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Drohnen Versicherung – Diesen Versicherungsschutz brauchen Hobbypiloten

Drohnen für den Freizeitspaß erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch nur den wenigsten Hobbypiloten ist klar, dass es für das Fliegen sowie Filmen und Fotografieren aus der Luft spezielle Regelungen zu Daten- und Versicherungsschutz gibt. finanzen.de beantwortet die wichtigsten Fragen zu Drohnen, etwa ob die Flugobjekte versichert sein müssen.

Es gibt zahlreiche Modelle von Drohnen, die von Hobbypiloten genutzt werden: Von kleinen Modellen mit einem Kilo bis zu massiven Fluggeräten, die weit über fünf Kilo hinausgehen. Unabhängig von der Größe können die Drohnen – auch Quadro- oder Multicopter genannt – mit verschiedenen Accessoires wie einer Video- oder Fotokamera ausgestattet werden. Da ihr Einsatz jedoch verschiedene Gefahren mit sich bringt, brauchen Hobbypiloten einen speziellen Versicherungsschutz. Beim Einsatz von Kameras spielen zudem Datenschutzfragen eine wichtige Rolle. finanzen.de hat bei Dr. Volker Eckert von dem Deutschen Modellflieger Verband e.V. (DMFV) und dem Fachanwalt für IT-Recht Michael Terhaag nachgefragt, welche Rechte und Pflichten Verbraucher haben und wie es um den Versicherungsschutz steht.

Wie sind Hobby-Drohnen und ihre „Piloten“ versichert?

Die meisten privaten Haftpflichtversicherungen integrieren keine Modellflugzeuge, zu denen privat genutzte Drohnen zählen, in ihren Schutz. Doch „für Flugmodelle besteht eine gesetzliche Versicherungspflicht. Der Haftpflichtschutz besteht in Form einer Halter-Haftpflicht-Versicherung für Flugmodelle.“, so Eckert. Entsprechenden Versicherungsschutz bietet der DMFV über eine Mitgliedschaft an. „Kameras an Drohnen sind dabei mitversichert.“ Doch dieser Schutz gilt nur auf europäischen Modellfluggeländen. Wer weltweiten Schutz genießen möchte und darüber hinaus außerhalb von Vereinsgeländen fliegen will, braucht eine Zusatzversicherung, die beispielsweise auch von dem DMFV angeboten wird. Gut zu wissen: Eine solche Extraversicherung wird nicht benötigt, wenn das Flugmodell unter 1.000 Gramm wiegt.

Diese Schäden deckt keine Haftpflichtversicherung ab

Laut Eckert fallen zwar „die meisten privat genutzten Copter in den Bereich leicht und langsam.“ Doch das heißt nicht, dass sie keine Schäden anrichten können. „Wer entsprechenden Versicherungsschutz hat, ist gegen Schäden an Dritten versichert. Dazu zählen auch Schäden durch ‚höhere Gewalt‘ – wenn ein Flugmodell etwa durch eine Windböe abstürzt. Der Schaden an dem betriebenen Flugmodell ist allerdings nicht versichert.“

Der Schutz gilt jedoch niemals, „wenn der Pilot vorsätzlich handelt“ oder gegen Gesetze verstößt. Generell benötigen „Piloten in Deutschland für den Betrieb von Flugmodellen mit einem Abfluggewicht von über 5 kg eine behördliche Aufstiegserlaubnis. Verbrennermodelle (motorbetriebene Geräte) mit einem Gewicht von über 5 kg müssen darüber hinaus in einer Entfernung von mehr als 1,5 km vom Ortsrand betrieben werden.“

Manche Modelle – beispielsweise Segler und Elektromodelle unter 5 kg – können mit nur wenigen Einschränkungen in Wohngebieten fliegen. Jeder Freizeit-Pilot ist dafür verantwortlich, dass er niemanden in Gefahr bringt, stört oder anderweitig belästigt. „Bei Flugbetrieb auf fremden Grundstücken, muss der Eigentümer oder Pächter nach seinem Einverständnis gefragt werden. Die gesetzlichen Bestimmungen sind zu beachten.“, so Eckert weiter.

