Frau bekommt Diagnose von Ärztin
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Private Unfallversicherung: Diese Tarife bieten 2021 sehr guten Schutz

Private Unfallversicherungen zählen vielleicht nicht zum Must-have im Versicherungsportfolio. Sie können dennoch eine wertvolle Ergänzung sein. Wer mit dem Abschluss liebäugelt, kann sich bei der Suche an den aktuellen Testsiegern des Handelsblatts orientieren. Dort wurden rund 30 Anbieter für Erwachsene und Kinder getestet.

  • Bei der Wahl einer passenden privaten Unfallversicherung ist vor allem das Zusammenspiel aus drei Faktoren wichtig: Gliedertaxe, Versicherungssumme und Progression.
  • Alle untersuchten Tarife bieten einen Top-Schutz, müssen also gewisse Mindestkriterien erfüllen.

Eine private Unfallversicherung ist zweifach wichtig. Einerseits ist nach einem Unfall mit bleibenden Schäden nichts mehr beim Alten. Oftmals können Betroffene aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen nicht wie gewohnt arbeiten und müssen mit den finanziellen Folgen klarkommen.

Andererseits erhalten sie nur dann finanzielle Unterstützung von der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn sie auf der Arbeit oder auf dem Weg dorthin verunglücken. Bei Unfällen in der Freizeit, beim Hobby oder im Haushalt ist die medizinische Versorgung zwar gewährleistet, nicht aber die finanzielle.

Welche privaten Unfallversicherungen sehr gute Leistungen für Erwachsene sowie Kinder bieten und dabei bezahlbar sind, hat das Handelsblatt im August 2021 von der Ratingagentur Franke und Bornberg ermitteln lassen.

Private Unfallversicherung: Auf die Details kommt es an

29 Unfallversicherer für Erwachsene wurden für den Test untersucht, zehn von ihnen können sich über die Höchstnote freuen. Bei den Kindern sind es 28 Anbieter, von denen mehr als die Hälfte mit sehr gut bewertet wird.

Alle untersuchten Tarife bieten eine Progression von 500 Prozent. Um diesen Faktor erhöht sich die Auszahlung der Versicherungssumme. Liegt diese beispielsweise bei 100.000 Euro und der Versicherer würde bei 50-prozentiger Invalidität 50.000 Euro als Grundsumme leisten, erhalten Versicherte durch die Progression 250.000 Euro.

Tipp:

Die Progression steigt in der Regel mit dem Grad der Invalidität an. Das vereinfachte Beispiel spiegelt daher nur bedingt die Realität wider. Möglich ist auch, dass der Faktor 250 Prozent beträgt. Die Versicherer gehen dabei unterschiedlich mit dem Progressionsverlauf um. Bei manchen wird der volle Satz schon bei 75 Prozent Invalidität angewendet, bei anderen erst ab 90 Prozent. Interessierte sollten beim Versicherungsvergleich entsprechend auf diesen Unterschied achten.

Diese privaten Unfallversicherungen überzeugen 2021

Für den Test hat Franke und Bornberg den Jahresbeitrag für einen Angestellten und einen Handwerker ermittelt. Die Versicherungssumme liegt jeweils bei 100.000 Euro.

Zehn private Unfallversicherungen werden mit sehr gut bewertet. Die günstigste Prämie bietet dabei Ammerländer mit „Exclusiv“. Angestellte zahlen hier rund 110 Euro im Jahr, Handwerker 180 Euro. Zum Vergleich: die teuersten Anbieter verlangen 341 Euro beziehungsweise 408 Euro.

Die Top 3 setzt sich zusammen aus:

  • „Premium Plus“ von Waldenburger: 94/100 Punkte
  • „Gold“ von Basler: 92 Punkte
  • „Besser+“ von LBN: 91 Punkte

Für Kinder ist die Auswahl an sehr guten Unfallversicherungen noch größer: 15 der untersuchten 28 Versicherer erreichen die Höchstnote. Die Preisspanne liegt dabei zwischen 53 Euro und 209 Euro im Jahr.

Die Top 3 für Kinder:

  • „Gold“ von Basler und „Top-Schutz“ von Domcura: 96/100 Punkte
  • „Einfach Komplett“ von Die Haftpflichtkasse und „Premium Plus“ von Waldenburger: 95 Punkte
  • „Besser+“ von LBN: 94 Punkte

Tipp:

Weitere Testsieger finden Interessierte auf der Seite „Unfallversicherung im Test“.

Die großen Preisunterschiede zeigen, dass künftige Versicherte mit einem Tarifvergleich einiges an Geld sparen können – bei vergleichbaren Leistungen. Bei den Erwachsenen kostet das teuerste Angebot dreimal so viel wie das günstigste, bei Kindern sogar fast viermal so viel.

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