App für den Impfschutz
Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Digitaler Impfpass CovPass startet: Was es jetzt zu beachten gilt

Der digitale Impfpass kann seit Donnerstag auf den ersten Smartphones genutzt werden. Die Einführung erfolgt stufenweise. Wie der „CovPass" funktioniert und wie sicher er ist, erklärt finanzen.de.

Im EU-Parlament schon lange diskutiert, geht der digitale Impfpass nun in Deutschland an den Start. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellt den sogenannten CovPass am Donnerstag im Rahmen einer Bundespressekonferenz vor. Nachdem in den letzten Wochen Schritt für Schritt ein wenig Normalität in den deutschen Alltag zurückkehrte, soll der digitale Impfpass weitere Erleichterung bieten.

Mit einem vollständigen Impfschutz gehen gewisse Freiheiten einher. So sind komplett Geimpfte von Kontaktbeschränkungen und Quarantänepflichten ausgenommen, auch können sie ohne Testpflicht beispielsweise in Restaurants speisen. Bisher mussten sie dafür den gelben Impfpass vorzeigen, zukünftig wird dies bequem über das Smartphone möglich sein.

Ab wann ist der digitale Impfpass gültig?

Europäischer Stichtag für die Einführung des digitalen Impfpasses ist der 1. Juli. Deutschland ist somit etwas flotter, hierzulande ist der digitale Impfpass jetzt schon gültig. Doch auch in acht weiteren EU-Ländern sind digitale Impfpässe bereits im Einsatz, beispielsweise in Spanien, Frankreich oder Griechenland.

„Sie sehen, wir hatten angekündigt, dass es dieses Werkzeug bis zum Ende des zweiten Quartals geben können soll. Wir halten hier Wort”, bekräftigt Spahn, der aktuell im Kreuzfeuer der SPD und des Bundesrechnungshofes aufgrund exorbitanter Ausgaben seines Ministeriums bei Masken und Intensivbetten steht.

Ziel ist es, dass der CovPass pünktlich zur Urlaubssaison europaweit anerkannt wird. Die EU hätte damit eine Vorreiterfunktion, setzt sie mit der Lösung doch einen weltweiten Standard. Spahn hofft, dass das europäische Modell richtungsweisend für den internationalen Reiseverkehr sein könnte.

Wie funktioniert der digitale Impfpass?

Nach vollständiger Impfung wird der digitale Nachweis in Form eines QR-Codes vom jeweiligen Arzt oder Impfzentrum generiert. Dieser wird mit der Foto-Funktion des Smartphones abgescannt. Speicherort ist die Corona-Warn-App oder die neue CovPass-App, die seit Donnerstag bereits für einige Betriebssysteme verfügbar ist.

Der „Rollout” des CovPass erfolgt „Schritt für Schritt”, wie Spahn auf der Pressekonferenz betont. Arztpraxen und Impfzentren werden also nicht allesamt sofort an das System angeschlossen und können den digitalen Impfpass ausstellen. Dies wird flächendeckend erst Ende Juni der Fall sein.

Spätestens ab dann können Geimpfte beispielsweise beim Besuch von Veranstaltungen den QR-Code auf ihrem Smartphone vorzeigen – ähnlich wie dies bei Flugtickets oder Bahnfahrkarten auf dem Smartphone gang und gäbe ist – und diesen vom Einlasspersonal mit einer Prüf-App verifizieren lassen.

Auf welchen Smartphones funktioniert die App?

Anders als bei der Corona-Warn-App, die mindestens iOS 12.5 erfordert, soll CovPass ab iOS 12.0 verwendbar sein. Für Android-Smartphones wird – wie auch bei der Corona-Warn-App – selbst für Android 6 noch die Nutzung von CovPass unterstützt.

Wer die Corona-Warn-App nutzt, kann neben negativen Testergebnissen dann zeitnah auch den Impfpass komfortabel in einer App verwalten.Ein extra Download der CovPass-App ist somit nicht nötig.

Der analoge gelbe Impfpass wird anstelle des digitalen Impfnachweises auch weiterhin gültig sein.

Wie steht es um den Datenschutz beim CovPass?

Ausgestellt werden darf der digitale Impfpass nur direkt von autorisierten Personen, online ist dies nicht möglich.

Über den QR-Code sind der Name, das Geburtsdatum und der Impfstatus des Nutzers auslesbar. Auch ein Ausdruck des Codes ist möglich für alle, die die digitale Variante nicht nutzen wollen oder können.

Zur Kontrolle, dass der Nachweis auch zur betreffenden Person gehört, ist das Vorzeigen eines Lichtbildausweises nötig.

Für den CovPass wurde eine dezentrale Lösung gewählt, es gibt also keine Datenbank, auf der alle Informationen zu allen Nutzern gesammelt gespeichert sind. Ausgestellt wird der digitale Impfpass im Regelfall nur von der jeweiligen Impfstelle, bei der die Impfung erfolgte. Der QR-Code beziehungsweise das Zertifikat selbst sind laut Angaben des Gesundheitsministeriums kryptographisch vor Veränderungen geschützt.

Woher bekomme ich den digitalen Nachweis, wenn ich bereits vollständig geimpft bin?

„Viele Bundesländer werden in diesen Tagen beginnen, den QR-Code postalisch zu versenden”, erklärt Spahn das Vorgehen für vollständig Geimpfte.

Grundsätzlich soll jedoch auch die jeweilige Impfstelle einen QR-Code nachträglich ausstellen können, sogar Apotheken werden dazu berechtigt sein, stellt der Gesundheitsminister in Aussicht.

Laut Apothekenverband beginnen ab Montag die ersten Apotheken den digitalen Impfpass nachträglich auszustellen. Damit Geimpfte herauszufinden können, bei welcher Apotheke in der Nähe dies möglich ist, soll das Portal mein-apothekenmanager.de zeitnah ausgebaut werden. Wann diese Funktion verfügbar ist, ist aktuell nicht bekannt.