Geldscheine in einer Hand
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

CSU-Rentenkonzept: Mit 100 Euro pro Monat gegen die Altersarmut

Während die Grundrente noch nicht einmal in trockenen Tüchern ist, blickt die CSU auf ihrer Klausurtagung im Kloster Seeon bereits voraus. Die Partei will dort ein Rentenkonzept für mehr Generationsgerechtigkeit beschließen. Dieses sieht einen vom Staat finanzierten Sockelbetrag vor, der mit Rentenbeginn ausgezahlt werden soll.

  • Bis zum 18. Lebensjahr soll der Staat für jedes Kind monatlich 100 Euro in einen Generations-Pensionsfonds zahlen.
  • Die neue vierte Säule der Altersvorsorge hat das Ziel, Altersarmut zu vermeiden, so die CSU.
  • Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert den Vorschlag heftig und sieht die 18 Milliarden Euro jährlich besser in der gesetzlichen Rentenversicherung investiert.

Die CSU möchte das bisherige Rentensystem aus drei Säulen (gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge) durch einen weiteren Weg ergänzen. Das sieht der Bild zufolge ein Konzept vor, welches die Christsozialen auf ihrer derzeitigen Klausurtagung beschließen wollen. Mit bis zu 18 Milliarden Euro jährlich, wie der DGB schätzt, ist der Vorschlag jedoch ein finanzielles Schwergewicht – die Grundrente soll der Union zufolge nur rund fünf Milliarden Euro im Jahr kosten. Der Plan der CSU stößt jedoch nicht nur wegen der Ausgaben auf Kritik.



Über 20.000 Euro als Anlagesockel für ergänzende Altersvorsorge

Die CSU sieht ein sogenanntes Starterkit für die Altersvorsorge vor. Dabei soll jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr monatlich 100 Euro vom Staat bekommen, die in einen „Generationen-Pensionsfonds“ angelegt werden. Mit dem Renteneintritt wird die Summe dann samt Gewinnen an den Rentner ausgezahlt. „Ziel ist es, dass zukünftig jeder aus der neuen vierten Säule der Altersvorsorge kapitalgestützt eine Generationenpensionsfonds-Rente erhält und auf diesem Wege Altersarmut wirksam vermieden wird“, heißt es in dem entsprechenden Papier.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund stört sich dabei daran, dass das Geld am Kapitalmarkt angelegt wird: „Offensichtlich hat die CSU den Finanzmarktcrash von 2008 schon vergessen – ihr Vorschlag zeugt von unerschütterlichem Vertrauen in die dauerhaften Renditen am Kapitalmarkt“, so DGB- Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Die Partei schließe eine Wette auf Zinsdifferenzen ab, in deren Licht ein Schnellballsystem eine solide durchdachte Finanzidee sei, kritisiert sie. Das Geld sollte daher wesentlich besser in die Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung investiert werden.

Rentenkommission arbeitet an eigenen Vorschlägen

Während die CSU an neuen Konzepten arbeitet, kümmert sich die aktuelle Regierung derzeit um die Umsetzung vereinbarter Rentenvorhaben. So will Sozialminister Hubertus Heil (SPD) noch im Januar das Gesetz zur Grundrente auf den Weg bringen. Ist dieses beschlossen, sollen gesetzliche Regelungen zur Altersvorsorgepflicht für Selbstständige folgen.

Im März präsentiert außerdem die Rentenkommission ihre Vorschläge zur Absicherung der Altersvorsorge. Hier sind mehrere Szenarien denkbar, etwa eine Verbesserung der Riester-Rente oder die Einführung einer ganz anderen Form der Vorsorge.