Einbruchsichere Türen und Fenster: Staat fördert jetzt Einbruchschutz

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert ab sofort den Einbruchschutz. Mieter und Hausbesitzer können sich Zuschüsse von bis zu 1.500 Euro für einbruchsichere Türen, Fenster und anderen bauliche Maßnahmen sichern. Allerdings werden die Kosten nur anteilig übernommen. Die Investition lohnt sich trotzdem, schon der Einbau sicherer Türen schreckt Einbrecher ab.

Bisher hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau über das Programm „Altersgerecht Umbauen“ vor allem Maßnahmen zum Barriereabbau finanziert. Nun wird die Förderung um Nachrüstungen zum Einbruchsschutz erweitert. Verbesserte Türen, Fenster und einbruchhemmende Rollläden sollen somit in mehr Häusern und Wohnungen Prävention gegen Einbruchdiebstahl bieten. Wie das Bundesbauministerium jetzt bekanntgegeben hat, können ab sofort Anträge auf die Förderung gestellt werden.

Wie sehen die neuen Fördermaßnahmen zum Einbruchschutz aus?

Bereits im Mai dieses Jahres hat die Bundesregierung 30 Millionen Euro für die Förderung von Schutzmaßnahmen gegen Einbruch freigegeben. Jetzt sind die genauen Details zu den Fördermöglichkeiten bekannt. So betragen die Zuschüsse für bauliche Einzelmaßnahmen jeweils 10 Prozent der Investitionskosten und mindestens 200 Euro bzw. maximal 1.500 Euro. Dadurch ergeben sich Mindestinvestitionskosten von 2.000 Euro. Das bedeutet, wer sein Haus oder seine Wohnung günstiger gegen Einbruch sichern lässt, kann die Förderung nicht in Anspruch nehmen.

Mieter und Hausbesitzer müssen zudem darauf achten, dass der Einbruchschutz von einem Fachunternehmen des Handwerks installiert wird. Andernfalls ist keine Förderung durch die KfW möglich. Wer ohnehin vorhat, seinen Wohnraum energetisch zu sanieren bzw. altersgerecht umzubauen, der kann die Zuschüsse aus den jeweiligen Förderprogrammen problemlos kombinieren.

Angst vor Einbrüchen unbegründet?

Die Polizeiliche Kriminalstatistik listet alljährlich die Entwicklung bei den Einbruchzahlen auf. Dabei wurden für das letzte Jahr mit mehr als 150.000 Einbrüchen wieder deutlich mehr Fälle  verzeichnet. Das entspricht einem Einbruch alle drei Minuten. Zwar gibt es Stadtviertel und Regionen, in denen die Einbruchquote sehr gering ist. Allerdings sind dafür andere Gebiete überdurchschnittlich häufig von versuchten und vollendeten Einbruchdiebstählen betroffen. Während es beispielsweise in Bayern, Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern nur sehr selten zu Einbrüchen kommt, sind die Einbruchsquoten in Nordrhein-Westfalen und den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen besonders hoch. Präventionsmaßnahmen sind also keineswegs Zeichen übertriebener Angst.

Auch Bauministerin Barbara Hendricks (SPD) weist auf den Nutzen von Einbruchschutz hin: „Fast die Hälfte aller Einbrecher geben nach wenigen Minuten ihr Vorhaben auf, wenn sie durch technischen Einbruchschutz am Eindringen gehindert werden. Investitionen in den Einbruchschutz machen sich also bezahlt!“

Deutsche wollen Sicherheit gegen Einbrüche und Diebstahl

Eine aktuelle YouGov-Studie zeigt, dass sich viele Verbraucher nicht allein auf bauliche Maßnahmen verlassen, wenn es um den Schutz vor Einbruch und Diebstahl geht. Denn auch wenn viele Einbrecher schnell aufgeben, wenn es ihnen nicht innerhalb kurzer Zeit gelingt, sich Zugang zu einer Wohnung zu verschaffen, kann auch in ein gut gesichertes Haus eingedrungen werden. Daher erachten 73 Prozent der Befragten in der Untersuchung den Diebstahlschutz als äußerst wichtiges bzw. sehr wichtiges Produktmerkmal beim Abschluss einer Hausratversicherung.