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Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Günstigste Krankenkasse 2022: Wo Versicherte Geld sparen

Schon 2021 war von vielen Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge geprägt, 2022 geht es ähnlich weiter. Zwar steigt der Zusatzbeitrag bei nur 19 der knapp 100 Krankenkassen, dennoch sind Millionen Versicherte betroffen. Ein Check, ob die eigene Krankenkasse noch zu den günstigsten gehört, hilft, um im neuen Jahr zu sparen.

Aktualisiert am 11. Januar 2022

Zum Jahreswechsel wurden viele Versicherte per Post über die Beitragsanpassungen ihrer Krankenkasse informiert. So musste sich 2021 knapp jeder Zweite auf eine Erhöhung einstellen. In 2022 betrifft die Beitragserhöhung zwar weniger Kassen. Da mit der AOK jedoch besonders mitgliederstarke Kassen dabei sind, wird die gesetzliche Krankenversicherung für Millionen Kassenpatienten teurer.

Immerhin: Bei den drei größten Krankenkassen, Techniker Krankenkasse, Barmer und DAK-Gesundheit bleiben die Beiträge stabil. Weniger rosig sieht es für Versicherte der mitgliederstärksten regional geöffneten Krankenkassen aus. Hier erhöhen die AOK Bayern und die AOK Baden-Württemberg ihre Beiträge um 0,2 Prozent.

hkk bleibt 2022 günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse

Während in 2021 noch drei Krankenkassen einen Beitragssatz von unter 15 Prozent anboten – darunter die bundesweit geöffnete Krankenkasse hkk (Handelskrankenkasse) – ist die BKK Euregio nun mit 14,95 Prozent die preiswerteste Krankenkasse 2022. Sie ist Hamburg und Nordrhein-Westfalen geöffnet. Für bundesweit geöffnete Krankenkassen bleibt die hkk trotz Preiserhöhung der günstigste Anbieter mit einem Beitrag von 15,29 Prozent.

Dies sind die günstigsten Krankenkassen 2022:

  • BKK Euregio – 14,95 Prozent
  • BKK Pfaff (regional geöffnet) – 15,0 Prozent
  • BKK Faber-Castell & Partner (regional) – 15,25 Prozent
  • hkk – 15,29 Prozent
  • AOK Sachsen-Anhalt (regional) – 15,4 Prozent

Spar-Tipp:

Zum Vergleich: Bei der günstigsten Kasse 2022 liegt der Zusatzbeitrag bei 0,35 Prozent. Die teuersten verlangen dagegen über 2,0 Prozent. Entsprechend groß ist das Sparpotenzial mit einem Wechsel.

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Weitgehende Preisstabilität: Bundeszuschüsse und weniger Vorsorgebehandlungen

Viele Krankenkassen müssen in 2022 ihre Beiträge nicht anheben, da aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen geringere Kosten anfallen. So gab die AOK Bayern kürzlich bekannt, dass 2021 weniger Vorsorgebehandlungen in Anspruch genommen wurden und beispielsweise das Hautkrebsscreening um 18 Prozent zurückgegangen sei. Dennoch muss die Kasse ihren Beitrag um 0,2 Prozent anpassen.

Viele Versicherte müssen oder wollen zudem in der Krise Operationen verschieben, was auch zu geringeren Ausgaben führt. Zudem stabilisiert die Bundesregierung den Zusatzbeitrag der Krankenkassen mit Steuergeldern. So gibt es für 2022 einen Rekordzuschuss von 28,5 Milliarden Euro.

Welche Krankenkassen 2022 teurer und welche günstiger sind

Die BKK Herkules senkt nun schon das zweite Jahr in Folge ihre Beiträge, liegt mit einem Beitragssatz von 16 Prozent aber immer noch knapp über dem Durchschnitt. Während die Betriebskrankenkasse zum Jahresanfang 2021 als einzige ihren Beitragssatz senkte, geht es 2022 noch bei einigen weiteren Krankenkassen mit den Beiträgen herunter. Am meisten bei der BKK BMW mit 0,5 Prozent.

Diese Krankenkassen senken 2022 ihre Beiträge:

  • Bertelsmann BKK auf 15,5 Prozent (- 0,25 Prozent)
  • BKK Dürkopp Adler auf 15,48 Prozent (- 0,32 Prozent)
  • BKK Gildemeister Seidensticker auf 15,5 Prozent (- 0,3 Prozent)
  • BKK Herkules auf 16 Prozent (- 0,3 Prozent)
  • BKK ZF & Partner auf 16,05 Prozent (- 0,35 Prozent)
  • BKK Technoform auf 16,1 Porzent (- 0,4 Prozent)
  • Energie BKK auf 15,98 Prozent (- 0,08 Prozent)

19 Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge ab Januar 2022, darunter:

  • AOK Baden-Württemberg auf 15,9 Prozent (+ 0,2 Prozent)
  • AOK Bayern auf 15,9 Prozent (+ 0,2 Prozent)
  • AOK Bremen/Bremerhaven auf 16,2 Prozent (+ 0,3 Prozent)
  • AOK Hessen auf 16,1 Prozent (+ 0,2 Prozent)
  • AOK Nordost auf 16,3 Prozent (+ 0,2 Prozent)
  • AOK Nordwest auf 16,3 Prozent (+ 0,4 Prozent)
  • AOK Rheinland-Pfalz/Saarland auf 15,9 Prozent (+ 0,4 Prozent)
  • AOK Rheinland/Hamburg auf 16,2 Prozent (+ 0,5 Prozent)
  • AOK Sachsen-Anhalt auf 15,4 Prozent (+ 0,2 Prozent)
  • BKK Scheufelen auf 15,7 Prozent (+ 0,2 Prozent)
  • BKK exklusiv auf 15,89 Prozent (+ 0,3 Prozent)
  • hkk auf 15,29 Prozent (+ 0,3 Prozent)
  • TUI BKK auf 15,95 Prozent (+0,1 Prozent)

Ein Preisvergleich und gegebenenfalls Wechsel zur günstigeren Krankenkassen lohnt sich für Versicherte meist. Etwa 95 Prozent der durch die Krankenkassen abgedeckten Leistungen sind identisch.

So kann ein Berliner Angestellter mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.000 Euro bei einem Wechsel von der BKK24 zur hkk 325,80 Euro im Jahr sparen. Bei einem monatlichen Einkommen von 4.000 Euro brutto würde der Angestellte bei gleichem Wechsel sogar jährlich 434,40 Euro sparen.

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