Kranke Frau trinkt Tee
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Wo Privatversicherte sehr gut abgesichert sind

Wer sich etwas mit der privaten Krankenversicherung beschäftigt hat, weiß, dass es viele Tarife gibt, die unterschiedliche Leistungsspektren abdecken. Grob lassen sich diese in die drei Gruppen Grund-, Standard- und Topschutz einteilen. Welche Anbieter hier einen sehr guten Mix aus Preis und Leistung bieten, hat aktuell das Handelsblatt untersuchen lassen.

  • Das Handelsblatt hat zusammen mit der Ratingagentur Franke und Bornberg über 70 Tarife für die private Krankenversicherung testet.
  • Neben den Leistungen und den Kosten wurde dabei die Finanzstärke der Anbieter analysiert.

In der privaten Krankenversicherung entscheiden Versicherte individuell, welche Kosten übernommen werden. Das heißt: Wünschen sich Interessierte ein besonders hohes Leistungsniveau, stellen sie ihren Versicherungsschutz entsprechend zusammen.

Um die verschiedenen Angebote miteinander vergleichen zu können, werden sie im Rahmen von Tests häufig in drei Kategorien eingeteilt – so auch bei der aktuellen Untersuchung des Handelsblatts. Diese Gruppen sind:

  • Solider Grundschutz: Hier entspricht das Leistungsniveau im Wesentlichen dem der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Gehobener Standardschutz: Die private Krankenversicherung übernimmt zusätzlich die Kosten der Unterbringung im Zweibettzimmer im Krankenhaus, die Chefarztbehandlung sowie 60 Prozent bei Zahnersatzbehandlungen.
  • Umfangreicher Topschutz: Statt des Zweibettzimmers wird die Unterbringung im Einzelzimmer gezahlt sowie 80 Prozent bei Zahnersatz.

Die Sieger in der Kategorie Topschutz

Das Gesamtergebnis setzt sich aus drei Bewertungsbereichen zusammen:

  • 50 Prozent entfallen auf die Leistungsanalyse
  • 30 Prozent machen die Kosten aus
  • Mit 20 Prozent berücksichtigen die Tester die Finanzstärke der privaten Krankenversicherer

Im Bereich Topschutz wurden 28 Versicherer auf den Prüfstand gestellt. Sieben schneiden sehr gut ab. Die besten drei sind Continentale mit dem Tarif „Premium, SP1, PVN“, ARAG mit „MedBest, PVN“ und Hallesche mit „NK.Bonus, URZ, PVN“.

Unter den sehr guten Top-Tarifen brauchen Versicherte nur beim Anbieter Hallesche keine Selbstbeteiligung zu zahlen. Bei den anderen privaten Krankenversicherungen ist der Selbstbehalt pauschal festgelegt oder richtet sich nach den Behandlungskosten.

Im Gegenzug ist der Monatsbeitrag bei Tarifen mit Selbstbeteiligung teilweise niedriger. Unter den sehr guten Tarifen schwanken die Kosten zwischen 545 Euro und 685 Euro monatlich.

Sehr guter PKV-Schutz kostet nur geringen Aufpreis

Der Test zeigt auch, dass Interessierte für abgespeckte Leistungen im Bereich des Standardschutzes nur etwas weniger zahlen. Der günstigste unten den besten Tarifen dieser Kategorie kostet rund 508 Euro im Monat, der teuerste 589 Euro.

Beim Standardschutz schneiden acht der 23 Angebote mit der Bestbewertung ab. Die Top 3 setzt sich hier aus

  • AXA – „ActiveMe-U, Komfort Zahn-U, Kur-U/100, PVN“,
  • ARAG – „K, FlexiPro, PVN“ und
  • Continentale – „Premium, AV-P1, SP2, PVN“

zusammen.

Beim Grundschutz werden sechs der 26 Tarife sehr gut bewertet. Die höchste Bewertung erzielt R+V mit dem Paket „AGIL classic pro U, PVN“. Der Modellkunde würde für die sechs Top-Angebote zwischen 439 Euro und 508 Euro im Monat zahlen.

Der Blick auf die Kosten zeigt: Je nach Anbieter sichern sich Interessierte umfangreiche Leistungen schon für einen kleinen Aufpreis im Vergleich zum Grund- oder Standardschutz. Die Kosten richten sich dabei allerdings nach einem Musterkunden. Dieser ist 35 Jahre alt. Wer älter ist oder Vorerkrankungen hat, muss mehr einplanen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich bei der privaten Krankenversicherung nicht nur auf Testsieger zu verlassen. Interessierte sollten stattdessen mit einem persönlichen Angebot herausfinden, welche Versicherer mit ihren Tarifen zu den individuellen Anforderungen passen.

Tipp:

Weitere Untersuchungen zur PKV finden sich auf der Seite „Private Krankenversicherung Test“.