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DAK erhöht Zusatzbeitrag: 2016 wohl teuerste Krankenkasse Deutschlands

Die DAK Gesundheit erhöht ihren Zusatzbeitrag 2016 um 0,6 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent. Für DAK-Versicherte wird nun ein Krankenversicherungsbeitrag von 16,1 Prozent fällig. Die DAK könnte damit zur teuersten gesetzlichen Kasse in Deutschland werden. Diesen Schritt werden wohl viele Versicherte mit einem Krankenkassenwechsel quittieren.

Veröffentlicht am 18. Dezember 2015
Die DAK Gesundheit wird den Zusatzbeitrag 2016 drastisch um 0,6 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent anheben. Damit steigt der Versicherungsbeitrag für die drittgrößte deutsche Krankenkasse auf 16,1 Prozent. Zwar haben noch nicht alle Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge für das Jahr 2016 bekanntgegeben. Allerdings ist die DAK bisher die einzige Kasse, die mit ihrem Beitrag die 16-Prozent-Marke übersteigt. Der Krankenkasse droht nun ein deutlicher Mitgliederschwund, denn für die Versicherten ist ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter problemlos möglich.

Update 5. Januar 2016: Die Viactiv Krankenkasse erhebt 2016 einen Beitrag von 16,3 Prozent. Mehr als ein Prozent günstiger sind dagegen unter den bundesweit geöffneten Anbietern drei Kassen, wie ein Blick auf die günstigste Krankenkasse 2016 zeigt.

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DAK hat sich verrechnet: Zusatzbeitrag 2016 muss Defizite ausgleichen

Die Ursache für den nun sehr starken Anstieg des DAK Zusatzbeitrags 2016 liegt in einer Fehlkalkulation aus dem letzten Jahr. Wie Herbert Rebscher, der Vorstandsvorsitzende der DAK Gesundheit, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einräumte, hat die DAK in diesem Jahr bewusst das Risiko eines Defizits in Kauf genommen. So wurde der Zusatzbeitrag auf das durchschnittliche Niveau von 0,9 Prozent festgesetzt, um zu vermeiden, dass die DAK bereits 2015 zu den teuersten Kassen gehört.

Die Krankenkasse hat in der Vergangenheit bereits die Erfahrung machen müssen, dass erhöhte Kosten für die Versicherten schnell zu einem Mitgliederschwund führen. Durch die Einführung des pauschalen Zusatzbeitrags von 8 Euro im Jahr 2010 verlor die Kasse beispielsweise innerhalb von zwölf Monaten rund 460.000 Versicherte.

DAK mit hohem Zusatzbeitrag 2016: Wechselwelle wahrscheinlich

Bereits in der ersten Hälfte dieses Jahres verbuchte die DAK Gesundheit rund 30.000 weniger Versicherte. Auch im nächsten Jahr wird die Kasse wieder deutlich an Mitgliedern einbüßen. Denn die Erhöhung des Zusatzbeitrags macht sich bereits im Januar 2016 auf dem Lohnzettel bemerkbar. Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro monatlich zahlen nun 18 Euro mehr für ihren Krankenversicherungsschutz. Pro Jahr belaufen sich die Mehrkosten sogar auf 216 Euro.

Dabei haben gesetzlich Krankenversicherte die Möglichkeit, jederzeit die Krankenkasse mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende zu wechseln. Allein Kassenmitglieder, die weniger als achtzehn Monate bei ihrer Kasse versichert sind, bleiben an die Kasse gebunden. Bei einer Beitragserhöhung besteht hierbei allerdings ein Sonderkündigungsrecht. Das heißt, selbst DAK-Mitglieder, die erst kürzlich in die Kasse eingetreten sind, können nun mit einem Kassenwechsel Beiträge sparen.

Erhöhung des Zusatzbeitrags 2016 zulasten der Versicherten

Die drastische Erhöhung des Zusatzbeitrags wird allein von den Versicherten getragen. Denn selbst sozialversicherungspflichte Arbeitnehmer zahlen den kassenindividuellen zusätzlichen Beitrag komplett aus der eigenen Tasche. Der Arbeitgeberanteil bezieht sich nur auf den gesetzlich festgeschriebenen Beitragssatz von 14,6 Prozent, dieser wird hälftig vom Arbeitgeber bezahlt. Aus diesem Grund wurde zuletzt immer stärker gefordert, den Arbeitgeberanteil auch auf den Zusatzbeitrag anzuwenden, damit die steigenden Beiträge nicht mehr nur die Arbeitnehmer finanziell belasten.

Auch aus Sicht der Krankenkassen wäre eine solche Anpassung wünschenswert. So erklärte Jens Baas, Chef von Deutschlands größter gesetzlichen Krankenversicherung Techniker Krankenkasse, gegenüber der Rheinische Post, dass er eine Anhebung des Arbeitgeberanteils erwartet: „Es ist nicht realistisch, dass auf Dauer allein die Arbeitnehmer den Kostenanstieg finanzieren. Spätestens 2017, im Jahr der Bundestagswahl, wird diese Diskussion Fahrt aufnehmen.“ Die Techniker Krankenkasse erhöht 2016 ebenfalls ihren Zusatzbeitrag. Mit einer Steigerung von 0,2 Prozentpunkten auf einen Zusatzbeitrag von 1,0 Prozent fällt die Anpassung allerdings vergleichsweise moderat aus.

Tipp: Wie andere Krankenkassen ihren Beitrag anpassen, erfahren Sie hier.