Mann mit Rückenschmerzen
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Private Krankenversicherung: Diese drei Anbieter sind ausgezeichnet

Wer in die private Krankenversicherung wechselt, legt vor allem Wert auf einen runden Preis-Leistungs-Mix. Daneben ist es allerdings auch sinnvoll, sich mit der Qualität des Versicherers selbst zu beschäftigen. Denn je stabiler dieser ist, desto unwahrscheinlicher sind Beitragssprünge. Ein aktueller Vergleich zeigt, welche Anbieter überzeugen.

  • In einem neuen Test wurden 30 private Krankenversicherer gegenübergestellt.
  • Dabei stand nicht die Qualität der Tarife, sondern die Unternehmen selbst im Fokus.
  • Nur noch drei Versicherer erreichen 2020 die Bestnote „ausgezeichnet“.

Jedes Jahr prüft das Analysehaus Morgen & Morgen die aus seiner Sicht zehn wichtigsten Bilanzzahlen der privaten Krankenversicherer. Diese lassen sich in die Kategorien Bestand, Sicherheit sowie Erfolg und Leistung einteilen.



2020 werden nur noch drei Anbieter mit der Bestnote von fünf Sternen bewertet, während es vor zwei Jahren noch fünf waren. Allerdings gibt es auch weniger Versicherer, die nur mit einem Stern abschneiden. Insgesamt sieht Morgen & Morgen den PKV-Markt somit als stabil an.

Nur wenige Veränderungen im Ranking

Für den Vergleich wurden die Bilanzkennzahlen der letzten fünf Jahre von 30 Anbietern miteinander verglichen. So wurden beispielsweise die

  • Abschlusskostenquote,
  • Wachstumsrate der Vollversicherten und
  • Eigenkapitalquote überprüft.

Unten den besten Versicherern bestätigen drei ihre ausgezeichnete Vorjahresbewertung. Alte Oldenburger, LVM und R+V erhalten erneut eine 5-Sterne-Bewertung. Signal Iduna verliert dagegen einen Stern und zählt 2020 zu den elf privaten Krankenversicherern, an die Morgen & Morgen vier Sterne und damit ein „sehr gut“ vergibt. Hier finden sich beispielsweise auch Allianz, DEVK, Hallesche, Mecklenburgische und uniVersa wieder.

Unternehmensratings im Vergleich

Deutschlands größter privater Krankenversicherer, Debeka, erzielt beim aktuellen Vergleich nur eine 3-Sterne-Bewertung. Im Vergleich zum Vorjahr verliert der Anbieter einen Stern und ist in den Augen des Analysehauses nun „durchschnittlich“. Damit grenzen sich die Ergebnisse des Unternehmensratings deutlich von denen des Branchendiensts map-report ab, das im März veröffentlicht wurde.

Auch bei diesem standen die Bilanzkennzahlen von zwölf Versicherern im Fokus. Zudem wurden die Bereiche Service (zum Beispiel Beschwerdequote, Stornoquote und Transparenz) sowie Vertrag (etwa Beitragsentwicklung und Flexibilität) miteinander verglichen. Acht Anbieter erhalten die Bestnote, darunter die Testsieger von Morgen & Morgen. Debeka erzielt sogar die meisten Punkte und setzt sich somit ganz an die Spitze der Untersuchung – und das bereits zum 19. Mal seit 2001.

Unbekannter Faktor Corona-Virus

Welche Folgen das Corona-Virus auf die Unternehmensstabilität hat, ist derweil nicht in die Auswertung eingeflossen. Denn „erst 2021 werden wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie absehen können“, betont Thorsten Saal vom Analysehaus. Zwar sei das letzte Börsenjahr gut verlaufen. Dies ist für die Versicherer wichtig, da sie einen Teil der Kundengelder am Kapitalmarkt investieren, um Rücklagen zu bilden. Dieser Trend könne jedoch nicht für das folgende Jahr übertragen werden, so Saal. Insofern bleibt abzuwarten, wie die Versicherer durch die Pandemie kommen.