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Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Gesetzliche Krankenkasse: Ab 2021 weniger Aufwand beim Wechsel

Hunderttausende gesetzlich Krankenversicherte wechseln jedes Jahr ihre Krankenkasse. Dies ist bereits jetzt recht unkompliziert möglich. Ab Januar 2021 wird es für Verbraucher aber noch einfacher. Einerseits reduziert sich die sogenannte Bindefrist um sechs Monate, andererseits übernimmt die neue Krankenkasse den meisten Aufwand des Wechsels.

  • Ab Januar 2021 treten einige wichtige Änderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Kraft.
  • So müssen Kassenpatienten nur noch 12 statt 18 Monate bei ihrer Krankenkasse gewesen sein, ehe sie dieser regulär kündigen können.
  • Für den Wechsel reicht künftig ein sogenannter Neuaufnahmeantrag.

Über 73 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind gesetzlich krankenversichert. Sie haben die Wahl zwischen rund 100 Krankenkassen. Dabei galt bisher beim Krankenkassenwechsel: Sie müssen mindestens 18 Monate bei ihrer Krankenkasse Mitglied gewesen sein, bevor sie zu einer neuen Kasse gehen können. Ab Januar 2021 wird diese Bindefrist jedoch um sechs Monate verringert. So sind Kassenpatienten nur noch für zwölf Monate verpflichtet, bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse zu bleiben.



Die neue Frist wurde bereits im November 2019 mit dem MDK-Reformgesetz beschlossen. Die Regelungen treten allerdings erst ab dem 1. Januar 2021 in Kraft.

Sonderkündigung bei Beitragserhöhung bleibt bestehen

Unabhängig von der Dauer der Mitgliedschaft ist der Wechsel wie bisher bei Sonderkündigung jederzeit möglich. Ändert die Krankenkasse ihre Leistungen oder ihre Beitragshöhe, können Versicherte außerordentlich kündigen. Die Kündigung muss spätestens am Ende des Monats eingehen, in dem die Änderung zum ersten Mal greift.

Erhebt die Krankenkasse beispielsweise zum 1. Januar 2021 einen neuen Zusatzbeitrag, muss der Wechsel bis Ende Januar geschehen. Da eine Wechselfrist von zwei Monaten gilt, sind Versicherte ab 1. April bei der neuen Kasse versichert.

Neue Krankenkasse übernimmt die Kündigung

Neben der neuen Bindungsfrist gilt ab Januar 2021 ein vereinfachter Wechsel. Bisher müssen Kassenpatienten aktiv kündigen und ihrer neuen Krankenkasse eine Kündigungsbestätigung der alten Krankenversicherung zukommen lassen. Fortan genügt es, bei der neuen Kasse einen Neuaufnahmeantrag zu stellen. Diese erledigt alles Weitere. Arbeitnehmer müssen lediglich ihren Arbeitgeber formlos über den Versicherungswechsel informieren.

Eine aktive Kündigung ist ab 2021 nur noch dann nötig, wenn Versicherte in die private Krankenversicherung wechseln wollen.

Weitere Änderungen bei den Krankenkassen ab Januar 2021

Eine weitere Neuerung ist für Arbeitnehmer interessant. Sind sie bisher nach einem Arbeitgeberwechsel bei ihrer alten Krankenkasse geblieben, begann die 18-monatige Mindestmitgliedschaft von vorne. Dies entfällt nun. Darüber hinaus können sie beim Jobwechsel unabhängig von der Dauer des Versicherungsverhältnisses die Krankenkasse wechseln, die Bindungsfrist entfällt für sie. Wichtig ist nur, dass Beschäftigte diese Option binnen 14 Tage nach Arbeitsbeginn wahrnehmen.