Dachstuhl im Rohbau
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Neue Gesetze zum 1. März 2021: Baukindergeld, Energielabel, Einkaufen

Neue Gesetz zum 1. März 2021: Energielabel besser verstehen

Verbraucher, die eine neue Waschmaschine oder einen Kühlschrank benötigen, hatten bei der Energieeffizienz des Gerätes bisher die Qual der Wahl zwischen A, A+, A++ und A+++. Nicht leicht, sich da zu entscheiden beziehungsweise den Unterschied zwischen den verschiedenen +-Klassen auszumachen.

Mit dem 1. März 2021 ändert sich dies. Denn die EU hat ein neues Energielabel eingeführt, welches einfach verständlich von A bis G reicht. Die Farbskala bleibt wie gewohnt von grün bis rot erhalten.

Das Label gilt zunächst nur für Waschmaschinen, Kühlschränke sowie Fernseher und wird stufenweise ausgeweitet. 2030 sollen alle Produktgruppen mit dem neuen Energielabel arbeiten.

Die sogenannte Energieeffizienz-Kennzeichnungspflicht geht auf die Ökodesign-Richtlinie zurück. Diese sieht auch vor, dass die Hersteller von Kühlschränken, Fernsehern und Waschmaschinen künftig Ersatzteile für zehn Jahre vorrätig haben müssen. Ziel dieser Regelung ab März 2021 ist es, dass Elektrogeräte bei einem Defekt nicht sofort entsorgt werden müssen.

„Auch müssen die Produkte so gestaltet sein, dass bestimmte Komponenten mit herkömmlichen Werkzeugen zerstörungsfrei auseinander- und wieder zusammengebaut werden können. Entsprechende Reparaturinformationen sind schon beim Kauf mitzuliefern“, informiert die Bundesregierung.

Neuregelungen: Sicheres Online-Shopping ab 15. März 2021

Für viele Verbraucher gehört die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung zum Alltag. Kaufen sie etwas im Internet über ihre Kreditkarte, müssen sie hierbei über zwei Wege bestätigen, dass sie den Kauf tätigen wollen, etwa über das Passwort für ihr Online-Konto und eine SMS-TAN.

Händler und Banken, die das Verfahren bisher noch nicht nutzten, sind ab dem 15. März 2021 dazu verpflichtet. Bis dahin ist die Authentifizierung für Beträge ab 150 Euro Pflicht.

Briefmarken mit Matrixcode zur Nachverfolgung

Bereits seit Februar können Versender bei der Post Briefmarken mit einem Matrixcode kaufen. Über diesen lässt sich ihr Brief mit der App Post & DHL nachverfolgen. Mit der Sendungsverfolgung können sie einzusehen, wann der Brief im Start- und Zielbriefzentrum bearbeitet wurde. Anders als bei der Paketverfolgung lässt sich damit aber nicht nachvollziehen, wann der Brief beim Empfänger angekommen ist.

Eingeführt wurde der Matrixcode für wenige Briefmarken. Im März kommen nicht nur neue Motive, sondern auch neue Werte dazu, etwa die 95-, 110- und 270-Cent-Marke.

Was ist noch neu im März 2021?

Mofa-, Elektro-Roller- und Moped-Fahrer brauchen seit dem 1. März ein neues Kennzeichen, mit dem sie ihren Versicherungsschutz nachweisen. Anders als in den bisherigen Jahren muss dieses nicht aus Blech bestehen, sondern es kann auch eine bedruckte Klebefolie sein. Das neue Kennzeichen 2021 löst die alte schwarze durch eine blaue Plakette ab.

Im Laufe des Monats wird zudem bekanntgegeben, wie stark die Renten im Juli 2021 angepasst werden. Denn dann liegen die Daten zur Lohnentwicklung 2020 vor. Die bisherigen Werte deuten allerdings darauf hin, dass die Löhne im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie gesunken sind. Da die Renten den Löhnen folgen, ist somit nicht mit einer Erhöhung zu rechnen. Im Westen ist mit einer Nullrunde zu rechnen, im Osten könnten die Renten leicht steigen.

Änderungen im März 2021: Letzte Chance fürs Baukindergeld

Im März 2021 laufen einige Regelungen aus. Wer beispielsweise noch vom Baukindergeld profitieren will, muss bis Ende des Monats einen Kaufvertrag fürs Eigenheim unterschrieben oder eine Baugenehmigung vorliegen haben. Für die Antragstellung selbst bleibt noch bis Dezember 2023 Zeit.

Ebenfalls im März endet die Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben zu lassen. Die Sonderregelung erlaubt es Ärzten, Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen via Telefon eine Krankschreibung zu erteilen, sodass diese den Weg in die Praxis nicht auf sich aufnehmen müssen. Ziel der Regelung ist es, die Wartezimmer aufgrund der Corona-Pandemie leer zu halten und so Ansteckungen zu vermeiden.