Pflege Bahr Test – Diese Pflegeversicherung lohnt sich

In den verschiedenen Pflege Bahr Tests können sich immer dieselben Anbieter sehr gut platzieren. Die Leistungen in der staatlich geförderten Pflegeversicherung scheinen also beständig zu sein. Doch insgesamt sind sie viel zu gering. Der Pflege Bahr Test der Finanzzeitschrift €uro stellt dies ebenso fest wie Stiftung Warentest.

Der Pflege Bahr Test 2014 zeigt eine Vielzahl grundsätzlich starker Anbieter. Durchgeführt hat ihn die €uro in Zusammenarbeit mit der Analysegesellschaft für Anlage- und Versicherungsprodukte. Ein schlagendes Argument für den Pflege Bahr ist die staatliche Förderung von 60 Euro im Jahr. Das erklärt sicherlich auch, weshalb sich seit der Einführung des Pflege Bahrs 2013 schon über 400.000 Bürger für die staatlich geförderte Pflegeversicherung entschieden haben. Positiv an dieser Gesamtentwicklung ist, dass die Deutschen für ein wesentliches Problem der Zukunft sensibilisiert wurden: Pflegebedürftigkeit ist kein Randphänomen, sondern wird bis ins Jahr 2050 doppelt so viele Menschen wie heute betreffen – geschätzte 4,5 Millionen.

Dennoch zeigen Tests von Verbraucherschützern und von €uro, dass der beliebte Pflege Bahr nicht die beste Möglichkeit zur privaten Vorsorge ist. Aus diesem Grund untersucht die €uro in ihrem Pflege Bahr Test auch Kombinationen aus Pflege Bahr und einer ungeförderten privaten Pflegeversicherung. Sinnvoller ist es allerdings, über eine Pflegeversicherung ganz ohne staatliche Förderung nachdenken.

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Das sind die besten Pflege Bahr Tarife

Der Pflege Bahr Test 2014 zeigt: Besonders wer erst kurz vor Rentenbeginn eine Pflege Bahr Pflegeversicherung abschließt, muss im Ernstfall mit sehr geringen Leistungen rechnen. Der Untersuchung zufolge erhält der 60-jährige Modellkunde in keinem der geprüften Tarife mehr als 600 Euro Pflegegeld für Pflegestufe III. Angesichts der hohen Kosten, die für die stationäre Pflege in dieser Pflegestufe schnell rund 3.000 Euro im Monat betragen können, stellen die Leistungen des Pflege Bahrs nur einen Tropfen auf dem heißen Stein dar.

Testsieger im Pflege Bahr Test 2014 (60-jähriger Modellkunde)

  • Debeka (EPG-Tarif)
  • Central (central.pflege)
  • R+V (R+V-Pflege FörderBahr/ PKB)

Topanbieter im Pflege Bahr Test 2014 (Versicherungsabschluss mit 50 Jahren)

  • Central (central.pflege)
  • Hanse-Merkur (PB)
  • BBKK/Union (FörderPflege)

Pflege Bahr Test 2014: Geförderte mit ungeförderter Pflegeversicherung kombinieren

Als bessere Alternative können sich laut dem aktuellen Pflege Bahr Test sogenannte Kombi-Tarife erweisen. Mit ihnen streichen Versicherungsnehmer die staatliche Förderung ein und vereinbaren darüber hinaus ausreichende Versicherungsleistungen für den Pflegefall. Die höheren Beiträge, die dafür fällig werden, zahlen sich am Ende durch deutliche höhere Leistungen aus. 60-jährige Versicherte in Pflegestufe III erhalten vom Testsieger 3.600 Euro – jeden Monat.

Beste Kombi-Angebote (Alter bei Vertragsbeginn 60 Jahre)

  • LVM (PTG/PZTK-Tarif)
  • Hanse-Merkur (PB+PA)
  • BBKK/Union (F.Pf. und Pflege PREMIUM Plus)

Pflege Bahr mit ungeförderter Pflegeversicherung (Beginn ab 50 Jahren)

  • LVM (PTG/PZTK)
  • Hanse-Merkur (PB+PA)
  • BBKK/Union (F.Pf. und Pflege PREMIUM Plus)

Zukunftssorgen um den Pflege Bahr?

Die geförderte Pflegeversicherung mag im Moment noch zu besonders günstigen Konditionen erhältlich sein – Versicherte erhalten monatlich fünf Euro staatlichen Zuschuss ab einem Eigenbeitrag von zehn Euro. Jedoch wird dies aller Voraussicht und Versicherungsmathematikern zufolge Konsequenzen in der Zukunft haben. Der größte Haken am Pflege Bahr sind die fehlende Gesundheitsprüfung und der Versicherungszwang. Höhere Kosten in der Pflegeversicherung sind deshalb wahrscheinlich und sie werden letzten Endes auf das Versichertenkollektiv umgelegt.

Daher steht der Pflege Bahr nicht ohne Grund im Kreuzfeuer der Kritik – sowohl von Versicherern selbst als auch von Verbraucherschützern. Axel Kleinlein, der Vorsitzende des Bundes der Versicherten, bezeichnete das Vorhaben Pflege Bahr als „einen kalkulatorischen Blindflug der Versicherungsmathematiker“. Wenn Verbraucher den möglichen Problemen von vorneherein aus dem Weg gehen wollen, eignet sich für sie vermutlich eher eine ungeförderte Pflegeversicherung oder höchstens eine Kombi-Lösung.

Autor: Jessica D’Ovidio