Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Frage der Woche: Wie viel Netto bleibt 2018 vom Brutto?

Die erste Lohnabrechnung für das neue Jahr steht an und es gibt einen Grund zur Freude: Ab Januar 2018 bleibt den meisten Arbeitnehmern mehr Netto vom Brutto. Steueränderungen wie die Erhöhung des Grund- und Kinderfreibetrags sowie die Senkung der Beiträge für die Renten- und Krankenversicherung bescheren Angestellten künftig eine finanzielle Entlastung.

  • Der Beitragssatz zur Rentenversicherung sowie der allgemeine Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung sinken um 0,1 Prozent.
  • Der Grundfreibetrag erhöht sich für Singles auf 9.000 Euro und für verheiratete Paare auf 18.000 Euro pro Jahr.
  • Das monatliche Kindergeld steigt um zwei Euro pro Kind an.

Sowohl Singles als auch Familien können voller Freude ins neue Jahr starten. Denn einige Änderungen bei der Steuer sorgen dafür, dass in vielen Fällen am Ende des Monats mehr Netto vom Brutto auf der Gehaltsabrechnung sichtbar ist. Zu den Änderungen gehören unter anderem Entlastungen bei der Einkommensteuer, beim Kinderfreibetrag und bei den Beiträgen zur Sozialversicherung.

Mehr Netto vom Brutto: 2018 haben viele Bürger mehr Geld übrig

Durch Neuerungen bei der Einkommensteuer werden Arbeitnehmer ab sofort stärker entlastet. Der jährliche Grundfreibetrag wurde um 180 Euro angehoben und liegt damit bei 9.000 Euro für Singles. Bei verheirateten Paaren verdoppelt sich der Betrag auf 18.000 Euro.

Neben Anpassungen beim Mutterschutz profitieren Ehepaare mit Kindern seit Januar zudem von einem Anstieg des Kindergeldes. Sie erhalten von nun an im Monat 194 Euro für das erste und zweite Kind. Das dritte Kind bekommt 200 Euro und ab dem vierten sind es monatlich 225 Euro. Für Eltern mit einem hohen Einkommen lohnt sich die Erhöhung des Kinderfreibetrags um 72 Euro pro Kind. Der Betrag liegt dann bei insgesamt 4.788 Euro pro Jahr.

Sparen durch Senkung der Sozialversicherungsbeiträge

Auch hinsichtlich der Sozialversicherung profitieren Arbeitnehmer künftig von mehr Netto vom Brutto. Denn seit 1. Januar 2018 zahlen sie weniger für die gesetzliche Rentenversicherung. Der Beitragssatz sank um 0,1 Prozentpunkte und wurde somit leicht von 18,7 Prozent auf 18,6 Prozent angepasst.

Um 0,1 Prozentpunkte verringerte sich auch der durchschnittliche Zusatzbeitrag, den Angestellte an die gesetzliche Krankenversicherung zahlen. Dieser liegt künftig bei 1,0 Prozent des Bruttoeinkommens. Doch nicht alle Krankenkassen haben die Höhe ihres Zusatzbeitrags angepasst. Damit Beschäftigte wirklich von der Beitragssenkung profitieren, sollten sie die Beiträge verschiedener Kassen vergleichen. Denn meist ist ein Krankenkassenwechsel vorteilhaft. Im besten Fall lassen sich dadurch mehrere Hundert Euro im Jahr einsparen.

Für Besserverdiener sieht es nicht ganz so rosig aus, da die Beitragsbemessungsgrenze auf 53.100 Euro pro Jahr erhöht wurde. Diese Grenze beschreibt den maximalen Betrag des Einkommens, der bei der Berechnung der gesetzlichen Krankenversicherung berücksichtigt wird. Gleiches gilt für die gesetzliche Rentenversicherung. Hier hat sich die jährliche Grenze, bis zu der Rentenversicherungsbeiträge anfallen, auf 78.000 Euro (West) beziehungsweise 69.600 Euro (Ost) erhöht.

Für wen lohnen sich die Änderungen?

Durch die Anpassungen in der Sozialversicherung, bei der Beitragsbemessungsgrenze sowie bei der Einkommensteuer ist die finanzielle Entlastung je nach Bruttogehalt und Familienstand für einige mehr, für andere weniger spürbar. Einige Arbeitnehmer können deutlich profitieren.

So kann laut der Süddeutschen Zeitung ein Single ohne Kind mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2.500 Euro in diesem Jahr 130 Euro einsparen. Ein berufstätiges Ehepaar mit zwei Kindern spart bei einem monatlichen Einkommen von 4.000 Euro pro Person am Ende des Jahres insgesamt 431 Euro. Alleinerziehende mit einem Kind, deren monatliches Bruttoeinkommen bei 3.000 Euro liegt, dürfen mit einer Entlastung von 174 Euro rechnen.