Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Neue Malaria-Impfung: Der Durchbruch im Kampf gegen die Infektion?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Impfstoff zugelassen, der den Durchbruch im Kampf gegen Malaria verspricht. Was das für die afrikanische Bevölkerung bedeutet und welche weiteren Möglichkeiten der Prävention es gibt - ein Überblick.

Malaria ist eine Infektionskrankheit, mit der sich hierzulande meist nur Urlauber beschäftigen, die Reisen in tropische Gebiete wie Thailand oder Kenia planen. Überträger der Krankheit sind bestimmte Unterarten der Anopheles-Stechmücke. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Malaria-Risikogebieten, 94 Prozent der Malaria-Todesfälle werden allerdings in afrikanischen Ländern verzeichnet.

Häufige Symptome der Krankheit sind neben Schüttelfrost und Fieber auch Übelkeit, Muskel- und Ge­lenk­schmerzen. Verläuft die Erkrankung schwer, kommen Blutungen, Krämpfe und Atemnot hinzu – ohne ärztliche Behandlung sterben die Erkrankten.

Erstmals breitflächiger Einsatz eines Malaria-Impfstoffes – ein historischer Moment?

Geforscht wird an Impfstoffen gegen Malaria seit einigen Jahrzehnten. Mit dem Impfstoff RTS,S/AS01 spricht die Weltgesundheitsorganisation aber zum ersten Mal in der Geschichte eine breitflächige Impfempfehlung aus.

„Dies ist ein historischer Moment. Das lang erwartete Malaria Vakzin ist ein Durchbruch für die Wissenschaft, die Gesundheit von Kindern und die Eindämmung von Malaria”, zeigt sich WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus begeistert. Er ist sich sicher: „Der Einsatz der Impfung, zusätzlich zu bisherigen Malaria-Präventionsmaßnahmen, könnte jedes Jahr zehntausende junger Leben retten.”

Südlich der Sahara in Afrika ist Malaria der häufigste Grund für Kindersterblichkeit. Jedes Jahr sterben mehr als 260.000 Kinder unter fünf Jahren an der Infektionskrankheit. Nachdem der Fortschritt im Kampf gegen Malaria die letzten Jahre stagnierte, sieht Afrikas WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti nun einen Hoffnungsschimmer: „Wir erwarten viele afrikanische Kinder dank der Impfung vor Malaria schützen zu können, sodass sie zu gesunden Erwachsenen heranwachsen können.”

Die WHO-Empfehlung basiert auf den Ergebnissen eines Pilotprogramms mit rund 800.000 Kindern in den Ländern Ghana, Kenia und Malawi. Demnach konnte die Impfung das Risiko eines tödlichen Krankheitsverlaufes um 30 Prozent reduzieren.

Welchen Schutz gibt es sonst gegen Malaria?

Mit Insektiziden behandelte Moskitonetze für den Schlaf werden seit etwa 20 Jahren verstärkt zur Malaria-Prävention eingesetzt, was zu einem Rückgang der Infektionszahlen in Afrika führte. Versuche der Ausrottung der Malariamücke mittels Insektiziden wie DDT waren in der Vergangenheit nicht ausreichend erfolgreich und brachten starke Umweltschäden und gesundheitliche Risiken mit sich.

An viele Insektizide, die in der Vergangenheit verwendet wurden, hat sich die Anophelesmücke inzwischen zudem angepasst. Deswegen wird auch nach anderen Möglichkeiten zur Ausrottung der Malariamücke geforscht, beispielsweise mit der Veränderung des Genmaterials, um die Anophelesmücke unfruchtbar zu machen.

Wie können sich Touristen vor Malaria im Urlaub schützen?

Eine Malaria-Impfung für Reisende gibt es aktuell noch nicht. Für Touristen sind Insektenschutzsprays mit dem Wirkstoff DEET eine wirksame Malaria-Prävention, genauso wie klimatisierte Unterkünfte – zu beidem haben jedoch nur kleine Teile der Bevölkerung Zugang. Das gilt auch für spezielle Outdoorbekleidung, in deren Textilfaser der Moskitoschutz eingewebt wird. Zudem wird Urlaubern häufig die Einnahme von Medikamenten zur Chemoprophylaxe empfohlen. DIese Mittel eignen sich jedoch nur bei kürzeren Aufenthalten in Hochrisikogebieten, da die prophylaktische Einnahme nicht selten Nebenwirkungen mit sich bringt.

Bei längeren Reisen, auch über mehrere Monate, empfehlen viele Ärzte Standby-Präparate, die im Gepäck mitgeführt und nur bei Auftreten von Symptomen eingenommen werden. Bei einer möglichen Ansteckungen ist es wichtig, sich so früh wie möglich in ärztliche Untersuchung oder ein Krankenhaus zu begeben. Eine gute Auslandskrankenversicherung ist deshalb bei Fernreisen in tropische Gebiete besonders wichtig. Interessierte sollten auf das Kleingedruckte achten und prüfen, ob auch der Krankenrücktransport vollständig vom Versicherer übernommen wird. Um ein individuell passendes Angebot zu finden, hilft die Beratung durch einen Experten.