Kranke Person mit Medikamenten
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Private Krankenversicherung: Welcher Preis-Leistungs-Mix ist top?

Wer sich für die private Krankenversicherung entscheidet, tut dies meist aus einem von zwei Gründen: Günstigere Beiträge oder bessere Leistungen im Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse sichern. Welche Versicherer die besten Tarife je nach Leistungsumfang bieten, hat das Wirtschaftsmagazin Focus-Money frisch ermitteln lassen.

  • Privatversicherte können sich in der privaten Krankenversicherung zwischen soliden Leistungen und geringem Beitrag oder Top-Leistungen und höherem Beitrag entscheiden.
  • Welche Anbieter jeweils das beste Paket schnüren, zeigt ein neuer Test von Focus-Money.
  • Ein Versicherer zeigt sich dieses Jahres sehr stark.

In der privaten Krankenversicherung (PKV) stellen sich Versicherte ihren Leistungsumfang individuell zu ihren Anforderungen an den Gesundheitsschutz zusammen. In der Regel gilt dabei: Je mehr Leistungen die Versicherung bietet, desto teurer wird diese. Umgekehrt gibt die Höhe des Monatsbeitrags jedoch noch keinen Aufschluss darüber, wie leistungsstark ein konkreter Tarif ist.



Dies zeigt die aktuelle Untersuchung von Focus-Money. So kostet ein gutes PKV-Angebot mit Klassik-Schutz genauso viel wie ein hervorragendes mit einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis. Ebenso zahlen Interessierte für eine hervorragende private Krankenversicherung mit Top-Schutz nicht mehr als für eine sehr gute mit ausgewogenem Schutz.

Was soll die private Krankenversicherung übernehmen?

Focus-Money ermittelt jedes Jahr die besten privaten Krankenversicherungen für verschiedene Leistungspakete:

  • Top-Schutz
  • Ausgewogener Schutz
  • Klassik-Schutz

Für den Top-Schutz muss der Tarif beispielsweise mindestens 90 Prozent der Zahnbehandlungen, 75 Prozent des Zahnersatzes und 70 Prozent des Inlays bezahlen. Zudem sind das Zweibettzimmer mit Privatarzt, Heilpraktikerleistungen, Erstattungen der höchsten Gebührensätze im ambulanten Bereich, Ergotherapie bis maximal 2.500 Euro im Jahr sowie 80 Prozent bei Psychotherapie abgedeckt.

Beim ausgewogenen Schutz wird der Zahnersatz zum Beispiel nur zu 60 Prozent übernommen, Ergotherapie bis maximal 1.500 Euro im Jahr, Psychotherapie bis 70 Prozent. Beim Klassik-Schutz werden Arztkosten nur bis zum 2,3-fachen Gebührensatz erstattet, im Krankenhaus wird ein Mehrbettzimmer gezahlt und Zahnbehandlungen nur zu 70 Prozent.

So wurde getestet

Für die Bewertung flossen die Analysen aus drei Bereichen zusammen: Leistung, Beitrag, Finanzstärke. Für den Preisvergleich wurden die Kosten der privaten Krankenversicherung für einen 35-jährigen Angestellten ermittelt. Zudem wurde der maximale Selbstbehalt pro Jahr sowie die Höhe der Beitragsrückerstattungen erhoben. Diese erhalten Versicherte, wenn sie innerhalb eines Jahres keine Rechnungen bei ihrem Versicherer einreichen.

Der Monatsbeitrag macht 40 Prozent des Endergebnisses aus, ebenso wie die Leistungsanalyse. 20 Prozent entfallen auf die Finanzstärke, die Aufschluss über die langfristige Beitragsstabilität gibt.

Die besten PKV-Tarife 2020 je nach Leistungsumfang

Je nach Kategorie überzeugen unterschiedlich viele Versicherer:

  • Klassik-Schutz: 4 x hervorragend, 16 x sehr gut
  • Ausgewogener Schutz: 2 x hervorragend, 20 x sehr gut
  • Top-Schutz: 2 x hervorragend, 15 x sehr gut

Dieses Jahr schafft es die Debeka, sich mit unterschiedlichen Angeboten in allen drei Bereichen als Testsieger zu platzieren. Darüber hinaus finden sich AXA, Arag, HanseMerkur, uniVersa und Hallesche unter den Top-Tarifen wieder.

Beim Klassik-Schutz liegen die folgenden Anbieter vorne:

  • AXA mit dem Tarif „EL Bonus-U, Komfort Zahn-U, PVN, KTGV 42-U“
  • Debeka mit „NW, NG, PVN, KT 43“
  • HanseMerkur mit „KVS1, PVN, KT 43“
  • uniVersa mit „uni-intro I Privat 300, uni-ZZ, PVN, uni-KT 43“

Der Monatsbeitrag liegt bei ihnen für den Angestellten zwischen 176 Euro und 250 Euro im Monat.

Beim ausgewogenen Schutz platzieren sich

  • Arag mit „MedExtra (ME300), PVN, KTV42“ und
  • Debeka mit „NC, N, PVN, KT 43“

an der Spitze. Hier liegt der monatliche Beitrag bei 282 Euro bis 301 Euro. Bei rund 280 Euro liegen auch die Kosten für den teuersten guten Klassik-Schutz. Interessierte sollten bei der Wahl ihrer Krankenversicherung daher nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch, welche Leistungen damit einhergehen. So können sie sich zum gleichen Preis ein besseres Leistungsniveau sichern.

Tipp:

Die Testsieger im Bereich Top-Schutz sowie weitere Ergebnisse anderer Vergleiche finden sich auf der Übersichtsseite „Private Krankenversicherung im Test“.