Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Krankenkassen Zusatzbeitrag 2017 bleibt stabil

Der Krankenkassen Zusatzbeitrag wird 2017 stabil bleiben. Dies geht aus den Prognosen des Schätzerkreises der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Finanzlage der Kassen hervor, die heute veröffentlicht wurden. Obwohl der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2017 nicht steigen wird, sind Beitragsanpassungen bei den Krankenkassen dennoch möglich.

Wie hoch der Krankenkassen Zusatzbeitrag 2017 für gesetzlich Krankenversicherte voraussichtlich sein, wurde heute auf Grundlage der neuesten Prognose des GKV-Schätzerkreises bekannt gegeben. Demnach wird er im kommenden Jahr nicht steigen und auf dem Niveau von 1,1 Prozent verharren. Insgesamt beläuft sich der Beitragssatz für den gesetzlichen Krankenversicherungsschutz somit im Schnitt unverändert auf 15,7 Prozent. Es ist zu erwarten, dass das Bundesgesundheitsministerium wie in den Vorjahren der Schätzung der Experten folgen wird.

Da der durchschnittliche Zusatzbeitrag für Krankenkassen nicht verbindlich ist, kann es trotz der angestrebten Beitragsstabilität zu deutlichen Beitragsanpassungen für Versicherte kommen. So hat beispielsweise die Securvita erst in diesem Monat ihren Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent auf 1,4 Prozent erhöht. Bereits jetzt liegt etwa jede sechste Krankenkasse mit ihrem Zusatzbeitrag über dem Durchschnitt, darunter Viactiv (1,7 Prozent), DAK-Gesundheit (1,5 Prozent), AOK Rheinland/Hamburg, IKK classic (beide 1,4 Prozent), SBK (1,3 Prozent) und KKH (1,2 Prozent).

Update 02. Januar 2017: Mittlerweile steht bei 26 Krankenkassen fest, dass sie ihre Krankenkassenbeiträge 2017 erhöhen. Mit dem Krankenkassen Vergleichsrechner können Versicherte schnell überprüfen, welche Kasse in ihrer Region die günstigste ist.

Krankenkassen Zusatzbeitrag: Aufgeschobene Beitragserhöhung

Ursprünglich ging der GKV-Spitzenverband von einer Anpassung des Zusatzbeitrags 2017 auf 1,4 Prozent aus. Dass es dazu nun nicht kommt, liegt einerseits an den 1,5 Milliarden Euro, die Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) den Kassen als zusätzliche Finanzspritze versprochen hat. Andererseits entwickelt sich der Arbeitsmarkt sehr gut, auch die Rücklagen der Krankenkassen sind zuletzt auf über 15 Milliarden Euro gestiegen.

Kritiker wie IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban halten die zusätzlichen Milliarden für die Kassen allerdings für bedenklich. „Das Kalkül ist offenbar, sich eine weitere Debatte über den Zusatzbeitrag im Wahljahr vom Hals zu halten“, erläutert Urban der dpa. Der Anstieg der Krankenkassenbeiträge würde lediglich aufgeschoben. „Statt sich mit wahltaktischen Manövern aufzuhalten, sollte das zuständige Ministerium endlich die Finanzierung der Krankenkassen auf eine gerechte und nachhaltige Grundlage stellen.“ Bisher fällt der Zusatzbeitrag komplett zulasten der Arbeitnehmer. Arbeitgeber beteiligen sich nur mit 7,3 Prozent am Beitrag.