Illustration Redaktion
Redaktion

Die Redaktion

Die drei wichtigsten Punkte zur Betriebsrente Reform 2018

Die Betriebsrente wird ab 2018 durch eine Reform gestärkt werden. Diese sieht unter anderem Zuschüsse vom Arbeitgeber für Geringverdiener vor. Unternehmen werden zudem vor Stolperfallen bei der betrieblichen Altersvorsorge geschützt. Die drei wichtigsten Punkte zur neuen Betriebsrente im Überblick.

Erstmalig am 7. Mai 2017 veröffentlicht
Lange war sie in der Diskussion, nun steht endlich ein Reform zur Stärkung der Betriebsrente an. Sie sieht für 2018 einige Änderungen bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) vor, die diese Form der Altersvorsorge in Deutschland weiter voranbringen soll. Vor allem drei Punkte bilden den Kern der Reform.

1. Förderung für Geringverdiener: Betriebsrente ab 2018 mit Anreizen für Arbeitgeber

Ab 2018 plant die Regierung mit der Reform einen Förderbetrag für arbeitsgeberfinanzierte Betriebsrenten. Dabei erhalten Arbeitgeber für geringverdienende Mitarbeiter, die maximal einen Lohn von 2.000 Euro monatlich erhalten und für die sie zwischen 240 und 480 Euro pro Jahr in eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse einzahlen, eine steuerliche Förderung in Höhe von 30 Prozent des gezahlten Beitrags. Diese Förderung wird mit der zu entrichtenden Lohnsteuer verrechnet.

2. Unternehmenspleite durch bAV? Reine Beitragszusagen wurden ermöglicht

Da gerade Rentenzusagen Unternehmen in Zeiten niedriger Zinsen belasten können, ermöglicht die Betriebsrenten-Reform reine Beitragszusagen. Derlei Vereinbarungen beschränken sich allerdings auf Betriebe mit Tarifvertrag. Der Arbeitgeber muss sich dann nur noch zur Zahlung von Beiträgen an externe Versorgungsträger verpflichten, beispielsweise die Pensionskasse oder die Direktversicherung. Unternehmen kommen damit nicht in Bedrängnis, hohe Rückstellungen bilden zu müssen, um die garantierten Renten auszahlen zu können.

3. Höhere Einzahlungen in die betriebliche Altersversorgung möglich

Arbeitnehmer, die selbst in eine Betriebsrente einzahlen, können durch die Reform 2018 künftig wohl einen höheren Teil des Einkommens in die betriebliche Altersversorgung investieren. Denn der steuerfreie Höchstbetrag wird noch stärker an die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung gekoppelt. Statt vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze als steuer- und sozialversicherungsfreie Einzahlung plus weitere steuerfreie 1.800 Euro wird der Höchstbetrag auf sieben Prozent angehoben und der zusätzliche Betrag entfällt. Wäre diese Regelung bereits 2016 in Kraft, könnten Sparer statt 2.976 Euro im Jahr plus 1.800 Euro ganze 5.208 Euro ohne Abgaben in die Betriebsrente einzahlen.

Achtung: Die Betriebsrente hat einige Nachteile, die auch nach der Reform bestehen bleiben.

Betriebsrente Reform 2018: Freibeträge für Geringverdiener

Gerade Menschen, deren gesetzliche Rente im Alter kaum zum Leben ausreicht, werden durch Freibeträge bei der Grundsicherung im Alter künftig entlastet. So werden bis zu rund 200 Euro aus der betrieblichen Altersvorsorge nicht auf die Sozialleistung angerechnet werden. Zudem wurde die Doppelverbeitragung von Kranken- und Pflegeversicherung bei Betriebsrenten mit Riester-Förderung abgeschafft.

Zudem müssen Arbeitgeber, die sich an der Gehaltsumwandlung beteiligen, ab 2019 (beziehungsweise ab 2022 für bestehende Verträge), 15 Prozent des Umwandlungsbetrags zusätzlich in die Betriebsrente zahlen, wenn sie durch die Beteiligung an der bAV Sozialversicherungsbeiträge sparen. Laut dem Handelsblatt soll diese Regel dafür sorgen, dass die vollen Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge auf die Betriebsrente nicht mehr so stark ins Gewicht fallen.

Nach der Reform zu Betriebsrente: Ost-West-Angleich, Rentenalter und noch mehr Mütterrente

Die Betriebsrente ist längst nicht alles hinsichtlich der Rente, womit sich Andrea Nahles (SPD) in den vergangenen Wochen herumgeschlagen hat. Einerseits hat sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dafür ausgesprochen, das Rentenalter an die Lebenserwartung zu koppeln, andererseits muss sie sich eigentlich mit CSU-Forderungen nach einem Ausbau der Mütterrente auseinandersetzen. Ganz nebenbei hat sie noch das eigene Vorhaben,  die Ost- und Westrenten anzugleichen, umgesetzt.