Person liegt im Krankenhausbett
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Krankentagegeldversicherung: Diese Tarife sind 2020 die besten

Sind Arbeitnehmer länger als sechs Wochen krank, rutschen sie ins Krankengeld. Ihre Krankenkasse zahlt ihnen dann rund 70 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens aus, allerdings nur bis zu einer bestimmten Grenze. Wer auf jeden Cent angewiesen ist, sollte daher mit einer Krankentagegeldversicherung vorsorgen. Welche Anbieter sehr gut sind, zeigt ein aktueller Test.

  • Eine Krankentagegeldversicherung stellt vor allem für die Personen einen wichtigen Schutz dar, die auf ihr volles Nettoeinkommen angewiesen sind.
  • Welche Tarife empfehlenswert sind, hat nun ein aktueller Vergleich ermittelt.
  • Sechs Angebote erhalten dabei eine sehr gute Bewertung.

Eine Krankentagegeldversicherung ist für gesetzlich Krankenversicherte generell sinnvoll. Denn sobald die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers nach sechs Wochen Krankheit endet, erhalten sie mit dem Krankengeld ihrer Krankenkasse nur noch rund zwei Drittel des bisherigen Nettoeinkommens. Wer diese Einkommenslücke nicht abfedern kann, sollte über die Zusatzversicherung nachdenken.



Für Alleinverdiener, Besserverdiener, Kreditnehmer, Selbstständige und Freiberufler ist der Schutz besonders empfehlenswert:

  • Alleinverdiener: Wird der Lebensunterhalt nur durch ein Einkommen gestemmt, gibt es meist wenig finanziellen Spielraum. Kommt durch eine längere Krankheit weniger Geld in die Haushaltskasse, müssen so schnell Abstriche gemacht werden.
  • Kreditnehmer: Wer einen Kredit zu bedienen hat, etwa ein Immobiliendarlehen für den Hauskauf, kann es sich kaum leisten, auf weniger Geld als geplant zurückzugreifen. Ohne Rücklagen oder eine Versicherung hängen erkrankte Verbraucher mit ihren Raten hinterher.
  • Besserverdiener: Für das Krankengeld der Krankenkasse gibt es zwei Grenzen. Es darf einerseits nie höher als 90 Prozent des Nettoverdiensts sein und andererseits nie mehr 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze. Für 2020 bedeutet dies ein maximales Krankengeld von 2.793 Euro netto im Monat. Wer allerdings gewohnt ist, monatlich beispielsweise 5.000 Euro zur Verfügung zu haben, wird den Einkommensverlust deutlich merken.
  • Selbstständige und Freiberufler: Sind sie freiwillig krankenversichert, können sie wählen, ob ihre Krankenkasse auch ein Krankengeld zahlt. Haben sie darauf verzichtet, ist der Zusatzschutz für sie besonders wichtig. Denn ohne Krankentagegeld verfügen sie über gar kein Einkommen, mit dem Rechnungen bezahlt werden müssen, wenn sie länger krank sind.

Krankentagegeldversicherung im Vergleich 2020

Welche Krankentagegeldversicherungen Verbraucher in die engere Auswahl nehmen sollten, zeigt ein aktueller Vergleich der WirtschaftsWoche zusammen mit dem Analysehaus Morgen & Morgen aus dem Frühjahr 2020. Anhand von zwei Musterkunden wurde eine Reihe von sehr guten Tarifen ermittelt. Bei den untersuchten Angeboten können Kunden die Höhe des Tagegelds ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen, wenn ihr Einkommen deutlich steigt. Zudem zahlen die Versicherer auch, wenn sich Versicherte in Reha befinden.

Darüber hinaus verzichten die Anbieter auf ihre gesetzlich vereinbarte Möglichkeit, den Vertrag in den ersten drei Jahren ordentlich zu kündigen. Dies gibt Versicherten die Gewissheit, dass sie sich langfristig auf ihr Krankentagegeld verlassen können.

Sechs sehr gute Krankentagegeldversicherungen

Der Vergleich berücksichtigt nur Tarife, die vom Analysehaus eine 4- oder 5-Sterne-Bewertung für ihr Leistungsniveau erhalten. Dieses fließt zu zwei Dritteln in das Gesamtergebnis ein, der Rest macht die Bewertung des Preises aus.

Die erste Modellkundin ist eine 28-jährige Berufseinsteigerin, die im Jahr 36.000 Euro brutto verdient. Sie vereinbart ein Krankentagegeld von 15 Euro am Tag.

Sechs Angebote erhalten eine sehr gute Bewertung. Sie kosten zwischen 4 Euro und 6 Euro pro Monat:

  • DFV – „KrankenGeld“
  • Concordia – „KTG43“
  • Inter – „KTA 6“
  • Hallesche – „KT.43“
  • Signal Iduna – „ESP-E 43/15“
  • Barmenia – „T 42+“

Die gleichen Krankentagegeldversicherungen empfehlen sich auch für den zweiten Musterkunden, einen 45-jährigen Angestellten. Er verdient 58.000 Euro im Jahr und wünscht sich ein Krankentagegeld von 25 Euro im Monat. Für ihn kostet der Schutz zwischen 12 Euro und 19 Euro im Monat, wenn er sich für einen sehr guten Tarif entscheidet.