Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

PKV-Beitragsanpassung 2017: Welche Versicherer teurer werden

Zum Jahreswechsel wird sich ein Großteil der Privatversicherten auf steigende Prämien einstellen müssen. Dabei wird es nicht nur für bereits Versicherte, sondern auch für Neukunden teurer. Wie hoch die PKV-Beitragsanpassungen 2017 ausfallen werden, steht im Einzelnen noch nicht fest. Viele Anbieter haben auch eine Beitragsgarantie bis Ende 2017 ausgesprochen.

Veröffentlicht am 10. Oktober 2016

Egal ob gesetzlich oder privat krankenversichert – durch gestiegene Gesundheitskosten werden viele Krankenversicherte im neuen Jahr höhere Beiträge als bisher zahlen. Während sich in der gesetzlichen Krankenversicherung in diesem Monat herausstellt, ob und wie hoch der Beitrag im Schnitt ansteigen wird, steht für die private Krankenversicherung schon fest, dass die durchschnittliche Beitragserhöhung im zweistelligen Bereich liegen wird. Wie viel teurer genau die private Krankenversicherung durch die Beitragsanpassung 2017 wird, ist dabei schwer zu sagen. Der BAP-Guide von Gewa Comp informiert jedoch über erste Tendenzen bei den Beitragssteigerungen für Neu- und Bestandskunden sowie über Beitragsgarantien.

Service: Wer sich privat krankenversichern will, sollte aufgrund der Beitragserhöhungen einen genauen Preis-Leistungs-Vergleich machen, um so den optimalen Tarif zur privaten Krankenversicherung zu finden. Bereits Privatversicherte erfahren mit dem Vergleich, ob sich ein Wechsel für sie lohnt.

PKV-Beitragsanpassungen 2017 bei Barmenia und Gothaer

Die Barmenia passt ihre Prämien im Zuge der PKV-Beitragsanpassung 2017 in einigen Tarifen an. So werden wohl beispielsweise bereits versicherte Männer mit „easyflex start2“ und „easyflex start 2+“ mehr zahlen. Für Neukunden werden unter anderem die Angebote „einsA expert3“, „einsA prima1/2/3“ sowie „einsA prima2+“ teilweise teurer. Für eine Reihe der „eins“-Angebote hat der Versicherer allerdings auch eine Beitragsgarantie bis Ende 2017 für Neukunden ausgesprochen.

Bei der Gothaer deutet sich ebenfalls an, dass die Beiträge in vielen Tarifen stabil bleiben, etwa beim Unisex-Angebot „MediClinic U“. Allerdings kann die Gothaer dieses Versprechen nicht für alle Angebote der alten Tarifwelt geben. Hier zahlen Männer und Frauen noch unterschiedliche Beiträge. Eine PKV-Beitragsanpassung ist 2017 daher etwa bei „MediClinic“, „MediVita Z 90“ und für Männer bei „MediNatura P“ möglich. Für Neukunden werden viele Tarife günstiger. So sollen die Prämien zum Beispiel für „MediComfort“, „MediMPlus“ oder „MediClinic 2“ sinken. Mehr zahlen müssen Personen, die zur Gothaer gehen, voraussichtlich für „MediVita 250“ und „MediVita 500“.

Auch Hallesche, Debeka und Allianz mit PKV-Beitragsanpassungen 2017

Mit niedrigen Beiträgen können Neukunden rechnen, die sich 2017 für die Hallesche und „Primo SB 2 Z plus“ oder „Primo SB 2 Z“ entscheiden. Teurer werden nach bisherigem Stand „NK-Bonus“, „NK.4“ und „NK.2“. Bei der Debeka stehen Beitragsanpassungen 2017 für neue Kunden an, die „N-SB“ für ihren Krankenversicherungsschutz wählen. Kinder und Jugendliche müssen dagegen wohl mehr für „NG“ zahlen. Für bereits Versicherte wird es dem Versicherungsjournal zufolge durchschnittlich um 8,5 Prozent teurer. Die Beitragsänderungen bei der Debeka treffen dabei 1,5 der 2,3 Millionen Vollversicherten.

Die PKV-Beitragsanpassungen bei der Allianz für Neukunden fallen voraussichtlich wie folgt aus: Der Versicherer erhöht seine Beiträge für „AMB90U“, „AMP90U“, „AMP90PU“, „AMP70PU“ und „AM90PU“. Eine Beitragsgarantie für Neukunden spricht er unter anderem für die Angebote „AMBSU“, „AMP 100U“ und „SPT01U“ aus.

Die HanseMerkur hat 2017 im Neugeschäft Beitragsanpassungen für sieben Tarife angekündigt, darunter „KVT1000“ und „KVS1“. uniVersa wird vermutlich unter anderem für „uni-ZA 80“, „uni-intro Privat 600“ sowie „uni-A 100“ die Prämien für neue Kunden nach oben korrigieren.

Weitere Anpassungungen bei diesen PKV-Versicherern

Beim Deutschen Ring deuten sich Beitragsanpassungen sowohl nach oben als auch nach unten an. So wird der Tarif „Comfort +“ für Jugendliche etwas günstiger. Bei Kindern und Erwachsenen steigen die Prämien für Neukunden allerdings. Zudem verteuern sich „Esprit“ „Esprit M“, „Esprit MX“ und „Esprit X“ je nach Alter zwischen drei und 14 Prozent.

Der Tarif „Start Plus“ wird für Interessierte, die sich für Signal entscheiden, größtenteils günstiger. Nur Kinder zahlen mehr für das Angebot. Bei „Komfort“ und „Start“ erhöhen sich die Beiträge für Erwachsene.

Bei der Nürnberger stehen unter anderem Beitragserhöhungen für die Angebote der privaten Krankenversicherung „Top3“, „Top3+“, „Top6“ und „Top6+“ an. Die Prämien steigen dabei um bis zu zehn Prozent.

Welche PKV-Anbieter Versicherte stabile Beiträge für 2017 versprechen

Einige Versicherer haben sowohl für Neu- als auch Bestandskunden eine Beitragsgarantie bis Ende 2017 ausgesprochen. So verspricht Inter beispielsweise bei „QualiMed Basis 600 U“, „QualiMed Exklusiv 300 U“ sowie „QualiMed Premium 300 U“ solide Prämien für ältere Versicherte. Auch uniVersa hat viele für Tarife eine Beitragsstabilität zugesagt wie „uni-VE 1300G“ oder „uni-VE 900 K“.

Beim Deutschen Ring können Bestandskunden der alten Tarifwelt darauf setzen, dass „D100“, „Plus“ sowie „ZN100“ nicht teurer werden. Ältere Männer haben diese Gewissheit auch für „Esprit M“. Weitere Beitragsgarantien gibt es für verschiedene Tarife. Diese sind jedoch abhängig vom Geschlecht und Alter des Versicherten. Signal verspricht Stabilität unter anderem für die Bisex-Tarife „Exklusiv 1“ und „Exklusiv-plus 2“.