Mann setzt Atemschutzmaske auf
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Wann steht eine Corona-Infektion beim Versicherungsabschluss im Weg?

Über zwei Millionen Menschen haben hierzulande bisher eine Corona-Infektion überstanden und gelten als genesen. Planen sie demnächst eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder private Krankenversicherung abzuschließen, könnte die Erkrankung zu Problemen führen. Grund ist die Gesundheitsprüfung.

  • Die Versicherer lehnen niemanden automatisch aufgrund einer Corona-Infektion ab.
  • Sie führen allerdings eine sehr individuelle Risikoprüfung durch.
  • Ehemals Erkrankte sollten auf eine anonyme Anfrage Wert legen.

Seit mehr als einem Jahr lebt die Welt schon mit dem Corona-Virus. Auch wenn Forscher und Wissenschaftler dieses soweit verstanden haben, um Impfstoffe gegen die Covid-19-Erkrankung zu entwickeln, bleiben viele andere Fragen ungeklärt. So beeinflussen zwar Vorerkrankungen und Alter die Schwere des Krankheitsverlaufs. Aber welche weiteren Faktoren dazu zählen oder wie Covid-19 zielführend behandelt werden kann, wird noch erforscht.

Gleiches gilt in Hinblick auf Langzeitfolgen, selbst bei milden Verläufen. Experten gehen davon aus, dass 10 bis 20 Prozent der Erkrankten mit anhaltenden Beeinträchtigungen nach dem Ende der Corona-Infektion zu kämpfen haben.

Genau diese Unsicherheiten über die Folgen der Erkrankung führen dazu, dass Genesene damit rechnen müssen, beim Versicherungsabschluss nun kritischer beäugt zu werden.

Corona und Versicherung: Knackpunkt Gesundheitsprüfung

Bei einigen Versicherungen wie der

geht mit dem Abschluss eine Gesundheitsprüfung einher. Mithilfe der Gesundheitsfragen macht sich das Versicherungsunternehmen ein Bild von der gesundheitlichen Fitness und kalkuliert, wie wahrscheinlich es zu Leistungszahlungen kommt. Wer Vorerkrankungen hat, zahlt daher oftmals einen Risikozuschlag.

Zwar fragen die meisten Versicherer bisher nicht explizit nach einer Sars-CoV-2-Infektion. Die Erkrankung müssen Antragsteller in den Gesundheitsfragen dennoch angeben. Denn in der Regel wird dabei nach behandlungswürdigen Infektionskrankheiten und stationären Aufenthalten gefragt.

Bisher keine Ablehnung wegen Corona

Eine pauschale Ablehnung brauchen Interessierte nicht zu fürchten. Mehrere Anbieter wie AXA, Debeka und Generali haben beispielsweise gegenüber dem Tagesspiegel oder dem Spiegel mitgeteilt, dass eine individuelle Risikobetrachtung erfolgt. Im Zweifel werde der Antrag um einige Monate zurückgestellt, um den weiteren Krankheitsverlauf beurteilen zu können.

Mit Blick auf die private Krankenversicherung betont eine Debeka-Sprecherin gegenüber dem Tagesspiegel: „Nach bisherigem Sachstand und heutiger Erkenntnis haben wir noch keinen Antragsteller, der positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, endgültig abgelehnt.“

Im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung sieht sie kaum Abweichungen zur Vor-Corona-Zeit. Dies liege daran, dass es sich dabei um eine Versicherung handelt, die häufig im jungen Alter abgeschlossen wird. Bei den Antragsstellern seien nur reine Infektionen oder milde Krankheitsverläufe festgestellt worden.

Von Versicherungsexperten unterstützen lassen

Ob Vorerkrankung oder überstandene Corona-Infektion – zeichnet sich ab, dass die Gesundheitsprüfung zur unüberwindbaren Hürde beim Abschluss wird, empfiehlt es sich, über einen Versicherungsexperten eine anonyme Voranfrage zu stellen.

Probieren es Interessierte auf eigene Faust und werden abgelehnt, hinterlegt der Anbieter dies im Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft (HIS). Es dient der „Prüfung der in Versicherungsanträgen gemachten Angaben und der Aufklärung von Schadenfällen mit Manipulationsverdacht“, heißt es auf der dazugehörigen Webseite.

Fortan sehen andere Versicherer bei einer Antragstellung, dass der Interessent aufgrund der Gesundheitsfragen schon einmal abgelehnt wurde und neigen dazu, dieser Entscheidung zu folgen. Bei einer anonymen Anfrage ist dies nicht der Fall. Sie kann aber nur durch einen Versicherungsfachmann gestellt werden.

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