Höhere Kosten fürs Pflegeheim trotz Pflegereform

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind zum Jahreswechsel gestiegen. Dennoch müssen Pflegebedürftige einen größeren Anteil der Kosten für das Pflegeheim selbst zahlen als noch 2014. Berechnungen des PKV-Verbands zufolge sind die Pflegekosten im Schnitt um 107 Euro gestiegen, die Leistungen in der Pflegestufe 3 haben sich jedoch nur um 62 Euro erhöht.

Die Pflegeheimkosten belaufen sich Statistiken zufolge auf durchschnittlich rund 3.200 Euro pro Monat. Personen in Pflegestufe 3 erhalten jedoch nur knapp die Hälfte dieser Kosten von der gesetzlichen Pflegeversicherung bezahlt. Den Rest müssen sie selbst etwa mit ihrer Rente, mit Rücklagen oder einer privaten Pflegeversicherung zahlen. 2015 hat sich dieser Eigenanteil sogar noch erhöht, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Unter Berufung auf aktuelle Berechnungen des PKV-Verbands sind zwar die staatlichen Leistungen durch die Pflegereform 2015 gestiegen. Gleichzeitig erhöhten sich jedoch die sogenannten Pflegesatzkosten. Diese stiegen im Schnitt um 107 Euro, die Zuweisungen der Pflegeversicherung allerdings nur um 62 Euro. Daraus ergeben sich monatliche Mehrausgaben für Pflegeheim-Bewohner von 56 Euro pro Monat.

Pflegekosten können nur mit zusätzlicher Vorsorge komplett gedeckt werden

Diese neuen Zahlen verdeutlichen, dass die Pflegeversicherung nur als Teilkaskoversicherung gedacht ist. Sie trage dazu bei, „die Finanzierung der pflegebedingten Kosten abzumildern“, so der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU).

Die Zahlen des PKV-Verbands spiegeln den Bundesdurchschnitt wider und basieren auf den Kosten, die die rund 13.000 Pflegeheime in Deutschland von ihren Bewohnern verlangen. Je nach Region kann der Anteil, den Pflegebedürftige im Vergleich für 2014 mehr zahlen müssen, niedriger oder sogar deutlich höher ausfallen.