Mit dem Caravan dazuverdienen: Wohnmobil sicher mit Fremden teilen

Die meiste Zeit des Jahres stehen Wohnmobile ungenutzt in der Garage. Oftmals ist die Ferienwohnung auf Rädern maximal drei Wochen im Jahr in Gebrauch. Eigentlich schade, dachte sich ein Gründer. Daher entwickelte er eine Plattform, mit der Wohnwagenbesitzer aus ihrem geliebten Fahrzeug eine wahre Goldgrube machen können.

Wohnmobilbesitzer lieben Urlaub auf Rädern: Das Wichtigste haben sie immer dabei, sie können nach Belieben anhalten und spontan am Strand oder in der Stadt übernachten. Den Reisenden verleiht der Urlaub mit der fahrbaren Ferienwohnung ein Gefühl von Freiheit. Doch die meisten Halter nutzen ihren Wohnwagen lediglich drei Wochen im Jahr. Die restliche Zeit wird er in der Garage geparkt. Die Kosten für beispielsweise Steuern und Versicherung müssen trotzdem für das ganze Jahr gezahlt werden. Das Lieblingshobby kann so schnell mehrere Tausend Euro im Jahr verschlingen.



Damit der Traum vom Abenteuerurlaub mit dem eigenen Wohnmobil nicht zum finanziellen Alptraum wird, können Besitzer ihr Fahrzeug über eine Plattform an andere Campingliebhaber vermitteln. Campanda bringt Wohnmobilbesitzer mit denjenigen zusammen, die sich kein eigenes Fahrzeug leisten können. Im Interview mit finanzen.de verrät der Gründer Chris Möller, wie beide Seiten von dieser Idee profitieren.

Seit gut drei Jahren vermitteln Sie über Campanda Wohnmobilbesitzer an Campingliebhaber ohne eigenen Caravan. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Chris Möller: Die Idee ist grundsätzlich gar nicht so neu. Ähnliche Entwicklungen gibt es ja zum Beispiel auch schon in anderen Bereichen wie die Ferienwohnungvermittlung bei AirBnb und die Limousinenvermietung bei Uber. Somit machte es für mich auch Sinn, Campanda zu starten: Eine Vermietung ausschließlich für Wohnmobile.

Durch erento, eines meiner ersten Projekte, habe ich erst gelernt, wie groß der Markt für Campervermietung eigentlich ist und wie beliebt Camping ist. Es gab noch keinen weltweiten Player, der es ermöglichte, Wohnmobile online zu buchen. So entstand die Idee für Campanda.

Aber natürlich gibt es ja schon Anbieter, die Wohnmobile vermieten. Inwiefern hebt sich die Idee von Campanda von den bekannten Angeboten ab?

Chris Möller: Das Besondere an Campanda ist, dass wir weltweit aufgestellt sind. Bei uns können Camper aus 35 Ländern gemietet werden. Zudem haben wir viele exklusive Vermieter auf unserer Plattform, so dass zahlreiche Fahrzeuge ausschließlich über uns gebucht werden können. Das Angebot existiert nicht nur auf Deutsch, sondern die Plattform ist auch in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch verfügbar.

Seit Kurzem bieten Sie gemeinsam mit der Allianz einen neuen Versicherungsschutz für die Vermietung von Wohnwagen an. Welche Kosten und Leistungen kommen hierbei auf die Wohnmobilbesitzer zu?

Chris Möller: Für den Besitzer eines Wohnwagens kommen überhaupt keine Kosten für seine Versicherung hinzu. Er muss den bestehenden Schutz weder wechseln noch ändern. Wird sein Fahrzeug vermietet, dann übernimmt der Mieter die Versicherungskosten pro Buchung. Und wir kommen für die Kosten auf, um mit dem TÜV das Fahrzeug im Detail zu prüfen, bevor es in die Vermietung geht.

Was kriegt der Besitzer? Ein Wohnmobilbesitzer kann in der Zeit, in der sein Fahrzeug üblicherweise ungenutzt herumsteht, mehrere Tausend Euro verdienen. Die Betriebskosten für Service, Wartung und Stellplatz belaufen sich ja locker auf 3.000 Euro im Jahr – da kann eine Vermietung eine gute Unterstützung sein, hier etwas dazuzuverdienen.

Verständlicherweise hängen die meisten Wohnmobilbesitzer an ihrem Fahrzeug und wollen ihren Caravan daher ungern in fremde Hände geben. Was passiert denn, wenn der Mieter mit dem Wagen einen Unfall verursacht?

Chris Möller: Bei einem Unfall können unsere Nutzer auf einen 24 Stunden Service zurückgreifen. Auch für die Rückführung des Fahrzeugs wird gesorgt. Zusammen mit unserem Netzwerk unterstützen wir sogar die Reparatur des geschädigten Wohnmobils. Außerdem wird die Versicherung des Besitzers nicht belastet, so dass er nicht hochgestuft wird.

 

Unfälle vorbeugen

Besser ist es, wenn es erst gar nicht zu einem Unfall kommt. In dem umfangreichen Kfz-Ratgeber von finanzen.de finden Sie 35 Experten-Tipps rund um das Thema Straßenverkehr.

Noch ein kurzer Blick auf die Mieterseite: Wie können diese sichergehen, dass das gemietete Fahrzeug straßenverkehrstauglich ist oder sie nach der geleisteten Anzahlung an den Vermieter das Wohnmobil zum Mietbeginn erhalten?

Chris Möller: Alle Fahrzeuge von gewerblichen Vermietern werden einmal pro Jahr vom TÜV geprüft. Ebenso jedes Wohnmobil, das von Privatanbietern vermietet wird. Diese werden von Campanda mit dem TÜV sehr umfangreich geprüft. Wir lehnen auch Fahrzeuge ab, die dann nicht in die Vermietung gehen.

Bei den Privatvermietungen wird die Zahlung komplett über Campanda abgewickelt. Der Wohnwagenbesitzer erhält die Mieteinnahmen erst im Anschluss an die Vermietung.

 

Tipp für Camper-Neulinge

Bei der Übergabe sollten sich Mieter das Fahrzeug genau erklären lassen, da in einem Wohnmobil viele technische Details stecken. Nicht jeder weiß beispielsweise, wie die Sitzgruppe zum Bett umfunktioniert oder der Schmutzwassertank entleert wird.

Gibt es Bedingungen, die Vermieter erfüllen müssen, um ihren Wohnwagen über die Plattform anzubieten?

Chris Möller: Ja, die gibt es. Zum Beispiel darf ihr Fahrzeug nicht älter als zehn Jahre sein. Da wir jedes Fahrzeug einzeln mit dem TÜV prüfen, behalten wir uns auch vor Fahrzeuge nicht in die Flotte aufzunehmen. Wir stimmen uns auch mit dem Vermieter ab, wenn wir sehen, dass er mit dem Fahrzeug keine Einnahmen generieren wird, wenn zum Beispiel an einem Ort schon genügend Wohnmobile vorhanden sind.

Vielen Dank für das Interview, Herr Möller.