Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Öko-Test: Junge Leute verwenden ihr Geld für Handyversicherungen

Manche Menschen legen Wert auf ein möglichst modernes Smartphone und geben dafür auch gerne mehrere hundert Euro aus. Damit sie möglichst lange etwas davon haben, schließen viele von ihnen eine Handyversicherung ab. Doch wie ein aktueller Test der Öko-Test zeigt, lohnt sich diese Versicherung vielfach nicht.

Veröffentlicht am 30. Juli 2017



  • Mit Handyversicherungen verbrennen Versicherte ihr Geld, so Öko-Test.
     
  • Keine der 21 geprüften Handypolicen überzeugt im Test.
     
  • Raub und andere Schäden können gegebenenfalls über eine Hausratversicherung oder Haftpflichtversicherung abgesichert werden.

Eine Handyversicherung zahlt sich in der Regel nicht aus. Das haben schon verschiedene Untersuchungen, etwa von der Computerzeitschrift c’t oder von CHIP gezeigt. Auch der neue Test der Öko-Test bestätigt dies. Der Versicherungsvergleich des Magazins soll vor allem junge Menschen zum Umdenken anregen. Denn gerade sie „werfen mit solch einem Schutz Geld zum Fenster hinaus.“ Zudem haben junge Leute oft falsche Erwartungen an die Handyversicherung. Sie rechnen häufig damit, im Schadensfall ein neu- und gleichwertiges Ersatzgerät zu erhalten. Dabei bieten die meisten Versicherer vorwiegend einen Reparaturkostenschutz, so Öko-Test.

Handyversicherungen überzeugen nicht

Die Untersuchung zeigt: Je nach Anbieter kann es sinnvoller sein, den Beitrag für die Handyversicherung zur Seite zu legen und ihn bei einem Schaden für die Wiederbeschaffung des gleichen Smartphones zu nutzen als für die Versicherung zu zahlen. Denn teilweise liegt die fiktive Entschädigungsleistung, die Öko-Test bei Totalverlust des Geräts nach einer Vertragslaufzeit von 23 Monaten berechnet hat, bei null Prozent.

Um die fiktive Entschädigung zu berechnen, haben die Tester die Wiederbeschaffungswerte für ein iPhone und ein Samsung Galaxy ermitteln lassen. Von diesem Wert wurden anschließend die monatlichen Ausgaben für die Handyversicherung samt etwaiger Selbstbeteiligung im Schadensfall abgezogen. Hat der Versicherte nicht grob fahrlässig gehandelt, liegt die fiktive Entschädigung bestenfalls bei knapp 48 Prozent.

Alternativen zur Handyversicherung

Alternativ zu einer Handyversicherung bieten sich die Hausrat- und Haftpflichtversicherung an. Über die sogenannte Außenversicherung der Hausratversicherung ist das Handy in der Regel bei Raub versichert. Raub bedeutet im Unterschied zum einfachen Diebstahl, dass das Smartphone unter Androhung von Gewalt entwendet wurde. Kommt der Dieb dagegen ohne Probleme ans Handy, etwa bei einem Trickdiebstahl, zahlt die Hausratversicherung nicht.

Eine Haftpflichtversicherung kann bei einem Handyschaden hilfreich sein, wenn dieser nicht selbst verursacht wurde. Fällt beispielsweise dem Kumpel oder der besten Freundin das eben geliehene Smartphone herunter, wird der Schaden normalerweise über ihre Privathaftpflichtversicherung reguliert. Haben die Verursacher des Schadens allerdings keine Versicherung abgeschlossen oder sind finanziell nicht in der Lage, die Kosten für eine Reparatur oder ein neues Handy zu zahlen, hilft unter Umständen die Forderungsausfalldeckung der eigenen Haftpflicht weiter.