Annabell Meyer
Annabell Meyer

Redakteurin

Pflegeversicherung: Wer bietet den besten Mix aus Preis und Leistung?

Millionen Menschen in Deutschland vertrauen bereits auf eine private Pflegeversicherung. Da das Geld aus der gesetzlichen Pflegekasse für die Pflegekosten meist nicht ausreicht, könnten es künftig noch mehr werden. Um die große Auswahl an Tarifen zu erleichtern, haben die Magazine Guter Rat und €uro verschiedene Pflegezusatzversicherungen auf Herz und Nieren geprüft.

  • Eine private Pflegeversicherung gehört für viele Menschen zum wichtigen Schutz vor den anfallenden Pflegekosten.
     
  • Interessierte haben dabei verschiedene gute Angebote zur Auswahl, wie zwei neue Untersuchungen zeigen.
     
  • Um die persönlich beste Absicherung zu finden, hilft ein auf die individuellen Wünsche zugeschnittenes Angebot.

Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung sollen 2019 steigen. Die höheren Einnahmen will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für neue Pflegekraftstellen und eine bessere Bezahlung von Pflegekräften nutzen. Für Pflegebedürftige werden die Leistungen aus der Pflegekasse dagegen nicht verbessert. Daher bleibt eine zusätzliche Pflegevorsorge besonders wichtig, um die Pflegekosten zu decken. Denn die gesetzlichen Leistungen reichen bei einem Großteil der Betroffenen dafür nicht aus.

Doch welche private Pflegeversicherung bietet den besten Schutz für Familien oder Senioren und wann lohnt sich ein Tarif mit staatlicher Förderung? Sowohl das €uro-Magazin als auch das Verbrauchermagazin Guter Rat haben verschiedene Angebote unter die Lupe genommen und zeigen, wo Interessierte eine umfassende Absicherung bekommen.

Private Pflegeversicherung auf dem Prüfstand: Guter Rat prüft Qualität

Das Verbrauchermagazin Guter Rat hat eine Vielzahl von Pflegezusatzversicherungen für verschiedene Zielgruppen wie Kinder, junge Menschen, Familien sowie Senioren untersuchen lassen. Zudem wurde nach der Art der Absicherung unterschieden, beispielsweise zwischen Tarifen mit Pflegetagegeld und Pflegerente mit verschiedenen Einzahlungsoptionen.

Der Fokus lag besonders auf der Qualität der jeweiligen Angebote. Diese wurde anhand von 25 Merkmalen überprüft. Um eine Top-Bewertung zu erhalten, mussten die Tarife mindestens 70 Prozent der Qualitätsmerkmale erfüllen. Testsieger wurden die Anbieter, welche die meisten Kriterien einhielten. Die Kosten spielten im Test dagegen keine Rolle.

Ideal überzeugt in der Untersuchung dreifach

Im Pflegeversicherung Test von Guter Rat sichert sich Ideal dreimal die Spitzenposition. Der Anbieter überzeugt mit „PflegeRente Exklusiv“ sowohl im Bereich Pflegerente gegen monatlichen Beiträge als auch bei Pflegerente gegen Einmalzahlung. Der Tarif „Pflege Starter Exklusiv“ punktet zudem als bester Pflegestartertarif für junge Leute.

Bei den Pflegetagegeldtarifen für jedermann erhält Inter („QualiCare QC 1 und 2 und QC E“) die beste Bewertung. Die private Pflegeversicherung empfiehlt sich außerdem als Testsieger für Familien mit Kinderwunsch. Der Versicherer Münchener Verein bietet mit „Deutsche PrivatPflege – Premium“ das beste Pflegetagegeld für Senioren.

Pflege-Bahr-Tarife im Test: Wie gut ist die staatlich geförderte Vorsorge?

In der Untersuchung von €uro lag der Schwerpunkt auf verschiedenen Pflege-Bahr-Tarifen. Dabei handelt es sich um eine private Pflegeversicherung mit staatlicher Förderung. Versicherte erhalten bei einer monatlichen Einzahlung von zehn Euro einen Zuschuss von fünf Euro vom Staat. Absichern kann sich generell jeder, da es für die Aufnahme in einen Pflege-Bahr-Tarif keine Gesundheitsprüfung gibt.

Im Test haben die Experten von €uro 15 Tarife für verschiedene Altersgruppen (25, 45 und 55 Jahre) überprüft. Wie im Vorjahr schneidet mit „central.pflege“ von Central nur ein Angebot sehr gut ab. Elf weitere Tarife erhalten die Gesamtnote gut, darunter:

  • Allianz – „PflegeBahr (PZTGO2)“
  • Debeka – „EPG“
  • Signal Iduna – „PflegeBahr“
  • Union – „FörderPflege“

Schluss mit Pflege-Bahr: €uro rät zu Kombi-Tarifen

Trotz guter Ergebnisse ist der Pflege-Bahr seit Jahren umstritten. Denn die Auszahlung reicht selbst bei höchstem Pflegebedarf nicht aus, um die Lücke der gesetzlichen Pflegeleistungen auszugleichen. Die Tester raten Interessierten daher dazu, einen sogenannten Kombi-Tarif aus geförderter und ungeförderter Pflegeversicherung zu wählen. Sechs von 13 Anbietern im Test erzielen ein sehr gutes Ergebnis:

  • Allianz – „PflegeBahr (PZTGO2) + PflegetagegeldBest (PZTBO3)“
  • Barmenia – „DFPV + Pflege100D“
  • ARAG – „ARAG FörderPflege PF + ARAG IndividualPflege PIN“
  • Süddeutsche – „PG + PZ“
  • Central – „central.pflege + central.pflegePlus“
  • DKV – „KombiMed Förder-Pflege Tarif KFP + Pflege Tagegeld PTG“

Tipp: Bei den Kosten für die Kombi-Tarife gibt es große Unterschiede. So zahlt ein 45-Jähriger beim günstigsten Anbieter knapp 13 Euro im Monat. Für das teuerste Angebot werden dagegen fast 79 Euro monatlich fällig. Wichtig ist daher, verschiedene Tarife mithilfe eines Vergleichsrechners zur privaten Pflegeversicherung gegenüberzustellen, um das individuell passende Angebot zu finden.