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Jenny Gebel
Jenny Gebel

Online-Redakteurin

Rente und Altersvorsorge: Mehr Deutsche rechnen mit hoher Inflation

Eine hohe Inflation wirkt sich auf die Altersvorsorge aus. Immer mehr Deutsche werden sich dessen bewusst. Bei der Berechnung ihrer Rentenansprüche und der Vorsorgeziele gehen mittlerweile mehr Menschen von einer dauerhaft anhaltenden Preissteigerung aus. Dies zeigt die Auswertung der Allianz zu ihrem Online-Tool, dem Rentenkompass.

  • Etwa eine halbe Million Menschen hat in den letzten zwei Jahren mit dem Online-Rentenkompass der Allianz ihre Altersvorsorge überprüft und Renten berechnet.
  • 2022 gingen deutlich mehr Nutzer von einer dauerhaft hohen Inflation aus als im Vorjahr.
  • Die Auswertung der Daten zeigt auch, die bestehenden Unterschiede bei der Wunschrente zwischen Frauen und Männern.

Vor zwei Jahren stellte die Allianz Lebensversicherung den Rentenkompass vor. Mit diesem Online-Tool können alle Interessierten – also auch Leute, die keine Kunden der Allianz sind – anonymisiert ihre Rentenlücke berechnen sowie die Kaufkraft ihrer Wunschrente ermitteln.
Nach Aussagen des Versicherers haben mehr als 500.000 Personen dieses kostenlose Angebot in den zwei Jahren genutzt. Die Nutzerangaben hat der Versicherungsriese ausgewertet und die Zahlen am gestrigen Mittwoch vorgestellt.

Rentenplanung: Mehr Menschen gehen von hoher Inflation aus

Bei der Rentenplanung können Nutzer auch die Inflationsrate einstellen. Standardmäßig steht der Regler bei zwei Prozent, weil die Europäische Zentralbank (EZB) diesen Wert als langfristig anstrebt. Nutzer können diesen Wert auf bis zu vier Prozent anheben.

In der Auswertung zeigte sich, dass noch im Juli 2021 nur vier Prozent der Nutzer die Inflationsrate nach oben regelte. Ein Jahr später, also im Juli 2022, lag der Anteil bereits bei 25 Prozent. Ein Viertel der Nutzer spielte die Rentenberechnung mit einer hohen Inflation durch.

Dieses veränderte Nutzerverhalten macht deutlich: Die Inflation spielt für immer mehr Menschen bei der Finanzplanung eine Rolle.

Deutliche Unterschiede bei der Wunschrente zwischen Männern und Frauen

So gut wie keine Änderung sahen die Experten der Allianz hingegen bei den Rentenunterschieden zwischen Frauen und Männern. Das betrifft nicht nur die Rentenansprüche, sondern auch die Wunschrenten, die die Nutzer selbst festlegen. Dabei sind sie angehalten, sich an ihrem Einkommen zu orientieren.

Durchschnittliche Wunschrente
  • Frauen - 2.247 Euro
  • Männer - 2.788 Euro

Der Unterschied von etwa 20 Prozent ist bezeichnend für den klaffenden Gehälterunterschied in Deutschland.
Allerdings erreichen laut Auswertung nur 14 Prozent der Männer und 12 Prozent der Frauen dieses Renten-Wunschziel.

Wie kann eine gelungene Vorsorge für den Lebensabend aussehen?

Dass die gesetzliche Rente allein nicht mehr ausreicht, um den Lebensstandard im Alter zu halten, ist vielen bekannt. Immerhin liegt das Rentenniveau aktuell bei 48 Prozent. Die gesetzliche Rente ist damit etwas geringer als die Hälfte des jetzigen Einkommens.

Doch oft ist es wirksamer, dies auch in Zahlen vor Augen zu haben. Ein Online-Tool wie der Rentenkompass hilft dabei. Vor allem, weil der Rechner auch die Inflation sowie Steuer und Sozialabgaben in die Berechnung der zukünftigen Rente einschließt. Nutzer erhalten damit den Wert ihrer Netto-Rente.

Eine gute Absicherung im Alter schließt eine private und betriebliche Altersvorsorge ebenso mit ein, wie Immobilien und Vermögensaufbau.

Eine persönliche Beratung und ein unverbindliches Angebot helfen, eine tragfähige Strategie für die eigene Altersvorsorge aufzusetzen.

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