Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Maskenpflicht in Corona-Zeiten: Was bringt sie und wo gilt sie?

Es ist beschlossene Sache: Eine Maskenpflicht wird ab nächster Woche - in der ein oder anderen Form - deutschlandweit eingeführt. Dies gilt mindestens für den öffentlichen Nahverkehr, kann aber den Einzelhandel und sogar Wochenmärkte betreffen. Da auch zu diesem Thema jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht, klärt finanzen.de auf, was wo gilt und ab wann.

Schon seit den ersten Nachrichten zum Coronavirus wird das Thema Mundschutz und Behelfsmasken immer wieder diskutiert. Zunächst hieß es, dass der Mundschutz nicht vor einer Ansteckung helfe und wenn überhaupt nur besondere Masken, die auch Feinstaub filtern, einen Schutz böten. Sinn und Zweck einer Maske schien zweifelhaft und wurde – außerhalb des Gebrauchs in Krankenhäusern – sogar ins Lächerliche gezogen.



Das änderte sich Anfang April schlagartig, als das Robert Koch-Institut seinen Standpunkt revidierte und das vorsorgliche Tragen von Masken doch als sinnvoll erachtete. Jena hatte die Maskenpflicht da schon längst eingeführt, an einem bundeseinheitlichen Entschluss fehlte es bisher.

Wo gilt die Maskenpflicht und was umfasst sie?

Auch weiterhin gibt es vom Bund selbst nur eine Trageempfehlung. Inzwischen wurde jedoch von allen Bundesländern – Bremen war der letzte Nachzügler – eine Maskenpflicht festgelegt. Wie diese aussieht, regelt jedes Bundesland selbst. Die folgende Übersicht zeigt, was wo gilt:

Wo können die Schutzmasken erworben werden?

Inzwischen können Verbraucher vielerorts bereits wieder Schutzmasken in Apotheken und Sanitätshäusern erwerben. Da der Einkaufspreis für die Atemschutzmasken extrem gestiegen ist, sind auch die Preise in den Apotheken höher als gewohnt. Wie lange die Bestände nach Einführung der Maskenpflicht ausreichen, ist noch nicht absehbar.

Doch auch online können Stoff- und Einwegmasken erworben werden. Viele Schneidereien bieten zudem einen Behelfsmasken-Schneiderservice an. Und auch andernorts – teilweise recht unerwartet an Tankstellen oder Kiosken und Spätis – werden Atemschutzmasken dieser Tage verkauft.
Für den Fernverkehr gibt es bisher keine Pflicht. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach sich aber dafür aus, den Mundschutz dennoch in Bahn und Flugzeug zu tragen.

Worauf muss beim Tragen der Maske geachtet werden?

Eigentlich selbstverständlich, doch im Alltag oft anders zu beobachten: Der Mundschutz muss natürlich auch die Nase abdecken und nicht nur den Mund für ein bequemeres Atmen. Zudem sollte die Maske, einmal angelegt, möglichst nicht mehr berührt werden. Grund dafür ist zum einen, das eventuell von der Maske aufgefangene Viren ansonsten an die Hände gelangen und so wiederum verbreitet werden. Zum anderen soll das Berühren des Gesichts ohne vorheriges Händewaschen und Desinfizieren unbedingt vermieden werden. Auch eine enge Passform der Maske ist wichtig, damit das Ein- und Ausdringen von Luft an des Seiten möglichst minimiert wird.

Die wiederverwendbaren Stoffschutzmasken sollten regelmäßig bei 60 Grad gewaschen werden. Deshalb ist hier beim Kauf beziehungsweise bei der Anfertigung auf die Verwendung geeigneter Stoffe zu achten. Gewöhnlich sind nur Leinen oder Baumwolle kochfest. Der Stoff sollte zudem besonders engmaschig und fest sein, um Tröpfchen beim Sprechen und Husten so gut wie möglich aufzuhalten. Dehnbare Stoffe alter T-Shirts eignen sich also nicht.

Schützen Behelfsmasken überhaupt?

Vor einer Infektion des Trägers schützen einfache Alltagsmasken in der Tat nicht. Die Verbreitung des Virus kann laut Aussagen des Robert Koch-Instituts durch sie jedoch ausgebremst werden. Es geht bei der Tragepflicht also eher um ein solidarisches “Schützen der anderen”, was letztlich – wenn sich alle daran halten – auch zum eigenen Schutz beiträgt.

Von einem wirksamen Schutz für den Träger selbst wird nur bei sogenannten FFP-2 und FFP-3 Atemschutzmasken ausgegangen. Sie warten mit einem speziellen Filter und Ventil auf und werden deshalb in Krankenhäusern dringend benötigt. Das Atmen durch diese Masken ist allerdings recht beschwerlich und wäre daher für ein alltägliches Tragen eher unkomfortabel.

Welche Kritik gibt es an der Maskenpflicht?

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery meldete sich diese Woche mit harscher Kritik an der Maskenpflicht zu Wort. Er bezeichnete die Pflicht gegenüber der Rheinischen Post als “lächerlich” und fürchtet den unsachgemäßen Gebrauch der Masken. Durch das Anlegen und Zurechtrücken der Behelfsmasken werde das Gesicht unnötig berührt – schneller könne man sich kaum anstecken, so Montgomery.

„Wer eine Maske trägt, wähnt sich sicher, er vergisst den allein entscheidenden Mindestabstand“, erklärte er und wies darauf hin, dass die medizinisch sinnvollen Masken derzeit dringend in Krankenhäusern und Kliniken benötigt würden.

Der psychologische Effekt des sich in Sicherheitwähnens wurde auch von anderen Kritikern häufig angemerkt. Wichtig ist für Träger sich bewusst zu machen, dass alle bisherigen Vorsichtsmaßnahmen, also Kontaktbeschränkungen, Hände desinfizieren, das Gesicht nicht zu berühren, Abstand halten und so weiter auch mit Mundschutz weiter konsequent eingehalten werden müssen.