Fonds im Test – Finanztest empfiehlt diese Fonds

Nur jeder sechste Deutsche peppt seine Kapitalanlage mit Aktien oder Aktienfonds auf. Dabei stellt der Aktienmarkt eine gute Möglichkeit dar, sich auch als Laie hohe Renditen zu sichern. Stiftung Warentest hat rund 6.000 Fonds getestet und hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken die besten Aktienfonds gefunden.

Regelmäßig führt Finanztest einen Fonds Test durch und findet empfehlenswerte Anlageoptionen. Dennoch trauen sich insbesondere Laien meist nicht, in Aktienfonds zu investieren – zu kompliziert, zu riskant. Dabei hat die Stiftung Warentest schon 2014 Neulingen am Aktienmarkt empfohlen, auf Indexfonds auf dem globalen Börsenindex MSCI World zu setzen. Denn sie haben den Vorteil, dass sie das investierte Geld breit streuen und somit auch das Risiko hoher Verluste. Wer beispielsweise in den Fonds iShares MSCI World investiert, verteilt sein Geld auf rund 1.600 Firmen. Darunter befinden sich Unternehmen wie Apple, Google und Allianz.



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Indexfonds, sogenannte ETFs, bringen laut Finanztest ein paar Prozente mehr ein als das Sparbuch oder das Festgeld. ETFs bilden dabei möglichst genau die Wertentwicklung von Aktienindizes wie den MSCI World ab. Dieser spiegelt die Aktienentwicklung von 23 Industrieländern wie Deutschland und den USA wider. Im Gegensatz zu einzelnen Aktien haben Fonds noch weitere Vorteile: Der Aufwand ist für Anleger relativ gering und die Gebühren halten sich in Grenzen. Stiftung Warentest zufolge betragen diese bei einer Geldanlage von 5.000 Euro bei Hausbanken um die 50 Euro, bei Direktbanken bis zu 20 Euro.

Finanztest: „Einstieg in Aktienmarkt war noch nie so leicht“

Laut Finanztest-Experte Roland Aulitzky bieten Indexfonds auch einem Laien die Möglichkeit, „sein Erspartes mit höheren Renditen anzulegen ohne gleich ein hohes Risiko eingehen zu müssen.“ Durch einen breit gestreuten Aktienfonds führt eine Krise nicht gleich dazu, dass der gesamte Fonds abstürzt. Die Aktienanlage sollte zwar „andere konservative Anlageformen oder Vorsorgemaßnahmen“ nicht ersetzen. „Doch der Einstieg in den globalen Aktienmarkt war noch nie so leicht und relativ sicher“, so Aulitzky.

Fond Test: Risiken der Aktienfonds beachten

Die Verbraucherorganisation weist deutlich darauf hin, dass Anleger die Risiken von Aktienfonds nicht unterschätzen dürfen. Sie stellen keine sichere Geldanlage dar, sind aber „eine ideale Ergänzung“, so Stiftung Warentest. Nur wer sein Geld für einen langen Zeitraum in Fonds investieren will und dadurch Kursschwankungen aussitzen kann, sollte sich für Aktienfonds entscheiden.

Experten raten daher Personen, die kurz vor dem Rentebeginn stehen, von riskanten Fonds ab. Ihr Portfolio sollte überwiegend aus Rentenfonds bestehen. Junge Leute um die 30 Jahre haben hingegen noch ausreichend Zeit bis zum Renteneintritt. Sie überstehen schwächere Phasen und können im besten Fall von Spitzenrenditen von über zehn Prozent profitieren. Ein größerer Anteil ihres Kapitals kann daher in Aktienfonds fließen, einer kleinerer zur Sicherheit in Rentenfonds.

So geht Finanztest beim Fonds Test vor

Beim Fonds Test der Finanztest beziehungsweise Stiftung Warentest werden mehrere tausend Fonds berücksichtigt. Anhand von unterschiedlichen Ausschlusskriterien verringerten die Tester die Auswahl auf ungefähr 6.000 Fonds, die für Anleger infrage kommen. So werden solche Investmentfonds ausgeschlossen, die jünger als fünf Jahre sind. Auch die Fonds, deren Gesamtvolumen unter 50 Millionen Euro liegt, sortiert Finanztest aus.

Die verbliebenden Fonds werden anhand ihres Chancen-Risiko-Verhältnisses bewertet. Dazu betrachteten die Tester die Monatsrenditen aus der Vergangenheit. Abhängig davon, ob in den Monaten Gewinne oder Verluste gemacht wurden, ergibt sich das entsprechende Verhältnis. Je besser es ist, desto mehr Punkte verteilen die Tester von Stiftung Warentest. Die besten Fonds können im Test maximal fünf Punkte erreichen.

Aktienfonds im Test: Zwischen Chance und Risiko

Stark überdurchschnittliche Fonds (5-Sterne-Bewertung) sind aus Sicht der Finanztest-Experten etwa die folgenden marktbreiten ETFs (Stand November 2019)

  • ComStage MSCI World Ucits ETF
  • Lyxor MSCI World Ucits ETF D-EUR
  • iShares Core MSCI World Ucits ETF USD
  • Amundi MSCI World Ucits ETF EUR
  • Source MSCI World Ucits ETF
  • UBS MSCI World Ucits ETF A
  • Xtrackers MSCI All Country World
  • HSBC MSCI World Ucits ETF

Bei diesen Indexfonds sind die jährlichen Kosten vergleichsweise gering. Bei aktiv gemanagten Aktienfonds entstehen für die Anleger meist höhere Kosten. Zwischen ein bis zwei Prozent des Fondsvermögens werden für Verwaltung und Vertrieb abgezogen. Bei einem ETF sind 0,5 Prozent üblich, so Stiftung Warentest.