Neue Gesetze zum 1. Januar 2015: Pflegereform tritt in Kraft

Das erste Pflegestärkungsgesetz tritt zum 1. Januar 2015 in Kraft. Die Neuerung ist der erste Teil der geplanten Pflegereform des Gesundheitsministers Hermann Gröhe. Das neue Gesetz sieht dabei zahlreiche Leistungsverbesserungen für Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte vor. Für die Änderungen stellt der Bund 2,4 Milliarden Euro im Jahr zur Verfügung.

Zum 1. Januar 2015 treten viele neue Gesetze in Kraft, so auch das erste Pflegestärkungsgesetz. Mit ihm wird die Pflege in Deutschland reformiert. In allen Bereichen sind Änderungen vorgesehen, sodass nicht nur Pflegebedürftige selbst, sondern auch Angehörige und Pflegekräfte von den neuen Regelungen profitieren. Vorgesehen sind beispielsweise ein Anstieg fast aller Leistungsbeträge um vier Prozent, eine Anhebung der Zuschüsse zum altersgerechten Wohnungsumbau und eine Aufstockung der Betreuungskräfte auf bis zu 45.000 Personen.

Um der ansteigenden Zahl der Pflegebedürftigen in Zukunft gerecht werden zu können, zählt zu den Neuerungen auch ein Vorsorgefonds, der die Beiträge zur Pflegeversicherung für nachfolgende Generationen stabil halten soll. Finanziert wird das erste Pflegestärkungsgesetz durch eine Erhöhung der monatlichen Pflegeversicherungsbeiträge um 0,3 Prozentpunkte. Ab dem 1. Januar 2015 beträgt der gesetzliche Beitrag zur Pflegeversicherung aufgrund des neuen Gesetzes daher 2,35 Prozent (Kinderlose 2,6 Prozent).

Erstes Pflegestärkungsgesetz gilt ab dem 1. Januar 2015: So profitieren Pflegebedürftige

Pflegebedürftige Menschen profitieren künftig von den verbesserten Pflegeleistungen. So werden die meisten monatlichen Leistungsbeträge um vier Prozent erhöht. Wer körperlich beeinträchtigt ist – also zum Beispiel nach einem Schlaganfall Probleme bei körperlich anstrengenden Aktivitäten wie etwa beim Einkaufen hat –, kann nun auch häusliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen. Ohnehin verbessert sich viel im Bereich der ambulanten Pflege. Ältere Menschen, die gerne im Kreis der Familie gepflegt werden möchten, können beispielsweise von der Anhebung der Zuschüsse zum altersgerechten Wohnungsumbau profitieren.

Neuerungen zum 1. Januar 2015: Verbesserungen für pflegende Angehörige

Das neue Gesetz zum 1. Januar 2015 hilft vielen Pflegebedürftigen, die sich wünschen, so lange wie möglich in ihrem familiären Umfeld leben zu können. Für Angehörige ist das mitunter eine enorme Belastung, da die Organisation der Pflege vor allem bei kurzzeitig verändertem Pflegebedarf schwierig ist. Die Pflegereform 2015 unterstützt nun mit rund 1,4 Milliarden Euro die häusliche Pflege.

Das Geld fließt in Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege. Ersteres ist wichtig, wenn beispielsweise der Pflegebedarf nach einem Krankenhausaufenthalt größer ist. Letzteres vertritt den Angehörigen etwa bei Krankheit durch eine professionelle Pflegekraft. Ein weiterer Vorteil: Wer tagsüber oder abends in einer Pflegeeinrichtung lebt und die restliche Zeit bei der Familie, muss künftig die finanziellen Leistungen, die dem Pflegebedürftigen zustehen, nicht mehr miteinander aufrechnen. Unterm Strich: Die Kombination von Tages- oder Nachtpflege und ambulanten Pflegeleistungen wird ohne finanzielle Verluste möglich.

Beitrag zur Pflegeversicherung steigt zum Jahreswechsel

In Deutschland leben aktuell 2,6 Millionen Pflegebedürftige. Prognosen sprechen sogar von doppelt so vielen Menschen im Jahr 2050. Diese Zahlen verdeutlichen den großen Bedarf an einer Veränderung des Pflegesystems in Deutschland, da es aktuell viele Versorgungslücken gibt. Um diese Lücken zu schließen, wird der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung im kommenden Jahr um 0,3 Prozentpunkte erhöht. Davon fließen 0,2 Prozent in die verbesserten Pflegeleistungen und 0,1 Prozent in den Vorsorgefonds. Die Lücken im System können durch das neue Gesetz zum 1. Januar 2015 nur teilweise geschlossen werden. Nur über eine private Vorsorge können die Kosten, die im Pflegefall notwendig werden, getragen werden.