Kranke Person mit Medikamenten
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Leitung Newsredaktion

Neue Regelungen für die studentische Krankenversicherung ab 2020

Bisher galt: Die vergünstigte Krankenversicherung der Studenten (KVdS) steht Studierenden bis zum 30. Lebensjahr oder bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters offen. Künftig soll nur noch die Altersgrenze gelten. Im Gegenzug streicht Gesundheitsminister Spahn (CDU) die sogenannte Examensregelung.

  • Ab 2020 ist es für die studentische Krankenversicherung unerheblich, in welchem Semester Studierende sind.
  • Langzeitstudenten profitieren somit länger von den günstigeren Beiträgen.
  • Die Examensregelung wird dagegen gestrichen.

Ende des Jahres wird der Bundesrat abschließend über das MDK-Reformgesetz abstimmen. Damit soll unter anderem der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) unabhängiger von den Krankenkassen werden, indem er als „Medizinischer Dienst“ eigenständig arbeiten und auftreten wird.



Während gesetzlich Krankenversicherte von dieser Neuregelung nicht unmittelbar betroffen sind, sieht der Gesetzentwurf weitere wichtige Anpassungen für die Krankenversicherung der Studenten vor. Bereits ab 2020 soll demnach die Grenze von 14. Fachsemestern fallen, bis zu der Studierende Anspruch auf die vergünstigte Krankenversicherung haben. Die Altersgrenze von 30 Jahren bleibt bestehen.

Im Gesetzentwurf heißt es: „Auf eine Begrenzung der Fachsemesteranzahl wird aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung verzichtet und damit die studentische Krankenversicherung durch die Altersgrenze der Vollendung des 30. Lebensjahres begrenzt.“

Wie ist die Krankenversicherung während des Studiums geregelt?

Generell sind Studenten bis zum 25. Lebensjahr über die gesetzliche Krankenversicherung der Eltern kostenlos familienversichert. Studenten, deren Eltern privat versichert sind, können sich mit Studienbeginn für die KVdR und damit für monatliche Beiträge von circa 100 Euro entscheiden.

Erreichen gesetzlich versicherte Studenten das 15. Fachsemester oder werden 30 Jahre alt, rutschen sie aus der studentischen Krankenversicherung heraus. Sie müssen sich dann freiwillig versichern. Dabei setzen die Krankenkassen ein Mindesteinkommen voraus, sodass der monatliche Beitrag derzeit bei mindestens 177 Euro liegt.

Examensregelung ab 2020 vom Tisch

Um den Übergang zwischen studentischer und freiwilliger Krankenversicherung weicher zu machen, bieten die Krankenkassen einen Examenstarif für maximal sechs Monate nach Ende der KVdR an. Der Gesundheitsschutz kostet dabei monatlich rund 140 Euro. Hinzu kommt ein Zusatzbeitrag, dessen Höhe je nach Krankenkasse variiert.

Diese Examensregelung soll jedoch 2020 fallen. Gründe dafür gehen aus dem Gesetzentwurf nicht hervor. Gleichzeitig wird der Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte aufgrund der neuen Bezugsgröße für die Sozialversicherung steigen. Statt 177 Euro werden dann mindestens 181 Euro pro Monat fällig.

Trotz des Wegfalles der Examensregelung dürfte ein Großteil der Studierenden durch die gestrichene Fachsemester-Grenze von den Anpassungen bei der studentischen Krankenversicherung profitieren. Kommende Woche wird der Bundestag das MDK-Reformgesetz voraussichtlich beschließen.