Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Haftpflichtversicherung – wer haftet bei Gefälligkeitsschäden?

Unfälle bei Freundschaftsdiensten

Veröffentlicht am 6. März 2011



Entsteht ein Schaden im Rahmen eines Freundschaftsdienstes, so bietet die Haftpflichtversicherung nur Unterstützung, wenn sie auch bei „Gefälligkeitsschäden“ leistet. Dies brachte Sonja Biorac vom Infocenter der R+V Versicherung nun zur Sprache. Eine „Gefälligkeit“ liege beispielsweise vor, wenn man sich beim Umzug von Nachbarn, Freunden oder Verwandten helfen lasse. Entstehe hier ein Schaden, so erhalte der Betroffene möglicherweise keine Leistung von der Haftpflichtversicherung des Verursachers.

Gefälligkeit extra absichern

Dies sei darauf zurückzuführen, dass bei einem Umzug üblicherweise keine vertragliche Beziehung zu den Helfenden bestehe, aus der ein Anspruch auf Schadensersatz hervorgehen könne. Lediglich, wenn ein Unfall vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit entstanden sei, könne der Geschädigte mit Schadensersatz rechnen. Dies ist etwa der Fall, wenn der Helfer einen hohen Promillewert vorweise oder mutwillig etwas zerstöre. Entgleitet einer helfenden Hand jedoch beispielsweise eine teure Vase, so springt die Haftpflichtversicherung nur ein, wenn sie auch bei Gefälligkeitsschäden aufkommt. Ist dies gewünscht, so sollte man auf eine entsprechende Vertragsklausel vor dem Versicherungsabschluss achten.