Neue Versicherungspflichtgrenze 2017 erschwert Zugang zur PKV

Die neuen Beitragsbemessungsgrenzen für die Renten- und Krankenversicherung sowie die Versicherungspflichtgrenze 2017 sind nun bekannt. Demnach müssen Gutverdiener mehr Abgaben leisten. Gleichzeitig steigt das Mindesteinkommen für Arbeitnehmer, die in die private Krankenversicherung wechseln wollen.

Veröffentlicht am 7. September 2016
Auch 2017 werden die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung und die Versicherungspflichtgrenze für die private Krankenversicherung (PKV) ansteigen. Das geht aus dem Referentenentwurf der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2017 hervor, den das Sozial- und Arbeitsministerium vorgelegt hat. Die entsprechenden Grenzwerte werden angepasst, wenn sich die Löhne im Vorjahr positiv entwickelt haben. Auswirkungen haben die neuen Werte vor allem für gutverdienende Arbeitnehmer.



Update 08. September 2017: Für das Jahr 2018 stehen nun die voraussichtlichen Werte fest. Die Versicherungspflichtgrenze soll 2018 demnach auf 59.400 Euro steigen. Das bedeutet, das monatliche Einkommen von Angestellten muss mindestens 4.950 Euro brutto betragen, um in die private Krankenversicherung zu wechseln beziehungsweise um privat versichert zu bleiben. Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung erhöht sich auf 78.000 Euro (West) und 85.800 Euro (Ost).

Versicherungspflichtgrenze 2017: Höhere Hürde für die private Krankenversicherung

Die Versicherungspflichtgrenze steigt 2017 wie in den Vorjahren um 1.350 Euro auf 57.600 Euro brutto jährlich an. Damit muss ein Arbeitnehmer, der in die private Krankenversicherung wechseln möchte, nun mit 4.800 Euro monatlich 112,50 Euro mehr verdienen als noch 2016.

Tipp: Gut verdienende, gesetzlich versicherte Angestellte sollten über einen Wechsel in die PKV nachdennken. Denn die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenkassen steigt, sodass sie 2017 höhere Beiträge für ihren Krankenversicherungsschutz zahlen müssen. Zudem beteiligt sich der Arbeitgeber an den Kosten für die private Krankenversicherung. Erfahren Sie noch heute, welche Optionen Sie bei der privaten Krankenversicherung haben.

Problematisch wird der Anstieg der Versicherungspflichtgrenze, auch Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) genannt, für diejenigen Arbeitnehmer, die derzeit nur ein Einkommen knapp über dem aktuellen Grenzwert erhalten. Denn bekommen sie 2017 keine Gehaltserhöhung, um über die neue Versicherungspflichtgrenze zu gelangen, fallen sie zurück in die gesetzliche Krankenversicherung.

Höhere Beitragsbemessungsgrenzen 2017 bei Renten- und Krankenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen 2017 ebenfalls. Die Werte geben jeweils an, ab welcher Grenze das Einkommen nicht mehr zur Berechnung der Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie Kranken- und Pflegeversicherung herangezogen werden. Erhöhen sich die Beitragsbemessungsgrenzen, fallen höhere Sozialabgaben für sozialversicherungspflichtige Menschen an, deren Einkommen darüber liegt.

Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung wird auf 76.200 Euro jährlich (West) beziehungsweise 68.400 Euro (Ost) angehoben. In der knappschaftlichen Rentenversicherung beträgt der neue Wert 2017 in den alten Bundesländern 94.200 Euro und in den neuen 84.000 Euro. Für die Kranken- und Pflegeversicherung gilt ein bundeseinheitlicher Wert von 52.200 Euro im Jahr 2017.

Durchschnittseinkommen steigt: Mehr Beiträge für einen Rentenpunkt notwendig

Neben einer neuen Versicherungspflichtgrenze 2017 und aktualisierten Werten bei den Beitragsbemessungsgrenzen wurde auch ein neues höheres Durchschnittsentgelt berechnet. Dieses beträgt 37.103 Euro. Relevant ist dies für die gesetzliche Rentenversicherung. Denn auf Basis des Durchschnittsjahreseinkommens werden die Rentenpunkte errechnet. Ein Durchschnittsverdiener erhält somit für seine Rentenbeiträge pro Jahr genau einen Rentenpunkt. Wer weniger Einkommen hat, bekommt entsprechend weniger angerechnet.