Leute beim Joggen
Jenny Gebel
Jenny Gebel

Online-Redakteurin

Neue Gesetze ab 1. Januar 2021: Soli, Grundrente und Krankenkasse

Mit dem 1. Januar 2021 endet das „Corona-Jahr“. Das Virus wird zum Jahreswechsel sicher nicht plötzlich verschwinden. Trotzdem dürfen sich Verbraucher, Rentner und Familien auf 2021 freuen. Denn das Jahr bringt neue Gesetze, die für etwas mehr Geld in der Haushaltskasse sorgen. Dafür verabschieden sich der Soli-Beitrag und der ausgedruckte gelbe Arzt-Krankenschein.

  • Ab 1. Januar 2021 treten neue Gesetze in Kraft, die für finanzielle Entlastung sowie für weniger Bürokratie sorgen.
  • Rentner, die lange eingezahlt, aber wenig verdient haben, erhalten ab 2021 mit der Grundrente einen Zuschlag.
  • Jährliche Anpassungen und Erhöhungen gibt es auch bei den Beitragsgrenzen für die Krankenversicherung.

Neue Gesetze zum 1. Januar 2021: Einfacher die Krankenkasse wechseln

Die gesetzlichen Krankenkassen nehmen im neuen Jahr an verschiedenen Stellen praktische Veränderungen vor, die zum Teil eine Vereinfachung der bisherigen Methoden versprechen. Das betrifft zum Beispiel den Wechsel der Krankenkasse. So verringert sich die Bindungsfrist von bisher 18 auf 12 Monate. Zudem übernimmt die neue Versicherung einen Großteil des Wechsel-Aufwandes.



Von der Bindungsfrist befreit sind außerdem Arbeitnehmer, die den Job gewechselt haben. Innerhalb von 14 Tagen nach dem Job-Neustart können sie die Krankenkasse wechseln.

Keine Zettelwirtschaft: Krankmeldung in digitaler Form

Zu den neuen Gesetzen ab Januar 2021 zählt auch, dass sich der gelbe Papierschein der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung langsam verabschieden wird. Der Arzt übermittelt die Krankschreibung künftig digital an die Krankenkasse. Diese informiert den Arbeitgeber über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit des Versicherten.

Die komplette Umstellung der Krankmeldung soll innerhalb des nächsten Jahres abgeschlossen sein. Das heißt, Arbeitnehmer erhalten solange zusätzlich zur Digitalmeldung weiterhin die drei Scheine für Krankenkasse, Arbeitgeber und die eigenen Unterlagen.

Aus zwei wird eins: Diese Krankenkassen schließen sich zusammen

Im nächsten Jahr gehen mehrere Krankenkassen gemeinsam Hand in Hand. So schließen sich die BIG direkt gesund und die actimonda krankenkasse zusammen und treten als BIG direkt gesund auf. Beide Krankenkassen sind bundesweit geöffnet, haben ihren Schwerpunkt aber jeweils in Nordrhein-Westfalen.

Die Schwenninger Krankenkasse und die atlas BKK ahlmann fusionieren zur vivida bkk. Mit vereinten Kräften soll die bundesweite Präsenz gestärkt und das Angebot erweitert werden.

Kommt ab 2021: Grundrente für Geringverdienende

Ab Januar 2021 erhalten 1,3 Millionen Rentnerinnen und Rentner einen Zuschlag auf ihre Altersversorgung. Die Grundrente ist für Bürgerinnen und Bürger gedacht, die einen unterdurchschnittlichen Verdienst hatten. Sie müssen 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben, bei 33 Jahren Einzahlung wird ein verminderter Zuschlag ausgezahlt. Neben der Berufstätigkeit werden auch Zeiten für Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen dazugezählt. Beschlossen wurde die Einführung der Grundrente am 02. Juli 2020 im Bundestag.

Neu ab Januar 2021: Soli adé – zumindest für die Mehrheit

Dieser Abschied tut vielen bestimmt nicht weh. Der Solidaritätsbeitrag fällt ab Januar 2021 für rund 90 Prozent der Steuerzahler weg. Die Abschaffung erfolgt jedoch stufenweise. Unter den Gutverdienenden werden einige weiterhin einen verringerten Beitrag zahlen, für Besserverdienende ändert sich im neuen Jahr nichts. Dies sorgte bereits beim Kabinettsbeschluss für Kritik. Der Solidaritätsbeitrag wurde 1991 eingeführt mit dem Ziel, die Ausgaben für die Wiedervereinigung abzufangen.

Weitere Änderungen ab Januar 2021 rund um Versicherung und Steuern

Steuerzahler werden zudem entlastet, da der Grundfreibetrag, bis zu dem das Einkommen steuerfrei bleibt, im nächsten Jahr von aktuell 9.408 Euro um 336 Euro angehoben wird. Für 2021 gilt dann der Betrag von 9.744 Euro.

Familien dürfen sich im auf mehr Kindergeld freuen. Im Januar 2021 wird der Betrag um 15 Euro erhöht, das Gesetz dazu beschloss der Bundesrat Ende November. Für das erste und zweite Kind erhalten Familien dann 219 Euro, für das dritte 225 Euro und 250 Euro für den vierten Wonneproppen.

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Berechnung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigt im neuen Jahr von 56.250 Euro auf 58.050 Euro an. Für alle, die bisher mit ihrem Brutto-Jahreseinkommen leicht über der aktuellen Grenze lagen, bedeutet dies höhere Krankenkassenbeiträge. Auch die Versicherungspflichtgrenze für den Wechsel von der GKV zur privaten Krankenversicherung (PKV) erhöht sich im Januar. Angestellte, die sich privat krankenversichern möchten, müssen ab 2021 jährlich mindestens 64.350 Euro brutto verdienen (vorher 62.550 Euro).