Haftpflichtschutz auch unabhängig von einem Modellflugverein

Die meisten Haftpflichtversicherungen schließen zwar Schäden von Modellflugzeugen und Drohnen aus. Doch das ist nicht für alle Versicherer der Fall. Interessierte sollten sich deshalb bei ihrem Anbieter genau informieren.

Vorsicht bei Flugverbotszonen: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht

Drohnen dürfen, genau wie alle anderen Modellflugzeuge, nicht in Flugverbotszonen fliegen. „Es steht in der Verantwortung des Piloten eines Modells sich zu erkundigen, ob, wann und wo er sein Modell betreiben darf.“ Wer sich unsicher ist, kann bei der Deutschen Flugsicherung nachfragen. Außerdem gibt es spezielle Karten, die Flugverbotszonen anzeigen. Versicherungen weisen darauf hin, „dass der Versicherungsschutz nur dann vollumfänglich besteht, wenn die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden“, erklärt Eckert.

Flugverbotszone: Das sind die rechtlichen Konsequenzen

Michael Terhaag, der sich vor allem mit dem Thema Datenschutz und Persönlichkeitsrechte beschäftigt, fügt zum Thema Flugverbotszonen hinzu, dass zu den typischen Flugverbotszonen beispielsweise Krankenhäuser, militärische Einrichtungen und Menschenmassen (Demos, Konzerte) gehören. „Sie sollten weder überflogen noch gefilmt bzw. fotografiert werden.“ Der Fachanwalt rät zudem davon ab, über Autobahnen zu fliegen. Problemlos kann man seine Drohne hingegen über Gärten, Parks und öffentlichen Räumen steigen lassen und dort zudem filmen und fotografieren.

Ob ein Schaden entsteht oder nicht: „Wer trotz Bemühungen mit seiner Drohne in eine Flugverbotszone gerät und erwischt wird, muss in den meisten Fällen mit einem Ordnungsgeld rechnen“, so Terhaag. Dieses ist allerdings in der Höhe sehr unterschiedlich. Es kommt vor allem darauf an, ob ein „ernsthaftes Bemühen“ vonseiten des Piloten gezeigt wird, sich richtig zu verhalten. „Wer beispielsweise versehentlich mit einer kleinen Drohne in eine Flugverbotszone gerät, kommt meist mit einer Verwarnung davon. Wer allerdings eine 20 kg schwere Drohne über eine Demonstration fliegen lässt, hat sich nicht gut genug informiert“, erklärt Terhaag im Interview.

Drohnen und Datenschutz: Wo sind Videoaufnahmen und Fotos erlaubt?

Wer eine Luftaufnahme mit einer Drohne machen möchte, ist in seinem Radius und in seinen Möglichkeiten über einige Richtlinien eingeschränkt. Generell gilt, dass „jeder Mensch das Recht am eigenen Bild hat“, erklärt Terhaag. Wer gezielt Bilder oder Aufnahmen von Dritten macht, handelt rechtswidrig. „In solchen Fällen ist kein Hobbypilot über seine Haftpflichtversicherung bei Schadensersatzansprüchen oder Schmerzensgeldforderungen geschützt“. Anders sieht das hingegen aus, wenn der Hobbypilot nachweisen kann, dass die abgelichtete Person lediglich als „Beiwerk“ erscheint – also nicht als eigentlicher Grund der Aufnahmen.

„Schweineschwer und irre gefährlich“: Das sind mögliche Schäden durch Drohnen

Laut dem Anwalt können Drohnen, je nach Gewicht, Größe und Funktionen, schwere Personen- und Sachschäden verursachen. „Darüber hinaus ist es möglich, gravierend gegen geltendes Recht zu verstoßen.“ Beispielsweise gegen das Recht am eigenen Bild. „Mit einer Drohne können etwa Bilder von Personen im Nachbargarten oder in einem Freibad gemacht werden. Das ist jedoch illegal. Wenn Piloten bei unerlaubten Aufnahmen entdeckt werden, haben die Opfer das Recht, die Drohne einzubehalten und das Bildmaterial zu löschen. Juristische Konsequenzen folgen je nach Sachlage. Wirklich weitreichende Folgen kommen auf Piloten zu, die andere Personen unerlaubt filmen oder fotografieren und das Material veröffentlichen – beispielsweise bei Facebook.“