Kaputte Heckscheibe Auto
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Private Haftpflicht: Ausgezeichneter Schutz ab rund 50 Euro im Jahr

Wer sich erstmals damit auseinandersetzt, welche Versicherungen für ihn wichtig sind, wird schnell auf die private Haftpflichtversicherung stoßen. Mehr als 80 Prozent der Deutschen haben einen Vertrag. Dass der Schutz selbst bei umfangreichen Leistungen keine 50 Euro im Jahr kostet, ist sicherlich ein Grund für die breite Verteilung. Welche Tarife top sind, zeigt ein neuer Test.

  • Im März 2020 hat das Handelsblatt 35 Haftpflichtversicherungen getestet.
  • Jeder dritte Tarif erhielt eine sehr gute Bewertung, drei sind jedoch nur ausreichend.
  • Preislich gibt es selbst unter den Top-Tarifen große Unterschiede.

Zusammen mit der Ratingagentur Franke und Bornberg hat das Handelsblatt 35 Haftpflichtversicherungen für Familien und Singles miteinander verglichen. Um die Bedeutung der Versicherung hervorzuheben, nutzt das Wirtschaftsmagazin ein drastisches Beispiel:



Ein Fußgänger geht bei Rot über eine Ampel und wird dabei von einem Fahrradfahrer erfasst. Dieser trägt bleibende Schäden davon und kann nicht mehr arbeiten. Er fordert daher eine lebenslange Rente vom Unfallverursacher. „Hat er eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen, kommt sie über Jahrzehnte für die Folgekosten auf und kann so seinen finanziellen Ruin verhindern“, so das Handelsblatt.

Was schützt eine private Haftpflichtversicherung?

Eine private Haftpflichtversicherung greift generell, wenn Versicherte Dritten einen Schaden zufügen. Ganz konkret umfasst der Schutz beispielsweise die folgenden Situationen:

  • Helfen Versicherungsnehmer bei einem Umzug und lassen dabei etwas zu Bruch gehen, ist der Schaden über die Haftpflicht abgesichert. In der Versicherungssprache werden solche Fälle als Gefälligkeitsschäden bezeichnet.
  • Verlieren Versicherte ihren Schlüssel und Schlösser müssen ausgetauscht werden, hilft die Versicherung.
  • Beschädigen Kinder beim Herumtoben auf der Straße fremde Autos, ist auch hier auf den Schutz Verlass.

Beim Vergleich des Handelsblattes wurde darauf geachtet, dass alle Haftpflichtversicherungen in diesen Fällen zahlen. Dabei sind bei Familientarifen auch deliktunfähige Kinder, also Kinder unter sieben Jahre, versichert. Zusätzlich bieten alle Tarife eine Forderungsausfalldeckung: Werden Versicherte selbst Opfer und der Verursacher kann für den entstandenen Schaden nicht aufkommen, greift die eigene Haftpflicht.

So wurde getestet

Als Deckungssumme wählten die Experten eine Summe von zehn Millionen Euro. „Viele alte Verträge decken nur niedrigere Summen ab. Der Leistungsumfang neuerer Versicherungen ist heute meist deutlich höher. Auch die Deckungssummen wurden in den vergangenen Jahren erhöht“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg, dem Handelsblatt gegenüber.

Während die Ratingagentur für die Bewertung des Leistungsniveaus zuständig gewesen ist, das 70 Prozent der Gesamtnote ausmachte, blickte das Handelsblatt auf den Preis. Dabei wird deutlich, dass Interessierte mit einem Preis-Leistungs-Vergleich viel Geld sparen können. So kostet die günstigste, sehr gute Haftpflichtversicherung für Familien 54 Euro im Jahr. Der teuerste, sehr gute Tarif kommt dagegen auf 94 Euro.

Die Testergebnisse

35 Haftpflichtversicherungen standen im Vergleich gegenüber, zwölf Tarife erreichen ein Top-Ergebnis für Alleinstehende, 13 für sich und den Partner samt Kindern. In den meisten Fällen stimmen dabei die Testsieger für Singles mit denen für Familien überein.

Die Top 5 setzt sich in beiden Gruppen zusammen aus:

  • S.L.P. – „Prima E-Dok“
  • WGV – „Optimal“
  • Janitos – „Balance“
  • VHV – „Klassik-Garant inklusive Baustein Exklusiv“
  • Oberösterreichische Versicherung – „Privathaftpflichtversicherung Superschutz“ (nur Familien)
  • Konzept & Marketing – „allsafe fortuna fine 2.0“ (nur Singles)

Tipp:

Weitere Testsieger finden Interessierte auf der Übersichtsseite „Private Haftpflichtversicherung im Test“.