Rentner auf einer Bank
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Grundrente: Auszahlung wird sich bis Ende 2022 hinziehen

Seit 1. Januar 2021 gilt die Grundrente als eingeführt. Doch bis die rund 1,3 Millionen Empfänger erste Auszahlungen auf ihren Konten verbuchen können, dauert es noch. Erst ab Mitte des Jahres soll die Grundrente fließen. Spätestens Ende 2022 soll jeder Berechtigte den Zuschuss rückwirkend zum Januar 2020 erhalten.

  • Bis zu 419 Euro im Monat kann die neue Grundrente ausmachen.
  • Im Schnitt rechnen Experten jedoch damit, dass Empfänger durchschnittlich 70 bis 80 Euro mehr zur Verfügung haben.
  • Die Auszahlung der Grundrente soll rückwirkend ab Juli 2021 erfolgen.

Das Mammutvorhaben Grundrente befindet sich nach jahrelangen Verhandlungen und Bemühen auf der Zielgeraden. Nachdem der Bundestag im vergangenen Juni den Rentenzuschlag für Geringverdiener verabschiedet hat, ist das Grundrentengesetz zum Jahresbeginn in Kraft getreten.

Wer nun erwartet, mehr Rente zu bekommen, muss sich jedoch noch gedulden. Erst ab Mitte des Jahres ist die Deutsche Rentenversicherung in der Lage, den Zuschuss auszuzahlen. Zunächst soll dieser an Neurentner fließen, die ab Juli in Rente gehen. Bis alle Bestandsrentner die Grundrente erhalten, kann es noch bis Ende 2022 dauern.

Prüfungen verzögern Auszahlung der Grundrente

Schon im vergangenen Jahr warnte die Deutsche Rentenversicherung vor zeitlichen Engpässen. Für die Auszahlung muss nicht nur bei 26 Millionen Renten ermittelt werden, welche Grundrentenzeiten es gibt. Dazu zählen beispielsweise Kindererziehungszeiten und Zeiten, in denen Angehörige gepflegt wurden.

Hinzu kommt, dass das Einkommen der potenziell Berechtigten geprüft wird. Dazu wird ein neues Verfahren zum Datenaustausch mit den Finanzämtern entwickelt. Da auch das Einkommen des Ehepartners geprüft wird, nimmt dieser Prozess einige Zeit in Anspruch.

Wer bekommt die Grundrente ab 2021?

Von der Grundrente profitieren Rentner, die im Laufe ihres Arbeitslebens zwischen 30 Prozent und 80 Prozent des Durchschnittseinkommens verdient haben. 2020 liegt dieses monatlich bei rund 3.379 Euro brutto (West). Um Anspruch zu haben, müssen Verbraucher im vergangenen Jahr daher monatlich mindestens 1.013 Euro verdient haben.

Kommen Geringverdiener auf mindestens 33 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung, können sie Grundrente erhalten. Den vollen Zuschuss gibt es ab 35 Beitragsjahren. Dabei wird ihr jährlich erworbener Entgelt- beziehungsweise Rentenpunkt verdoppelt, jedoch höchstens auf 0,8 Punkte angehoben.

Der sich daraus ergebene Zuschlag wird um 12,5 Prozent gekürzt. Die Summe ergibt die Höhe der Grundrente.

Tipp:

Die Deutsche Rentenversicherung hat einige Rechenbeispiele zusammengestellt.

Haben Empfänger ein monatliches Einkommen von mehr als 1.250 Euro, wird dieses anteilig auf die Grundrente angerechnet. Für Eheleute liegt die Einkommensgrenze bei 1.950 Euro.

Wie hoch wird die Grundrente sein?

Die Höhe der Grundrente beläuft sich auf maximal rund 419 Euro im Monat. Den Höchstzuschuss werden allerdings die wenigsten Personen erhalten. Experten rechnen eher damit, dass der Zuschlag im Schnitt bei 80 Euro monatlich liegen wird. Um diesen zu erhalten, ist kein Antrag notwendig. Er wird automatisch ausgezahlt.