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OECD fordert Altersvorsorgepflicht nicht nur für Selbständige

Erst vor kurzem hat die Regierung mit ihren Plänen eine Altersvorsorgepflicht für Selbständige in Angriff zu nehmen bei den Betroffenen für teilweise großen Unmut gesorgt. Nun zeigt sich: Es sind noch weitere Schritte notwendig um das Rentensystem weiterhin am Leben zu erhalten.

Veröffentlicht am 12. Juni 2012
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) legt mit der Studie „Rentenausblick 2012“ auch Empfehlungen für die Rentenpolitik vor. So wurde nicht nur die derzeitige Rentensituation in den 34 OECD-Ländern untersucht, sondern auch Prognosen für die Zukunft aufgestellt.

Dabei wird hervorgehoben, dass die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bereits ein sinnvoller und richtiger Schritt gewesen sei. Allerdings geht er den OECD-Experten nicht weit genug. Vielmehr müsse das Renteneintrittsalter noch weiter angehoben werden. So sei eine automatische Anhebung der Altersgrenze gebunden an die steigende Lebenserwartung sowohl mittel- als auch langfristig die richtige Entscheidung. Zudem würde ein solcher Automatismus immer wiederkehrende politische Kämpfe um eine neue Altersfestsetzung ausschließen.

Bessere Förderung der privaten Altersvorsorge

Weiterhin empfiehlt die OECD die private Altersvorsorge noch stärker zu fördern. Denn vielen Menschen droht Altersarmut. In einigen Ländern seien die staatlichen Rentenleistungen gemessen am vorherigen Einkommen sehr gering und die private Altersvorsorge noch nicht ausgebaut genug, um oft erhebliche Einkommenseinbußen im Alter zu vermeiden. Die Studie hebt hier die Situation in Japan, den USA und auch Deutschland hervor. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass es sich hierbei um entwickelte Volkswirtschaften handelt, in denen die Lebenserwartung voraussichtlich noch weiter steigen wird, seien weitere Reformen notwendig, sowohl hinsichtlich des Renteneintrittsalters als auch der privaten Altersvorsorge. Diese müsse unter Umständen sogar verpflichtend umgesetzt werden.

CDU-Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hatte im März diesen Jahres Pläne vorgelegt, nach denen Freiberufler und Selbständige in Zukunft zur privaten Altersvorsorge verpflichtet werden sollen. Denn gerade in dieser Berufsgruppe fehlt oft die nötige Absicherung, da die meisten Selbständigen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und ihnen ohne private Vorsorge im Alter Armut droht. Doch bereits jetzt ist absehbar, dass langfristig auch Arbeitnehmer, die ihr gesamtes Berufsleben in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, auf die private Vorsorge angewiesen sein werden, wenn sie ihre finanzielle Unabhängigkeit im Alter behalten wollen.