Privathaftpflichtversicherung Test 2016: Kundendienst mit Schwächen

Wieder einmal wurde die Privathaftpflichtversicherung einem Test unterzogen. Nachdem 2016 schon das Handelsblatt und das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) den Versicherern auf den Zahn gefühlt haben, folgt nun eine Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV). Elf Anbieter einer privaten Haftpflichtversicherung wurden dabei getestet.

Bereits für wenig Geld können sich Verbraucher mit einer Privathaftpflichtversicherung (PHV) absichern. Allerdings sollten sie dabei genau auf die Leistungen achten. Denn so mancher Versicherer zahlt beispielsweise nicht, wenn ihre Kunden Dritten einen Schaden im Rahmen eines Gefälligkeitsdienstes verursachen. Wer etwa dem Nachbarn beim Gärtnern hilft und dabei etwas zu Bruch geht, muss den Schaden aus der eigenen Tasche zahlen. Ähnlich sieht es beim Schlüsselverlust aus. Eine gute Haftpflichtversicherung zahlt auch dann, wenn nicht nur Wohnungs-, sondern auch Büroschlüssel abhandengekommen sind. Allerdings können sich hier die Deckungssummen je nach Anbieter deutlich unterscheiden. Welche Privathaftpflichtversicherung gut ist, zeigt nun ein Test der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien.

Privathaftpflichtversicherung Test 2016: Elf Anbieter im Fokus

Die DtGV hat sowohl die Tarife und Konditionen, die 50 Prozent des Gesamtergebnisses ausmachen, als auch die Navigation und den Komfort der Webseite (30 Prozent) sowie den Kundendienst (20 Prozent) von elf Versicherern bewertet. Diese sind: Allianz, AXA, ERGO, Generali, Gothaer, Haftpflichtkasse Darmstadt, HDI, Provinzial Rheinland, R+V, SparkassenVersicherung und VHV.

Die besten Konditionen für Single- und Familientarife bietet die Gothaer. Dahinter folgen die Haftpflichtkasse Darmstadt und die VHV, die ebenfalls „gut“ sind. Bei Transparenz und Komfort überzeugt hingegen die Allianz mit einem „sehr guten“ Ergebnis. Die Top 3 komplettieren HDI und erneut Gothaer mit einem „guten“ Resultat.

Schwachstelle Kundendienst: Besser nicht per E-Mail an Versicherer wenden

Beim Kundendienst offenbart der Privathaftpflichtversicherung Test 2016 „eklatante Schwächen“, vor allem bei der Beantwortung von E-Mails. Nur rund die Hälfte der Anfragen wurde überhaupt beantwortet, wobei wiederum nur knapp 50 Prozent der Antworten kundenorientiert ausfielen und auf die Frage eingegangen wurde. Interessierte sollte daher lieber zum Telefon greifen. Denn hier präsentieren sich die Versicherer „in einer besserer Verfassung“, so das DtGV. Den ersten Platz in der Kategorie Kundendienst erzielt die Haftpflichtkasse Darmstadt. Auch R+V auf dem zweiten Rang wird noch mit „gut“ bewertet. Der drittplatzierte Anbieter Generali erreicht nur noch ein „befriedigendes“ Ergebnis.

Unter Berücksichtigung der Resultate in allen drei Bereichen wird schließlich die Haftpflichtkasse Darmstadt zum Privathaftpflichtversicherung Testsieger 2016 gekürt. Der Anbieter überzeugt vor allem beim Kundendienst und mit guten Konditionen. Platz 2 geht an den Versicherer Gothaer, Rang 3 belegt VHV.

Nur wenige Versicherer untersucht: Testsieger mit anderen PHV Tests vergleichen

Mit nur elf geprüften Anbietern ist der aktuelle Test des DtGV nicht besonders aufschlussreich. Zum Vergleich: Andere Untersuchungen wie die des DISQ testeten 64 Versicherer und beim private Haftpflichtversicherung Test des Handelsblattes im April dieses Jahres wurden 61 Unternehmen analysiert, von denen jeweils drei für Singles und Familien empfehlenswert sind. Beim DISQ können 13 Versicherer eine sehr gute Bewertung erhalten. Entsprechend ist es ratsam, sich bei der Wahl der persönlich besten Haftpflichtversicherung nicht nur auf einen Test zu verlassen, sondern einen Blick auf die Testsieger mehrerer Untersuchungen zu werfen. Auch ein individueller Tarifvergleich hilft bei der Entscheidung.