Kind schaut aus Autofenster
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Diese neuen Gesetze und Änderungen gibt es im September 2020

Im September 2020 treten einige neue Gesetze in Kraft. So können sich Eltern auf mehr Kindergeld freuen, Reiserückkehrer müssen dagegen wieder Geld für den Corona-Test einplanen. Für Glücksritter gibt es wichtige Änderungen beim Lotto und angehende Psychotherapeuten werden endlich vergütet.

Für Urlauber im Ausland: Testpflicht weicht Quarantänepflicht

Viele der neuen Gesetze und Neuregelungen im September 2020 sind von der Corona-Pandemie geprägt. So will beispielsweise die Bahn stärker die Einhaltung der Maskenpflicht in ihren Zügen kontrollieren. Reiserückkehrer müssen sich zudem auf Änderungen einstellen. Denn ab dem 15. September 2020 sollen die kostenlosen Corona-Tests für Urlauber verschwinden, die im Ausland waren. Für sie gibt es seit dem 1. August die Möglichkeit, sich binnen 72 Stunden nach der Rückkehr kostenfrei testen zu lassen.



Auch für Reisende, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, sieht der September 2020 Neuregelungen vor. So soll die Testpflicht einer Quarantänepflicht weichen. Nach frühestens fünf Tagen dürfen sich die Rückkehrer testen lassen. Fällt das Ergebnis negativ aus, können sie sich wieder wie gewohnt bewegen. Wer sich nicht testen lassen möchte, muss mindestens zwei Wochen in Quarantäne bleiben. Ob die Tests wie bisher kostenlos bleiben, ist noch unklar. Gleiches gilt für den Zeitpunkt, ab dem die Neuregelung gilt.

Für Eltern: Kinderbonus wird ausgezahlt

Mit dem 7. September 2020 beginnt die Auszahlung des Kinder- beziehungsweise Familienbonus von insgesamt 300 Euro pro Kind. Diesen hatte die Regierung mit dem Zweiten Corona- Steuerhilfegesetz Ende Juni beschlossen. Abhängig von der Endziffer der Kindergeldnummer erhalten Eltern den Bonus von zunächst 200 Euro zusammen mit dem Kindergeld bis zum 21. September 2020. Die restlichen 100 Euro folgen dann mit der Oktober-Auszahlung.

Für angehende Azubis: Mindestvergütung kommt

Mit dem 1. September 2020 fängt für viele Azubis das neue Ausbildungsjahr an. Alle, die ihre Ausbildung beginnen, profitieren von der neuen Mindestvergütung, die seit Januar 2020 im Zuge des Berufsbildungsgesetzes gilt. So erhalten Auszubildende im ersten Jahr mindestens 504 Euro pro Monat. Im zweiten Jahr sind es 529 Euro, im dritten Lehrjahr 554 Euro. Im vierten Jahr bekommen Azubis mindestens 580 Euro.

Für Psychotherapeuten in der Ausbildung: Endlich bezahlt

Mit dem 1. September 2020 tritt darüber hinaus ein neues Gesetz in Kraft, das Psychotherapeuten bei deren Ausbildung finanziell entlasten soll. Bisher erhalten sie ihre Approbation erst nach Ende der dreijährigen praktischen Ausbildung nach dem Studium. Während dieser Zeit gelten sie aufgrund der fehlenden Zulassung nur als Praktikanten und werden wenig bis gar nicht für ihre praktische Arbeit bezahlt. Nach Ende der Ausbildung stehen viele Psychotherapeuten daher vor einem Schuldenberg.

Mit der Neuregelung, die ab dem 1. September 2020 greift, wird die Approbation künftig nach Ende des fünfjährigen Studiums an einer Universität erteilt. Der entsprechende Studiengang wird erstmals in diesem Wintersemester angeboten. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung folgt die Weiterbildung. Die Behandlungsleistungen werden dabei von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Für Personen, die die Ausbildung bereits angefangen haben, sieht das Gesetz eine Mindestvergütung von 1.000 Euro monatlich vor.

Für Lottospieler: Keine Mega-Jackpots mehr

Umfragen zufolge spielen rund sieben Millionen Menschen regelmäßig Lotto. Für sie und alle Gelegenheitsspieler bringt der September 2020 Änderungen mit sich. Einerseits verteuert sich ab dem 23. September der Lottoschein um 20 Cent von 1 Euro auf 1,20 Euro. Andererseits wird dann eine Maximalsumme für den Jackpot eingeführt. Bisher gab es eine Zwangsausschüttung, wenn dieser zwölf Mal in Folge nicht geknackt wurde. Künftig gilt dies bereits ab einer Summe von 45 Millionen Euro.