Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

DriveNow: Kulanz gegenüber dem Kunden steht vorn

Autos diverser Carsharing-Anbieter wie Car2go oder Flinkster sind aus vielen deutschen Großstädten nicht mehr wegzudenken. Laut Stiftung Warentest funktioniert die Autovermietung gut, Mängel finden sich nur im Kleingedruckten. finanzen.de hat nun mit dem kundenstärksten Carsharer DriveNow über Perspektiven und Vorteile des kommerziellen Carsharings gesprochen.

In vielen deutschen Metropolen prägen sie mittlerweile das Stadtbild: die Mietwagen verschiedener Carsharing-Flotten. Was dabei auffällt, sind die unterschiedlichen Konzepte – und die entsprechenden Preisunterschiede. Kürzlich hat Stiftung Warentest kommerzielle Anbieter getestet – mit überwiegend positiven Ergebnissen. Dabei sind Unternehmen, deren Mietwagen auf einen festen Parkplatz abgestellt werden müssen, günstiger als Carsharer, bei denen Nutzer für die Flexibilität, das Auto überall stehen lassen zu können, mehr zahlen.



DriveNow: Langjährige Erfahrung kontra Stiftung Warentest

Einer der erfolgreichsten Anbieter ist DriveNow mit insgesamt über eine halbe Million Kunden in Europa. Doch zuletzt hat Stiftung Warentest das Unternehmen neben anderen Anbietern aufgrund „einer unangemessenen Benachteiligung“ von Kunden bei der Schadensregulierung kritisiert. Wenn Kunden vergessen, das Fahrzeug auf Schäden zu untersuchen bzw. diese nicht vermerken, sollen sie „immer für den Schaden haften“, so die Verbraucherorganisation.

Gegenüber finanzen.de stellt Pressesprecherin Aurika von Nauman jedoch klar, dass die Erfahrungen von DriveNow „über die Jahre zeigen, dass die Regelung so gut funktioniert und es zu keiner unangemessenen Benachteiligung der Kunden kommt. Ist ein eindeutiger Nachweis, eine eindeutige Zuordnung eines Schadens zu einem Kunden nicht möglich, steht bei uns die Kulanz gegenüber dem Kunden vorn an.“ Kunden sollten das Fahrzeug dennoch vor der Fahrt gewissenhaft auf Schäden prüfen, um im Nachgang unnötigen Ärger zu vermeiden. „Die Zeit dazu haben sie, denn die Abrechnung der Minuten beginnt erst anschließend, wenn sie die Buchung aktiv starten.“

Expansionspläne bei DriveNow

Finanziell lohnt sich Carsharing für Menschen, die auf ein eigenes Auto verzichten und wenig fahren, nach Expertenmeinung bis etwa 5.000 Kilometer im Jahr“, so Stiftung Warentest. Allerdings klappt das zeitweise Mieten und Vermieten von Autos bisher vorwiegend nur in Großstädten. DriveNow plant zwar in den nächsten Jahren weiter zu expandieren. Doch im kleinstädtischen oder ländlichen Bereich wird das Konzept, wie es bisher verfolgt wird, nicht funktionieren. Dies liegt vor allem an Faktoren wie „einer Mindest-Einwohnerzahl und -dichte, bestimmten (Mobilitäts-)Infrastrukturen sowie einer daran angepassten Geschäftsgebietsgröße und Fahrzeugdichte von DirveNow“, erläutert von Nauman. „Nu so kann eine entsprechende Fahrzeugverfügbarkeit sowie wirtschaftliche Anmietungsauslastung“ gewährleistet werden.

Andere Anbieter sind Ergänzung, keine Konkurrenz

Generell hat Carsharing nach dem Freefloating-Modell einige Vorteile. Gegenüber klassischen Carsharern ist die Fahrt nicht an bestimmte Ziele gebunden, gegenüber privaten Carsharing-Diensten steht das Auto zudem wesentlich spontaner und zuverlässiger zur Verfügung. Diese Punkte hatte die Stiftung Warentest zuletzt bei ihrer Untersuchung der privaten Anbieter bemängelt. DriveNow weist jedoch darauf hin, dass das Unternehmen „stationäre und stationslose Carsharing-Angebote als Ergänzung je nach Nutzungsdauer und Anwendungsfall und nicht als Konkurrenz“ versteht. Häufiger genutzt wird allerdings das stationslose Carsharing. Im Januar 2015 gab es laut Bundesverband Carsharing rund 660.000 Nutzer. Das sind fast doppelt so viele Kunden als bei stationsbasierten Anbietern mit 380.000 Personen.

Bildquelle: DriveNow