Arzt im Gespräch mit Patient
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Private Krankenversicherung: 17 Top-Tarife für jedes Leistungsniveau

Jedes Jahr wirft das Wirtschaftsmagazin Focus-Money zusammen mit der Ratingagentur Franke und Bornberg einen kritischen Blick auf die private Krankenversicherung. So auch 2021. Je nach Leistungsumfang – sehr hoch, ausgewogenen und Grundschutz – werden unterschiedlich viele Top-Tarife ermittelt. Viel Auswahl haben Interessierte beim Top-Schutz.

  • Auch 2021 hat Focus-Money private Krankenversicherungen mit unterschiedlichem Leistungsumfang untersuchen lassen.
  • In den Bereichen ausgewogener Schutz und Klassik-Schutz erreichen jeweils drei private Krankenversicherungen dieses Ergebnis.

Rund 300.000 Menschen haben sich 2020 für den Wechsel in die private Krankenversicherung entschieden. „Vor allem der verlässliche und meist höherwertige Schutzumfang im privaten System überzeugt viele Kunden,“ so Focus-Money. Welche PKV-Tarife für den individuellen Versicherungsschutz eine gute Wahl darstellen, hat das Wirtschaftsmagazin zusammen mit der Ratingagentur Franke und Bornberg untersucht (Ausgabe 40, 41 und 42/2021).

Da die Auswahl sehr groß ist, haben die Spezialisten die Tarife in drei Leistungskategorien eingeteilt, umso das Leistungsniveau besser miteinander vergleichen zu können. Hierzu fragten sie verschiedene Kriterien ab, etwa welche Gebührenordnung der Ärzte übernommen wird, welche Mediziner Versicherte aufsuchen können und welche Erstattungshöchstsätze es bei Zahnersatz gibt.

Elf sehr gute private Krankenversicherungen mit Top-Schutz

Wie in den Vorjahren machen die Leistungsqualität und die Beitragshöhe jeweils 40 Prozent des Gesamtergebnisses aus, die Finanzstärke 20 Prozent.
Tarife mit Top-Schutz bieten mindestens:

  • Unterbringung im Krankenhaus im Einzelzimmer
  • Anspruch auf Chefarztbehandlung
  • Kostenübernahme von Heilpraktiker und Psychotherapie sowie Krankenfahrstühle und Implantate
  • Bei Zahnersatz werden mindestens 80 Prozent der Zahnarztrechnung erstattet

In der Summe wurden 23 Anbieter bewertet. Das deutliche Ergebnis: Elf Tarife, also fast jedes zweite PKV-Angebot, sichern sich die Bestnote „Hervorragend“. Die drei günstigsten Top-Tarife kommen von

  • Arag „MedBest“ (556,87 Euro im Monat / 600 Euro Selbstbehalt)
  • Hallesche „NK.2, URZ“ (596,95 Euro / 600 Euro)
  • DKV „BMK1, BMKD, BMZ1“ (614,90 Euro / 400 Euro)

Zum Vergleich: Die teuerste private Krankenversicherung verlangt monatlich 742,70 Euro für den besonders großen Leistungsumfang. Diesen Beitrag zahlen Selbstständige. Für Angestellte halbieren sich die Kosten, da sich ihr Arbeitgeber in Form eines Zuschusses zu 50 Prozent am Beitrag beteiligt.

Tipp:

Weitere Testsieger sowie Ergebnisse anderer Untersuchungen zur privaten Krankenversicherung finden Interessierte auf der Übersichtsseite „PKV im Test“.

Ausgewogener Mix aus PKV-Leistungen und Kosten: 3-mal die Bestnote

Legen Privatversicherte wenig Wert auf ein besonders hohes Leistungsniveau, können sie sich mit ein paar geringen Abstrichen günstiger privat krankenversichern. Diese Wahlfreiheit ist ein großer Vorteil der PKV: Versicherte legen ihre Leistungen selbst fest und bestimmen so mit, wie viel ihr Versicherungsschutz kostet.

„Eine gute und ausgewogene Krankenversicherung sollte in allen drei Bereichen der ambulanten, stationären und zahnärztlichen Versorgung von hoher Qualität sein und auch bei Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln keine oder nur geringe Beschränkungen aufweisen“, erläutert Katrin Bornberg, Geschäftsführerin von Franke und Bornberg, im Wirtschaftsmagazin. Aus Sicht der Ratingagentur müssen Tarife in dieser Leistungskategorie bei Zahnersatz mindestens 60 Prozent der Kosten zurückzahlen sowie für ein Zweibettzimmer in der Klinik, Psychotherapie und Krankenfahrstühle aufkommen.

20 Versicherer wurden bewertet. Im Vergleich zu den Tarifen mit Top-Schutz schneiden jedoch nur drei mit einem hervorragenden Ergebnis ab. Zehn weitere Anbieter sind sehr gut.

Die besten drei privaten Krankenversicherungen mit ausgewogenem Schutz sind:

  • Allianz „AktiMedPlus90P (AMP90PU)“ (556,82 Euro im Monat / max. 500 Euro Selbstbehalt)
  • Arag „K, FlexiPro“ (411,66 Euro / 600 Euro)
  • AXA „ActiveMe-U, Kompakt-Zahn-U“ (494,63 Euro / 500 Euro)

Gerade am Beispiel der Arag ist zu sehen, wie viel günstiger die Absicherung wird, wenn Interessierte ihr Leistungsniveau etwas herunterschrauben. Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung sind sie dabei in vielen Bereichen immer noch besser geschützt.

PKV: Klassik-Schutz für preisbewusste Versicherte

Zu guter Letzt untersuchten die Experten private Krankenversicherungen mit Klassik-Schutz. Diese zeichnen sich durch günstige Beiträge aus, bieten jedoch im Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse keine bessere Versorgung. Wer sich später für ein Leistungsplus entscheiden will, sollte auf Angebote achten, bei denen die Umstellung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist, so Focus-Money.

22 private Krankenversicherungen wurden für diese Leistungskategorie berücksichtigt – drei erreichen ein hervorragendes Ergebnis:

  • AXA „EL Bonus-U, Komfort Zahn-U, KUR-U/100“ (423,36 Monatsbeitrag / 360 Euro Selbstbehalt)
  • Debeka „NW“ (486,71 Euro / maximal 400 Euro)
  • HanseMerkur „KVS1, KUT/100“ (346,04 Euro / 500 Euro)

Vor allem bei den Klassik-Tarifen sind die preislichen Unterschiede zwischen den Angeboten groß. So zahlen Interessierte für die günstigste private Krankenversicherung 346 Euro im Monat. Für die teuerste fallen dagegen 603 Euro an – bei gleichem Leistungsniveau. Interessierte sollten daher unbedingt mehrere Angebote bei ihrer Wahl berücksichtigen und auch auf die Expertise eines Versicherungsexperten Wert legen. So finden sie eine private Krankenversicherung, mit der sie langfristig zufrieden sind.

Jetzt Angebot anfordern