Geldscheine in Brieftasche
Annabell Meyer
Annabell Meyer

Redakteurin

Lebensversicherung: Wo bekommen Sparer noch gute Angebote?

Dank ihrer hohen Garantien und der Sicherheit galt die Lebensversicherung lange Zeit bei Millionen Menschen als beliebte Form der Altersvorsorge. Doch die Niedrigzinsphase hat den Markt in Schieflage gebracht. Für eine aktuelle Untersuchung wurden die zwölf größten Lebensversicherer genau unter die Lupe genommen. Nicht jeder von ihnen kann dabei überzeugen.

  • Die Lebensversicherung ist durch die dauerhaft niedrigen Zinsen unter Druck geraten.
     
  • Eine aktuelle Studie zeigt, welche großen Lebensversicherer trotz der angespannten Marktsituation als Unternehmen punkten.
     
  • Zwischen den Unternehmen gibt es dabei große Unterschiede, sodass ein Blick auf mögliche Alternativen zur Vorsorge sinnvoll erscheint.

Kaum noch Rendite und ein Run-off laufender Verträge: Die klassische Lebensversicherung ist in den letzten Jahren in die Kritik geraten. Zudem hat sich der Markt durch die anhaltende Niedrigzinsphase deutlich reduziert, weil sich nur wenige Anbieter behaupten können. Um zu verhindern, dass die schwierige finanzielle Situation den Versicherten zum Verhängnis wird, stehen 34 von 84 Versicherern bei der Bundesanstalt für Finanzaufsicht unter verstärkter Kontrolle. Doch gibt es trotz schlechter Zinslage Unternehmen, die nach wie vor überzeugen?



In einer neuen Studie hat der Versicherungsexperte Prof. Dr. Hermann Weinmann vom Institut für Finanzwirtschaft der Hochschule Ludwigshafen am Rhein die Lebensversicherung auf den Prüfstand gestellt. Mit einem umfassenden Bilanz- und Unternehmenscheck hat er die zwölf größten Versicherer am Markt unter die Lupe genommen und dabei zum Teil große Unterscheide festgestellt.

Lebensversicherung im Vergleich: Allianz bleibt an der Spitze

Seit Jahren untersucht der Experte die Qualität der größten Lebensversicherer in Deutschland. Dabei prüft er die Ertragskraft, die finanzielle Stabilität und das sogenannte Risikoergebnis der Unternehmen, unter anderem anhand der vorliegenden Geschäftsberichte.

Spitzenreiter im Lebensversicherung Test ist wie in den Vorjahren die Allianz Leben, die 750 von 1.000 möglichen Punkten erreicht. Der Versicherer wird als einziger mit der Note sehr gut bewertet. Dahinter platzieren sich R+V und Zurich, die jeweils ein gutes Ergebnis erzielen. Insgesamt kann somit ein Viertel der Unternehmen in der Untersuchung aus betriebswirtschaftlicher Sicht überzeugen. Sieben Gesellschaften werden als befriedigend eingestuft, zwei sind dagegen nur ausreichend, berichtet das Handelsblatt.

Die Überschussbeteiligung der Kunden hat im Vergleich ebenfalls eine entscheidende Bedeutung. Hieraus wurde eine Verbrauchernote entwickelt, die bei einigen Versicherern für einen empfindlichen Abzug im Gesamturteil sorgt.

Mehr Transparenz der Lebensversicherer notwendig

Obwohl Weinmann seine Untersuchung bereits seit mehreren Jahren durchführt, fällt es zunehmend schwerer, die Unternehmen zu vergleichen. Denn seitens der Versicherer herrscht ihm zufolge oft ein Informationsdefizit. So müssten beispielsweise die Angaben über Provisionen an verschiedenen Stellen in den Berichten nachgeprüft werden.

Für den Experten nimmt die Vergleichbarkeit der Versicherer allerdings eine zentrale Rolle ein, da sie Vertrauen schafft. „Ohne Vertrauen aber kann die Lebensversicherung als Altersvorsorge nicht überleben. Die langfristige Zukunftsfähigkeit der privaten Lebensversicherung hängt deshalb von der Vergleichbarkeit ab“, betont Weinmann einem Bericht des Versicherungsjournals zufolge gegenüber der Zeitschrift für Versicherungswesen (Ausgabe 18/2018).

Im Hinblick auf die Zukunft der Lebensversicherung ist es für ihn besonders wichtig, dass sich die Versicherer nach weiteren zulässigen Anlageklassen umsehen, um der Niedrigzinsphase zu trotzen. Diesen Weckruf hätten jedoch nicht alle Anbieter verstanden.