dieser will sie den frühzeitigen Renteneintritt unattraktiver machen und gleichzeitig Anreize schaffen, damit die Bürgerinnen und Bürger über ihren Rentenbeginn hinaus arbeiten.

Konkret sieht der Entwurf vor, dass sich die Abschläge für Personen erhöhen, die früher in Rente gehen und die Voraussetzungen für die abschlagsfreie Rente mit 63 nicht erfüllen. Derzeit reduziert sich ihre gesetzliche Rente um 3,6 Prozent für jeden Monat, den sie vor ihrer Regelaltersgrenze in den Ruhestand gehen.

Auf der anderen Seite sollen die Zuschläge für Personen steigen, die länger arbeiten, als sie müssten. Aktuell steigert sich ihre Rente dadurch um 0,5 Prozent für jeden Monat, den sie dranhängen.

Arbeitgeber bei betrieblicher Altersvorsorge in die Pflicht nehmen

Neben höheren Ab- und Zuschlägen ist geplant, dass Arbeitgeber Geringverdienern eine durch sie mitfinanzierte Betriebsrente anbieten müssen. Die Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge sollen sich auf Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Staat verteilen.

Aktuell werden Arbeitgeber über eine staatliche Förderung im Rahmen des Betriebsrentenstärkungsgesetz lediglich dazu angeregt, sich an der Betriebsrente ihrer Beschäftigten zu beteiligen. Zahlen sie im Jahr mindestens 240 Euro in die betriebliche Altersvorsorge eines Geringverdieners ein, wird der Betrag mit 30 Prozent vom Staat bezuschusst. Das heißt, mindestens 72 Euro kommen vom Staat, die Arbeitgebern bei der Anmeldung des Beschäftigten zur Lohnsteuer gutgeschrieben werden.

Spitzensteuersatz: Union will Besserverdiener entlasten

Weitere Punkte des Union-Wahlprogramms betreffen unterschiedliche Bereiche:

  • Die Verdienstgrenze für Minijobber soll von 450 Euro auf 550 Euro steigen.
  • Wer mindestens zehn Jahr lang in Wertpapiere investiert hat, muss beim Verkauf auf 50.000 Euro des Erlöses keine Steuern zahlen.
  • Der steuerfreie Pauschbetrag, auch Werbungskostenpauschale genannt, soll von 1.000 Euro auf 1.250 Euro steigen.

Zudem will die Union, dass der Spitzensteuersatz von 42 Prozent erst später greift. Wann genau, ist nicht bekannt. Derzeit gilt der Steuersatz bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 57.919 Euro. Bündnis 90/Die Grünen schlagen mit ihrem Wahlprogramm eine andere Richtung ein. Sie wollen den Spitzensteuersatz auf 48 Prozent erhöhen. Der SPD schwebt ein Wert von 45 Prozent vor.